Unterstützung in Corona-Zeiten
#NachbarschaftsChallenge: Ansteckende Welle der Hilfsbereitschaft

Münster -

In schwierigen Zeiten rücken die Menschen oft näher zusammen. Dies zeigte sich zum Beispiel 2014 nach dem Starkregen, als sich viele Betroffene in ihrer misslichen Lage über tatkräftige Hilfe von Mitbürgern freuen durften. Nun sorgt eine Aktion während der Corona-Pandemie für eine bemerkenswerte Solidaritätswelle.

Donnerstag, 12.03.2020, 17:15 Uhr aktualisiert: 12.03.2020, 18:14 Uhr
Unterstützung in Corona-Zeiten: #NachbarschaftsChallenge: Ansteckende Welle der Hilfsbereitschaft
Foto: WN

Die Corona-Pandemie weitet sich in Europa aus. Als besonders gefährdet gelten ältere Menschen, wenn sie mit dem Virus infiziert werden. Daher empfiehlt in Deutschland das Robert-Koch-Institut  dieser Risikogruppe eine „soziale Distanzierung“. Bedeutet: Vor allem ältere Menschen sollten Abstand zu Mitmenschen wahren und größere Menschenansammlungen meiden. Im Alltag gestaltet sich das schwierig, wenn es zum Beispiel darum geht, den Lebensmittel-Einkauf und Besorgungen bei der Apotheke erledigen.

Am sichersten ist es Zuhause. Um den gefährdeten Personenkreis dabei zu unterstützen, sich der aktuellen Infizierungsgefahr außerhalb der eigenen vier Wände zu entziehen, wurde über Twitter eine Initiative ins Leben gerufen, die immer größere Bahnen zieht.

So funktioniert das Hilfsangebot

Es handelt sich um einen Wettbewerb, bei dem es nur Gewinner - und keine Verlierer gibt. Auslöser und zugleich Impulsgeber der Aktion ist der Hashtag #NachbarschaftsChallenge. Die Idee, die dahinter steckt, ist simpel: Gesunde Menschen bieten per Aushang im Treppenhaus oder in der Nachbarschaft älteren und immunschwachen Mitmenschen an, für sie Besorgungen oder andere Aufgaben zu machen.

Das ausgehängte Angebot informiert konkret über die Dinge, die übernommen werden - wie beispielsweise den Einkauf oder das Ausführen von Hunden. Außerdem ist dort nachzulesen, wie der Anbieter kontaktiert werden kann.

Das Motto der #NachbarschaftsChallenge muntert potenzielle Hilfeempfänger auf und vermittelt zugleich Zuversicht sowie Optimismus - es lautet: „Gemeinsam stehen wir das durch“. Ausgangspunkt der Aktion ist übrigens Wien: Als Initiatorinnen gelten Politikwissenschaftlerin Natascha Strobl und die Twitter-Userin Schla_wienerin.

Der Aushang

Hier eine Vorlage zur #NachbarschaftsChallenge als Download: 

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Aktion findet immer mehr Mitstreiter  

Im Internet nimmt die Aktion immer mehr Fahrt auf - unter dem Hashtag #NachbarschaftsChallenge posten viele Twitter-Nutzer Fotos ihrer Aushänge oder berichten von Begegnungen. Die Folge: Likes - und zwar jede Menge davon, sodass die Hilfswelle immer mehr Leute "ansteckt" und sich ausweitet.

Hier eine Auswahl an Tweets zu der Aktion:

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7324275?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F1604524%2F2268861%2F
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