Pläne aus Videospiel
Notre-Dame: 3D-Modell könnte beim Wiederaufbau helfen

Als Reaktion auf den Brand des Pariser Notre-Dame hat der französische Videospiel-Entwickler Ubisoft angekündigt, das 3D-Modell der Kathedrale im Spiel "Assassin's Creed" für den Wiederaufbau zur Verfügung zu stellen, wie die BBC berichtet. Es ist nicht das einzige digitale Abbild des Bauwerks. 

Donnerstag, 18.04.2019, 13:01 Uhr aktualisiert: 18.04.2019, 15:32 Uhr
Pläne aus Videospiel: Notre-Dame: 3D-Modell könnte beim Wiederaufbau helfen
Aus der Luft sind die Brandschäden gut zu erkennen - vor allem das Einsturzloch des Turmes in der Mitte der Kathedrale. Foto: Gigarama Ru/dpa

Beim Wiederaufbau der Kathedrale Notre-Dame kommt ein Hilfsangebot aus der Computerspiel-Branche. "Wir würden uns freuen, den Wiederaufbau mit unseren Möglichkeiten zu unterstützen", teilte Caroline Miousse, Spieleentwicklerin bei Ubisoft , dem britischen Nachrichtendienst BBC mit. Das Modell der Kathedrale würde den französischen Behörden auf Wunsch zur Verfügung gestellt.

Das 2014 veröffentlichte Spiel "Assassin´s Creed - Unity" spielt in Paris zur Zeit der französischen Revolution. Ubisoft wirbt auf seiner Webseite damit, dass der Spieler nicht nur die politischen Geschehnisse des 18. Jahrhunderts miterleben, sondern auch historische Bauwerke und die Kanalisation der Metropole entdecken kann.

Baupläne fehlen

Dass eine originalgetreue Rekonstruktion problematisch werde, hatte zuletzt der Kunsthistoriker Stephan Albrecht von der Bamberger Otto-Friedrich-Universität betont. Der Dachstuhl gehe auf eine Holzkonstruktion aus dem 13. Jahrhundert zurück, deren Baupläne nicht mehr verfügbar seien. „Es gibt nur vage Zeichnungen, wie das ausgesehen hat“, sagte Albrecht der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Er könne sich daher nicht vorstellen, dass der Dachstuhl wieder aus Holz aufgebaut wird.

Dass nicht die komplette Kirche originalgetreu rekonstruiert wird, liegt nahe. So will Frankreich für den Wiederaufbau des kleinen Vierungsturms in der Mitte des Daches von Notre-Dame einen internationalen Architekturwettbewerb ausrufen. Dieser Spitzturm war bei dem verheerenden Brand am Montagabend zusammengestürzt. Premierminister Édouard Philippe sagte nach einer Regierungssitzung, der neue Turm müsse den „Herausforderungen unserer Zeit“ standhalten.

Brand von Notre-Dame: Der Tag danach

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  • Menschen sehen zur Kathedrale Notre-Dame.

    Foto: Marcel Kusch/dpa
  • «Man kann annehmen, dass die Struktur von Notre-Dame gerettet und in ihrer Gesamtheit bewahrt ist», sagte Feuerwehrchef Jean-Claude Gallet.

    Foto: Ludovic Marin/AFP Pool/AP/dpa
  • Ein Künstler zeichnet die Pariser Kathedrale Notre-Dame, nach dem Brand, der am Montagabend einen großen Teil des Gebäudes zerstört hat.

    Foto: Christophe Ena/AP/dpa
  • Feuerwehrleute inspizieren die Kathedrale Notre-Dame.

    Foto: Thibault Camus/AP/dpa
  • Passanten fotografieren die Pariser Kathedrale Notre-Dame nach dem Brand.

    Foto: Kamil Zihnioglu/AP/dpa
  • Soldaten patrouillieren vor der Kathedrale Notre-Dame. Nach dem verheerenden Brand in der Pariser Kathedrale Notre-Dame sind die Flammen komplett gelöscht.

    Foto: Francois Mori/AP/dpa
  • Der Brand ist gelöscht. Doch überall an der Kirche Notre Dame sind die Spuren des Feuers zu sehen.

    Foto: Marcel Kusch/dpa
  • Dieses Videostandbild des französischen Fernsehsenders France Televisions zeigt Feuerwehrleute die auf die Folgen des verheerenden Brandes in der Kathedrale Notre-Dame blicken.

    Foto: Uncredited/France Televisions/dpa
  • Feuerwehrmänner stehen auf dem Dach der Kathedrale Notre-Dame.

    Foto: Marcel Kusch/dpa
  • Feuerwehrmänner gehen mit ihren Helmen unter den Armen vor der Kathedrale Notre-Dame her.

    Foto: Marcel Kusch/dpa
  • Blick auf die Kathedrale Notre-Dame nach dem Brand, der am Montagabend einen Großteil des Gebäudes zerstört hat.

    Foto: Gareth Fuller/PA Wire/dpa
  • Dieses Videostandbild des französischen Fernsehsenders France Televisions zeigt einen Brandschaden in der Kathedrale Notre-Dame.

    Foto: Uncredited/France Televisions/AP/dpa
  • Feuerwehrleute und Spezialisten begutachten das Dach der Kathedrale Notre-Dame.

    Foto: Marcel Kusch/dpa
  • Feuerwehrmänner gehen an der Kathedrale Notre-Dame vorbei, während man durch die Eingangstür die Trümmer des Brandes erkennen kann.

    Foto: Marcel Kusch/dpa

3D-Modell enthält historische Abweichungen 

Das 3D-Modell der Kathedrale Notre-Dame sei über einen Zeitraum von 14 Monaten erstellt worden, zitiert die  BBC den Spielehersteller Ubisoft. Trotz seines Detailreichtums bilde es das Bauwerk jedoch nicht vollständig akkurat ab.

Der im Spiel dargestellte Kirchturm entspräche zum Beispiel nicht der zeitgenössischen Bauweise. Letzterer wurde erst im 19. Jahrhundert während einer Restaurierung angebaut.  

Wie die BBC berichtet, ist das Modell in "Assassin´s Creed" nicht das einzige existierende digitale Modell von Notre-Dame. Der im vergangenen Jahr verstorbene Historiker Andrew Tallon hat mithilfe von mehr als 50 Laser-Scans des Gebäudes einen detaillierten Plan erstellt. Es befindet sich im Besitz der Elitehochschule Vassar College im US-Bundesstaat New York, die ebenfalls angekündigt habe, die Dateien zur Verfügung zu stellen. 

Notre-Dame in Flammen: Mitgefühl aus aller Welt

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  • Notre-Dame
    Foto: Julien Mattia/Le Pictorium Agency via ZUMA/dpa

    Weltweit zeigen sich Politiker bestürzt über den Brand an der französischen Kathedrale Notre-Dame in Paris:

    Foto: dpa
  • Bundesaußenminister Heiko Maas: „Die brennende Notre Dame trifft auch uns ins Herz. Unsere Gedanken sind bei allen Einsatzkräften und unseren französischen Freundinnen und Freunden. Wir hoffen gemeinsam mit ihnen, dass bei dem Brand keine Menschen zu Schaden kommen.“

    Foto: dpa
  • Markus Lewe, Oberbürgermeister der Stadt Münster: „Der Brand von Notre-Dame macht mich fassungslos. Es zeigt uns, wie wichtig Kulturgüter, wie Kirchen und Kathedralen, für unsere europäische Identität sind. Wünsche den Feuerwehrleuten viel Kraft, auch den vielen Menschen aus Paris, die traurig sind. Münster denkt an Paris.“

    Foto: dpa
  • Kanadas Ministerpräsident Justin Trudeau: „Absolut herzzerreißend, die Kathedrale Notre-Dame in Flammen zu sehen. Kanadier denken an unsere Freunde in Frankreich, während ihr dieses verheerende Feuer bekämpft.“

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  • Der frühere US-Präsident Barack Obama: „Es liegt in unserer Natur zu trauern, wenn wir sehen, wie Geschichte verlorengeht - aber es liegt auch in unserer Natur, für morgen wieder aufzubauen, so stark wir können.“

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  • Norwegens Regierungschefin Erna Solberg: „Herzzerreißend, Notre-Dame in meiner Lieblingsstadt Paris in Flammen zu sehen. Hoffe, so viel wie möglich kann gerettet werden.“

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  • Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg: „Es bricht einem das Herz, Notre-Dame in Brand zu sehen. Wir denken an alle, die daran arbeiten, dieses große Symbol der europäischen Kultur zu retten, und an das französische Volk.“

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  • Sadiq Khan, Bürgermeister von London: „Herzzerreißende Szenen der Notre-Dame-Kathedrale in Flammen. London steht heute im Schmerz an der Seite von Paris, in ewiger Freundschaft.“

    Foto: dpa
  • Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte: „Ein Stich ins Herz für die Franzosen und für uns Europäer.“

    Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • UN-Generalsekretär António Guterres: „Entsetzt über die Bilder aus Paris mit dem Feuer, das die Kathedrale Notre-Dame verschlingt - ein einzigartiges Beispiel des Welterbes, das seit dem 14. Jahrhundert steht. Meine Gedanken sind bei den Menschen und der Regierung in Frankreich.“

    Foto: dpa
  • EU-Ratspräsident Donald Tusk: „Notre-Dame von Paris ist Notre-Dame von ganz Europa. Wir stehen heute alle an der Seite von Paris.“

    Foto: dpa
  • EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker: „Ich verfolge minütlich den Brand, der Notre-Dame in Paris gepackt hat. Notre-Dame gehört der ganzen Menschheit. Welch trauriger Anblick. Ich teile die Gefühle der französischen Nation, die auch unsere sind.“

    Foto: dpa
  • Steffen Seibert, Sprecher der Bundesregierung: „Es tut weh, diese schrecklichen Bilder der brennenden Notre-Dame zu sehen. Notre-Dame ist ein Symbol Frankreichs und unserer europäischen Kultur. Mit unseren Gedanken sind wir bei den französischen Freunden.“

    Foto: dpa
  • US-Präsident Donald Trump: „So schrecklich, das verheerende Feuer an der Notre-Dame-Kathedrale in Paris zu sehen. Vielleicht könnten fliegende Wassertanks eingesetzt werden, um es zu löschen. Es muss schnell gehandelt werden!“

    Foto: dpa

Kostenloser virtueller Spaziergang durch Notre-Dame 

Mit seinem Firmensitz in Montreuil, einer Stadt an den östlichen Ausläufern von Paris, zeigt sich Ubisoft angesichts der Zerstörung, die der Brand am Montagabend verursacht hat, betroffen. Der Konzern hat nicht nur seine Unterstützung zum Wiederaufbau angekündigt: Er stellt die PC-Version von "Assassin´s Creed - Unity" für eine Woche zum kostenlosen Download zur Verfügung - mit der Bitte um Spenden für den Wiederaufbau der Kirche. So solle es jedem ermöglicht werden, die Schönheit des Gebäudes zumindest virtuell zu erleben, formuliert es der Konzern in einer Pressemitteilung

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