Meldungen in Sozialen Netzwerken
Fake-News und das Coronavirus

Münsterland -

Minütlich prasseln neue Meldungen rund um das Coronavirus auf uns ein. Doch nicht jede Nachricht stimmt. In den Sozialen Netzwerken tummeln sich mehr Fake-News als je zuvor - von Whatsapp-Sprachnachrichten bis Facebook-Kettenbriefe. Wem können wir noch trauen?

Dienstag, 17.03.2020, 17:00 Uhr aktualisiert: 17.03.2020, 17:10 Uhr
Meldungen in Sozialen Netzwerken: Fake-News und das Coronavirus
Fake-News in Zeiten von Corona: Aktuell tummeln sich mehr als Falschnachrichten als je zuvor in den Sozialen Netzwerken. Foto: Collage: Ann-Kathrin Schriever

Es wird derzeit alles getan, um die Corona-Pandemie einzudämmen. Aktuell gibt es deshalb nahezu täglich neue Regelungen. Da kann es schnell passieren, dass der Überblick verloren geht.

Supermärkte müssen nicht schließen

"Aufgrund neuer Regelung müssen die Supermärkte ab sofort geschlossen bleiben." Diese oder ähnliche Meldungen machten in den vergangenen Tagen besonders auf Facebook die Runde. Aber auch im Messengerdienst WhatsApp wurde dies behauptet. Doch das stimmt nicht: Supermarkt-Ketten und Discounter wie Netto, Aldi oder Edeka wehren sich gegen diese falschen Gerüchte.

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Auch die Bundesregierung stellt auf ihrem Facebook-Auftritt noch einmal klar, welche Geschäfte und Einrichtungen wirklich von den Schließungen betroffen sind:

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Kein Arbeitsfrei

Schon Anfang des Monats machte auf WhatsApp eine Nachricht die Runde, in der es heißt: "Arbeits- und Schulfrei durch Coronavirus ab Dienstag den 03.03.2020 für alle Bürger und Bürgerinnen in Deutschland!" Doch hinter diesem Kettenbrief versteckten sich keine echten Informationen: Denn wer auf den angehängten Link klickte, bekam nur ein Foto mit einem Affen zu sehen, der den Mittelfinger zeigte.

Inzwischen gibt es allerdings tatsächlich schulfrei. Bis Mitte April lassen die Bundesländer aufgrund der Corona-Krise die Schulen geschlossen. Arbeitnehmer haben allerdings nicht generell frei.

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Foto: Screenshot WhatsApp

Gerüchte um Ibuprofen

Ebenfalls bei WhatsApp kursiert eine Sprachnachricht, die sich schnell verbreitet hat. In dieser wird behauptet, die Universitätsklinik in Wien hätte in Studien herausgefunden, dass die Einnahme des Schmerzmittels Ibuprofen die Verbreitung des Coronvirus beschleunigt. Die Uni-Klinik in Wien spricht von Fake-News und sagt, es gäbe keinen Zusammenhang zwischen der Verbreitung von Covid19 und Ibuprofen. Allerdings rät die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Menschen bei Verdacht auf eine Infektion mit dem neuen Coronavirus davon ab, ohne ärztlichen Rat das Medikament Ibuprofen einzunehmen.

Keine Vorhersagen in Büchern

Seit einigen Tagen geistern durch die Sozialen Netzwerke Fotos aus alten Büchern, in denen angeblich das Coronavirus genau vorhergesagt wird. Selbst von der chinesischen Stadt Wuhan, dem Jahr 2020 und den genauen Symptomen des neuen Virus ist in den abgebildeten Büchern die Rede. Das Recherchenetzwerk "Mimikama" hat herausgefunden, dass es sich hierbei um Fakes handelt und es nur wenige echte Übereinstimmungen gibt.

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WN-Video für Fake-News missbraucht

Bei Facebook wird zurzeit ein angeblich aktuelles Video aus einer Zelthalle verbreitet, in der ein Mann interviewt wird. Er berichtet, dass in der Halle demnächst bis zu 1000 Asylbewerber täglich registriert werden sollen. Unter dem Video steht der Satz: "Im Schutze der Corona wurde das Volk wieder verarscht und keiner hat es gemerkt." Oben rechts ist im Video das Datum "06.03.2020" und das Logo der " Westfälischen Nachrichten " eingeblendet.

Auf dem Youtube-Kanal der Westfälischen Nachrichten (WN)ist jedoch das Originalvideo vom 17. September 2015 abrufbar . Das eingeblendete Datum fehlt dort, nur das WN-Logo ist darauf zu sehen. Das Video findet sich auch auf im WN-Internetportal in einem Artikel über eine Registrierungsstelle für Flüchtlinge am Flughafen Münster/Osnabrück. Diese nahm demnach am 21. September 2015 den Betrieb auf. Der im Video interviewte Mann ist Dirk Kleiböhmer, der den Aufbau der Einrichtung koordinierte. Das neuartige Coronavirus trat erst Ende 2019 auf, steht also in keinem Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise vier Jahre zuvor.

Das Video auf Facebook ist inzwischen auch von unabhängigen Faktenprüfern gesichtet und als Falschinformation markiert worden.

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Fake-News auf Youtube

Nicht nur Facebook, Twitter und WhatsApp sind massiv von Fake-News betroffen. Auch auf der Video-Plattform Youtube sind zahlreiche Kurzfilme zu sehen, in denen die angeblichen Ursprünge des Coronavirus erläutert werden oder angeblich verheimlichte Informationen der Regierungen erklärt werden.

So heißt es in einem Beitrag, die wahre Ursache für die Pandemie sei der neue Mobilfunkstandard 5G. In einem anderen Video wird behauptet, Coronavirus sei gezielt als "Biowaffe" eingesetzt worden. Youtube hat viele dieser Videos aufgrund massiver Falschinformationen und Hassreden inzwischen entfernt. So sind sich Forscher doch inzwischen weitgehend einig, dass das Coronavirus von Fledermäusen durch Zweitwirte auf den Menschen übertragen wurde .

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Foto: Jonas Wiening / Youtube

Warnung vor Fake-News

Stündlich finden sich in den Sozialen Netzwerken neue Falschmeldungen oder wirre Gerüchte rund um die Corona-Krise. Offizielle Regierungsinstitutionen und -einrichtungen warnen ausdrücklich vor der Weiterverbreitung.

Es ist nicht immer einfach, herauszufinden, welche Nachrichten echt sind und bei welchen es sich um Fake-News handelt. Deshalb gilt, besonders in diesen Tagen genauer nachzuhaken und auf die Quelle zu achten. Aktuell macht auf Facebook ein ironisches Video die Runde, das diese Thematik amüsant verdeutlicht:

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