Facebook-Falle
„Bist du das in dem Video?“

Münster -

Der Weg war ungewöhnlich, die Freude umso größer: Via Facebook-Messenger meldete sich eine ehemalige Kollegin, die jetzt in Südamerika lebt: „Bist du das in dem Video?“, schrieb sie im Chat an den Kollegen und fügte einen Link hinzu. Der Angesprochene klickte sofort auf das „Play“-Symbol – und tappte damit in die Falle von Betrügern.

Freitag, 31.01.2020, 16:14 Uhr aktualisiert: 31.01.2020, 16:23 Uhr
Facebook-Falle: „Bist du das in dem Video?“
Über Facebook verbreitet sich aktuell eine „Phishing“-Nachricht. Foto: dpa (Symbolbild)

Was war passiert? Statt zu einem Video führte der Link auf eine Anmeldeseite, die aussah, als stamme sie von Facebook. Dort wurde der 69-Jährige aufgefordert, sich erneut mit den eigenen Anmeldedaten einzuloggen. Das tat er – und lieferte so seine Login-Daten den Betrügern frei Haus. Denn in Wahrheit steckten sie hinter der vermeintlichen Facebook-Anmeldemaske und bekamen mit Hilfe dieser „Pishing“-Methode Zugriff auf die Daten des Mannes. Der Rest ist schnell erzählt: Mit Hilfe des Benutzernamens und Passworts erhielten die Unbekannten freien Zugriff auf sein Konto. Dem Missbrauch war damit Tür und Tor geöffnet.

Das vermeintliche Video bekam er nie zu Gesicht, es existierte nämlich gar nicht. Stattdessen kaperten die Betrüger sein Konto, um fortan auch in seinem Namen angebliche Videos an Freunde und Bekannte zu verschicken. Ein perfides Schneeballsystem. 

Keine neue Masche 

Die Masche der Betrüger ist nicht neu, aber offenbar wieder vermehrt im Umlauf. Mit den Anmeldedaten drücke man den Betrügern sprichwörtlich „den Haustürschlüssel in die Hand“, warnen Experten des Vereins „Mimikama“, der über Internet-Missbrauch aufklärt. Das Wichtigste: Wer auf das angebliche Video geklickt habe, solle sofort sein Facebook-Passwort ändern!

Grundsätzlich ist Vorsicht geboten, wenn Dritte – auch wenn es sich vermeintlich um Bekannte handelt – via Mail oder Messenger dazu auffordern, Links zu öffnen, (Anmelde-)Daten preiszugeben oder sonstige persönliche Angaben zu machen. „Erst denken, dann klicken“ gibt Mimikama als Devise aus. 

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