Frauen-Fußball-WM
Deutsche Nationalspielerinnen kämpfen mit provokantem Spot gegen Vorurteile

„Wir brauchen keine Eier. Wir, wir haben Pferdeschwänze.” In einem provokanten Werbevideo richten sich Spielerinnen der deutschen Frauen-Fußballnationalmannschaft an ihre Kritiker. Der Spot hat es in sich.

Mittwoch, 15.05.2019, 16:16 Uhr aktualisiert: 16.05.2019, 11:54 Uhr
Frauen-Fußball-WM: Deutsche Nationalspielerinnen kämpfen mit provokantem Spot gegen Vorurteile
„Weißt du eigentlich, wie ich heiße?", fragt Nationalspielerin Alexandra Popp in dem Werbevideo. Foto: dpa

Kampfgeist blitzt in Alexandra Popps Augen und umrahmt von blinkenden Fragezeichen schmettert die Spielführerin der deutschen Nationalmannschaft dem Zuschauer selbstbewusst entgegen: „Weißt du eigentlich, wie ich heiße?"

Denn was Erfolge angeht, können es die DFB-Frauen mit ihren insgesamt zehn Titeln zwar locker mit ihren männlichen Kollegen aufnehmen, anders als die Männer werden sie aber weiterhin von Vorurteilen verfolgt. „Wir spielen für eine Nation, die unsere Namen nicht kennt", betonen die Spielerinnen in dem von der Commerzbank produzierten Werbespot. Doch von Kritikern und Kommentaren aus Sozialen Medien lassen sie sich nicht unterkriegen: Über im Spot eingeblendete Aussagen wie Frauen „gehören in die Waschküche" und „sind zum Kinderkriegen da" lachen die Profis nur und werfen ihr Trikots in den Korb ihres männlichen Zeugwarts. 

Selbstironisch und mit einem Augenzwinkern spielt die Nationalelf in dem mit Elektrobeats unterlegtem Video mit weiblichen Klischees wie Schminke und „Stöckelschuhen" und sendet eine klare Botschaft. Drei Wochen vor Beginn der Weltmeisterschaft in Frankreich will das Team nicht nur die Aufmerksamkeit der deutschen Fußballfans erreichen, sondern auch kämpferisch und provokant Stereotypen über Frauenfußball sprengen. „Du musst dir unsere Gesichter nicht merken. Nur, was wir wollen: Spielen. Unser Spiel", machen sie klar. 

Begeisterte Reaktionen

Bei der Vorstellung des WM-Kaders lobte Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg das Video. „Ich bin total begeistert von dem Spot - mit Selbstbewusstsein, Ironie, Augenzwinkern und einer klaren Botschaft“, sagte Voss-Tecklenburg.

Die gewünschte Aufmerksamkeit bekam das Video jedenfalls. Im Netz schlug der Werbespot hohe Wellen. Die Reaktionen auf Twitter, wo der Begriff „Pferdeschwänze” trendete, waren größtenteils positiv. ARD-Moderatorin Anne Will etwa feierte den Spot geradezu.

Auch der Grünen-Politiker Daniel Mack freute sich über die Offensive der Nationalelf.

Und auch der stellvertretende Chefredakteur der Sport Bild, Henning Feindt, lobte die Kampagne. 

WM in Frankreich

Wer sich nach dem Video etwas ertappt fühlt, weil er zwar runterbeten kann, wie viele Tore Gerd Müller in seiner Karriere geschossen hat, aber nicht so genau weiß, wie viele Weltmeister-Titel die deutschen Fußballfrauen gewonnen haben (zwei), hier etwas Nachhilfe zur anstehenden WM (7. Juni bis 7. Juli in Frankreich):

Frauen-Fußball WM 2019 in Frankreich: der deutsche Kader

1/23
  • TOR:

    Laura Benkarth (Bayern München, 8 Länderspiele/0 Tore)

    Foto: Witters
  • TOR:

    Almuth Schult (VfL Wolfsburg, 58/0)

    Foto: Witters
  • TOR:

    Merle Frohms (SC Freiburg, 4/0)

    Foto: Witters
  • ABWEHR:

    Carolin Simon (Olympique Lyon, 15/2)

    Foto: Witters
  • ABWEHR:

    Giulia Gwinn (SC Freiburg, 7/1)

    Foto: Witters
  • ABWEHR:

    Johanna Elsig (Turbine Potsdam, 12/0)

    Foto: Witters
  • ABWEHR:

    Kathrin Hendrich (Bayern München, 29/4)

    Foto: Witters
  • ABWEHR:

    Lena Goeßling (VfL Wolfsburg, 104/10)

    Foto: Witters
  • ABWEHR:

    Leonie Maier (Bayern München, 69/11)

    Foto: Witters
  • ABWEHR:

    Marina Hegering (SGS Essen, 2/0)

    Foto: Witters
  • ABWEHR:

    Sara Doorsoun (VfL Wolfsburg, 24/0)

    Foto: Witters
  • MITTELFELD / ANGRIFF:

    Dzsenifer Marozsan (Olympique Lyon, 89/33)

    Foto: Witters
  • MITTELFELD / ANGRIFF:

    Alexandra Popp (VfL Wolfsburg, 95/45)

    Foto: Witters
  • MITTELFELD / ANGRIFF:

    Klara Bühl (M. - SC Freiburg, 1/0)

    Foto: Witters
  • MITTELFELD / ANGRIFF:

     Lea Schüller (SGS Essen, 12/8)

    Foto: Witters
  • MITTELFELD / ANGRIFF:

    Lena Oberdorf (SGS Essen, 2/0)

    Foto: Witters
  • MITTELFELD / ANGRIFF:

    Lina Magull (Bayern München, 30/7)

    Foto: Witters
  • MITTELFELD / ANGRIFF:

    Linda Dallmann (SGS Essen, 20/5)

    Foto: Witters
  • MITTELFELD / ANGRIFF:

    Melanie Leupolz (Bayern München, 57/8)

    Foto: Witters
  • MITTELFELD / ANGRIFF:

    Sara Däbritz (Bayern München, 59/10)

    Foto: Witters
  • MITTELFELD / ANGRIFF:

    Svenja Huth (Turbine Potsdam, 42/7)

    Foto: Witters
  • MITTELFELD / ANGRIFF:

    Turid Knaak (SGS Essen, 7/1)

    Foto: Witters
  • MITTELFELD / ANGRIFF:

    Verena Schweers (Bayern München, 44/3)

    Foto: Witters

Nicht dabei ist hingegen Simone Laudehr. Nach 103 Länderspielen gab sie danach enttäuscht das Ende ihrer Auswahlkarriere bekannt.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6613908?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F1604524%2F2268861%2F
Radfahrer besprüht Autofahrer mit Pfefferspray
Vorfall auf der Bismarckallee: Radfahrer besprüht Autofahrer mit Pfefferspray
Nachrichten-Ticker