Corona-App
Irreführende WhatsApp-Nachricht über heimliche Installation

Münster -

Die Corona-Krise führt immer mal wieder dazu, dass angebliche brisante News über soziale Medien oder WhatsApp verbreitet werden. Nun soll die Warn-App der Bundesregierung schon heimlich auf Handys installiert worden sein. Was ist dran?

Donnerstag, 28.05.2020, 15:30 Uhr aktualisiert: 29.05.2020, 07:36 Uhr
Corona-App: Irreführende WhatsApp-Nachricht über heimliche Installation
Die Corona-App soll in Deutschland im Juni kommen. Foto: dpa

Ein Kettenbrief über WhatsApp, wie er schon häufiger vorgekommen ist, macht aktuell die Runde. Es geht um die Corona-Warn-App, auf die viele in Deutschland seit Wochen sehnsüchtig warten, die aber aus vielerlei Gründen noch immer nicht am Markt ist.

Immerhin soll sie Mitte Juni an den Start gehen, nachdem das Hickhack um Datenschutz und -speicherung (zentral oder dezentral) beendet wurde. Aber wurde die App bereits heimlich auf unseren Handys installiert? Genau diese These findet sich im Kettenbrief wieder.

Nichts Unrechtmäßiges

Die Erklärung ist letztlich harmlos. Zwar taucht offenbar auf einigen Android-Geräten beim Klick in die Einstellungen unter " Google " nach einem Update tatsächlich der Punkt "Benachrichtigung zu möglichem Kontakt zu Covid19-Infizierten" auf (bei Apple-Geräten unter "Datenschutz"/"Health"), der sich auch nicht deaktivieren lässt. Doch das ist weder bei allen geschehen, noch besteht Sorge, dass da etwas Unrechtmäßiges vor sich gegangen ist.

Programmierschnittstellen

Letztlich wurde lediglich das Betriebssystem auf eine mögliche Nutzung der App - die selbstverständlich komplett freiwillig bleibt - vorbereitet. Ein eigentlich normaler und alltäglicher Vorgang, damit entsprechende Funktionen auf dem Smartphone auch anwendbar sind. Google oder Apple haben einfach eine Programmierschnittstelle geschaffen. Die Systeme müssen auch erst mal aufeinander abgestimmt werden. Die App selbst ist noch gar nicht im AppStore verfügbar.

Warnen und testen

Über Bluetooth soll mit der deutschen Variante der Tracing-App aufgezeichnet werden, wer einer infizierten Person mehr als 15 Minuten lang näher als eineinhalb Meter gekommen ist. So lassen sich Verdachtsfälle besser warnen, testen und nötigenfalls in Quarantäne schicken. All das soll komplett anonym und ohne lange Datenspeicherung vonstatten gehen. Auch Standorte werden nicht langfristig erfasst.

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