Youtube-Video
Rezo-Kritik an Abiturprüfungen geht viral

Düsseldorf -

Seit seinem Video-Hit "Die Zerstörung der CDU" ist der Youtuber Rezo in aller Munde. In seinem neusten Video kritisiert er jetzt die Abiturprüfungen, die trotz der Corona-Krise geschrieben werden sollen - und plädiert für ein Durchschnittsabitur.

Donnerstag, 23.04.2020, 11:48 Uhr aktualisiert: 23.04.2020, 18:16 Uhr
Youtube-Video: Rezo-Kritik an Abiturprüfungen geht viral
In seinem neusten Video kritisiert der bekannte Youtuber, dass die Abiturprüfungen trotz Corona-Krise geschrieb werden müssen. Foto: Screenshot Youtube

"Wie Politiker momentan auf Schüler scheißen" - so heißt das neuste Video des Youtubers Rezo. Schon der Titel macht deutlich, welche Meinung der " Zerstörer der CDU " in der aktuellen Diskussion um die anstehenden Abiturprüfungen in Deutschland vertritt.

Kritik an Kultusministerkonferenz

In dem fast zwanzig minütigen Clip, der am Mittwochabend auf der Videoplattform Youtube hochgeladen wurde, erläutert Rezo, warum es die falsche Entscheidung sei, die Abiturprüfungen trotz Coronakrise schreiben zu lassen.

Als die Kultusministerkonferenz, diesen für die Bundesländer nicht bindenden Beschluss gefasst habe, sei dies "auf Basis von Nichts" passiert. Verlässliche Daten und Fakten hätten zu dem Zeitpunkt noch nicht vorgelegen. Die Entscheidung, das Abitur müsse geschrieben werden, sei gefährlich, so Rezo. Hygiene sei ohnehin ein schwieriges Thema, die Ansteckungsgefahr für Schüler und Lehrer sei groß. Die Politik sei sich sogar bewusst, dass dadurch gesundheitliche Schäden und sogar Todesopfer in Kauf genommen würden.

Neben den gesundheitlichen Aspekten erklärt Rezo, dass auch die psychische Belastung für die Abiturienten extrem hoch sei. Die Angst, Angehörige anzustecken, sei extrem groß. Und auch das "Gefühl von Abgeschlossenheit" durch fehlende letzte Schultage, Abschlussfeiern und ähnlichem, belaste die Schüler.

Gegen Lockerungen

In seinem Video, in dem der Youtuber auch viele Medienberichte zitiert, versucht er Argumente für die Abiturprüfungen zu entkräften. So sei das Argument, dass die aktuellen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie funktionieren, eben kein Argument für die Lockerungen dieser Maßnahmen. "Den Lockdown beenden wollen, weil er funktioniert, ist genau so wie keine Kondome mehr zu benutzen, weil das Verhüten mit Kondom bis jetzt ja jedes Mal geklappt hat", zitiert Rezo einen Tweet der Komikerin Hazel Brugger.

Dabei kritisiert Rezo auch die aktuell viel zitierte "Heinsberg-Studie" und die darin verwickelte PR-Agentur "Storymachine", die sich für Lockerungen ausgesprochen hatte.

Telefonat mit Laschet

Er selbst habe zum Thema der Schulöffnungen für Abiturienten auch mit NRW-Ministerpräsident Armin Laschet telefoniert, sagt Rezo. Von ihm wäre das Argument gekommen, die Abiturprüfungen sollen auch geschrieben werden, damit die Schüler aus Nordrhein-Westfalen im Anschluss keine Probleme hätten, auch an Universitäten in anderen Bundesländern zu studieren. Dies würde aber nie der Fall sein, meint Rezo und beruft sich dabei auf einen Anwalt für Schulrecht.

Da die Abiturprüfungen in den meisten Fällen nur eine Bestätigung der bisherigen Leistungen sei, sei ein Durchschnittsabitur die beste Lösung, so Rezo. Auch in anderen Ländern würde dies aktuell so gehandhabt.

Zum Schluss seines Videos teilt der bekannte Youtuber noch einmal aus. Er spricht von "inkompetenten Entscheidungsträgern", die ihren "Job verkackt" hätten. Für Lehrer, Schüler und Eltern tue es ihm leid.

Für diese Aussagen und sein ganzes Video erhält Rezo in den sozialen Netwerken viel Zuspruch. In weniger als 24 Stunden wurde das Video fast eine Million Mal angeschaut, die Reaktionen sind hauptsächlich positiv. Einige wenige kritisieren, die Machart und den Personenkult um den Youtuber. Am Mittwochabend trendete Rezo auch auf Twitter. Die Kritik an der Politik in Sachen Abiturprüfungen nimmt mit dem Video also weiter an Fahrt auf.

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