Kritik und Lob für #besonderehelden-Kampagne
Werbespot der Bundesregierung für Corona-Maßnahmen polarisiert

Berlin -

Ein Werbespot der Bundesregierung für die Corona-Schutzmaßnahmen ist im Internet viral gegangen. Es gibt viel Lob, aber auch heftige Kritik.

Montag, 16.11.2020, 08:32 Uhr aktualisiert: 16.11.2020, 08:34 Uhr
Kritik und Lob für #besonderehelden-Kampagne: Werbespot der Bundesregierung für Corona-Maßnahmen polarisiert
Der Werbespot der Bundesregierung spielt in der Zukunft und lässt einen älteren Mitbürger über das Jahr 2020 berichten. Er sei zum Held geworden, weil er gefaulenzt hätte. Foto: Screenshot YouTube

Ein älterer Mitbürger sitzt in einem Sessel und berichtet über die Vergangenheit. Genau wie in Dokumentationen, in denen Zeitzeugen zu Wort kommen. In dem Video der Bundesregierung , das am Samstag veröffentlicht wurde, spielt die Vergangenheit aber im Hier und Jetzt.

"Ich glaube es war der Winter 2020, als das ganze Land auf uns schaute", berichtet ein Anton Lehmann in dem rund 90-sekündigen Clip. "Ich war gerade 22, studierte Maschinenbau in Chemnitz, als die zweite Welle kam", heißt es weiter. Er erzählt, wie er 'damals' zum Helden wurde: durch Nichtstun und Faulenzen. Ähnlich die Situation in einem zweiten Video, in dem eine Luise Lehmann zu Wort kommt.

Die zwei Werbespots der Bundesregierung, deren Intention es ist, für die Corona-Schutzmaßnahmen zu werben, gingen schon am Wochenende viral. Über Facebook, Twitter oder YouTube erreichte der Clip bereits Millionen Zuschauer. Doch die Reaktionen auf das Video können unterschiedlicher kaum ausfallen. 

Video polarisiert im Netz

Zum einen hagelte es scharfe Kritik für die heroische und trotzdem witzige Aufmachung. Von Panikmache auf der einen und Verharmlosung auf der anderen Seite ist im Internet die Rede.

Andere Nutzer wiederum halten den Werbespot aufgrund seiner Aufmachung für eben genau richtig. So würden vielleicht auch Zielgruppen erreicht, die sind sonst eher schwierig anzusprechen seien.

Unter dem Hashtag #besonderehelden wird weiter über die Werbespots diskutiert. Bereits am Montag soll ein weiterer Clip veröffentlicht werden. Wie das Medienmagazin dwdl.de berichtet, zeichnet sich die Produktionsfirma Florida Entertainment, die auch eng mit Klaas Heufer-Umlauf und Joko Winterscheidt zusammenarbeiten, für die Spots verantwortlich.

Einschränkungen ab dem 2. November

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  • Bund und Länder wollen angesichts dramatisch steigender Corona-Infektionszahlen den gemeinsamen Aufenthalt in der Öffentlichkeit nur noch Angehörigen des eigenen und eines weiteren Hausstandes mit maximal zehn Personen gestatten. Dies gelte verbindlich, Verstöße gegen diese Kontaktbeschränkungen würden von den Ordnungsbehörden sanktioniert, beschloss Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder am Mittwoch (28. Oktober) in einer Video-Konferenz. Gruppen feiernder Menschen auf öffentlichen Plätzen, in Wohnungen sowie privaten Einrichtungen seien angesichts der ernsten Lage inakzeptabel.

    Foto: Paul Zinken
  • Schulen und Kindergärten sollen trotz der stark steigenden Corona-Zahlen auch im November verlässlich geöffnet bleiben. Die Länder sollten aber weitere Schutzmaßnahmen einführen. Auch Gottesdienste sollen nach den Worten von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) weiterhin erlaubt sein. Allerdings müssten die Hygienekonzepte unbedingt eingehalten werden.

    Foto: dpa
  • Trotz drastisch steigender Corona-Infektionszahlen sollen Groß- und Einzelhandel im November offen bleiben. In einer Videokonferenz einigten sich die Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch (28. Oktober) aber darauf, dass sich in den Geschäften nicht mehr als ein Kunde pro zehn Quadratmeter aufhalten darf. In der Beschlussvorlage des Bundes war ursprünglich von 25 Quadratmetern die Rede gewesen.

    Foto: Kira Hofmann
  • Bund und Länder wollen wegen der Corona-Krise auch Veranstaltungen, die der Unterhaltung und der Freizeit dienen, im November deutschlandweit weitgehend untersagen. So sollen Theater, Opern oder Konzerthäuser vom 2. November an bis Ende des Monats schließen. Dies solle auch für Messen, Kinos, Freizeitparks, Spielhallen, Spielbanken und Wettannahmeeinrichtungen gelten. Auch Bordelle und andere Prostitutionsstätten sollen geschlossen werden.

    Foto: Julian Stratenschulte
  • Freizeit- und Amateursportbetriebe auf und in allen öffentlichen und privaten Sportanlagen sollen ebenfalls im November schließen, Individualsport soll von dieser Regelung ausgenommen werden. Der Profisport ist im November nur noch ohne Zuschauer zugelassen. Das gilt auch für die Fußballbundesliga.

    Foto: Alessandra Tarantino
  • Gastronomiebetriebe wollen Bund und Länder vom 2. November für den restlichen Monat ebenfalls schließen. Davon ausgenommen sein soll die Lieferung und Abholung von Speisen für den Verzehr zu Hause, Kantinen sollen offen bleiben dürfen. Außerdem sollen touristische Übernachtungsangebote im Inland im November verboten werden. Diese dürften nur noch für notwendige Zwecke wie zwingende Dienstreisen gemacht werden. Die Bürger werden aufgefordert, generell auf private Reisen und auf Verwandtenbesuche zu verzichten.

    Foto: Karl-Josef Hildenbrand
  • Bund und Länder wollen wegen der sich verschärfenden Corona-Krise ebenso Betriebe im Bereich der Körperpflege wie Kosmetikstudios, Massagepraxen oder Tattoostudios im November schließen. Friseursalons bleiben aber - anders als im Frühjahr - unter den bestehenden Hygienevorgaben geöffnet. Auch medizinisch notwendige Behandlungen wie Physiotherapien sollen weiter möglich sein. Das geht aus der Video-Konferenz von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten am Mittwoch hervor.

    Foto: Angelika Warmuth
  • Industrie, Handwerk und Mittelstand solle sicheres Arbeiten umfassend ermöglicht werden, heißt es. Die Arbeitgeber müssten ihre Mitarbeiter vor Infektionen schützen. Bund und Länder fordern die Unternehmen angesichts hoher Corona-Infektionszahlen eindringlich auf, Heimarbeit zu ermöglichen - wo immer dies umsetzbar ist.

    Foto: Sebastian Kahnert
  • Der Bund plant milliardenschwere Nothilfen für Unternehmen, die von den vorübergehenden Schließungen zur Eindämmung des Coronavirus betroffen sind. Dazu gehören auch die Kultur- und Veranstaltungswirtschaft. Erstattet werden sollen Umsatzausfälle, die Finanzhilfe soll ein Volumen von bis zu zehn Milliarden Euro haben.  Außerdem soll der Schnellkredit der staatseigenen KfW Bankengruppe für Unternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten geöffnet und angepasst werden.

    Foto: imago stock&people
  • Für Angehörige einer Risikogruppe wie Kranke, Pflegebedürftige, Senioren oder Behinderte solle es zügig und prioritär Corona-Schnelltests geben. Der besondere Schutz in diesem Bereich dürfe aber nicht zu einer vollständigen sozialen Isolation führen.

    Foto: María José López
  • Zur Einhaltung der Maßnahmen sollen flächendeckend die Kontrollen verstärkt werden. Zudem sollen Bund und Länder sollen Bürgerinnen und Bürger verstärkt über die Corona-Maßnahmen informieren «und durch möglichst einheitliche Maßnahmen die Übersichtlichkeit erhöhen», heißt es in dem Papier.

    Foto: Oliver Werner
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