Damit Souvenirs nicht teuer werden
Zoll warnt vor verbotenen Mitbringseln und erinnert an Freihandelsmengen

Münster -

Ob Teppich oder Trikot, Markencomputer oder Designer-Tasche, Schmuck oder Strandgut: Wer in den Urlaub fährt, bringt sich gern etwas als Erinnerung mit. Doch scheinbar harmlose Souvenirs können für Ärger bei der Wiedereinreise nach Deutschland sorgen. Vor allem dann, wenn die Waren gegen geltende Zollbestimmungen verstoßen.

Freitag, 19.07.2013, 12:07 Uhr

 
  Foto: cb

Dass das jedes Jahr zur Hauptreisezeit ein Problem ist, weiß Bettina Flothmann . „Es ist wichtig, sich vor dem Urlaub zu erkundigen, welche Souvenirs man mitbringen kann, welche Waren zoll- und steuerfrei sind und von welchen Mitbringseln man besser die Finger lässt“, warnt die Sprecherin des Hauptzollamtes Münster.

► Reisefreimengen: Wer durch die Länder der Europäischen Union reist, reist bequem. Für den Warenverkehr gibt es kaum Beschränkungen – sofern mit den Mitbringseln der persönliche Bedarf gedeckt wird. Bei verbrauchssteuerpflichtigen Waren wie Zigaretten und Alkohol gelten Richtmengen. Wer außerhalb der EU Urlaub macht, muss sich mit Reisefreimengen auseinandersetzen. So dürfen Waren im Regelfall den Gesamtwert von 430 Euro nicht überschreiten. „Die Grenze kann schnell erreicht sein, wenn man etwa in den USA ein Laptop erwirbt und fleißig Kleidung eingekauft hat“, erklärt Bettina Flothmann.

► Artenschutz: Nicht alles, was in Urlaubsländern verkauft wird, entspricht dem Washingtoner Artenschutzabkommen. Deshalb kontrolliert der Zoll streng, was Touristen mitbringen. Schnitzereien aus Elfenbein, Gürtel aus Schlangenleder, lebende Pfeilgiftfrösche, Korallen, auch bestimmte Orchideen und Kakteen dürfen nicht erworben werden. Findet der Zoll sie im Gepäck, werden sie beschlagnahmt. Obendrein kann der Käufer mit einem Bußgeld oder einer Geldstrafe rechnen. Darüber entscheidet das Bundesamt für Naturschutz. Der World Wide Fund For Nature (WWF) appelliert an Touristen, sich bewusst gegen solche Produkte zu entscheiden. „Mit der Nachfrage werden die Händler animiert, die Souvenirs weiterhin anzubieten. „Der perfide Handel geht weiter“, sagt Sprecher Jörn Ehlers.

► Gefälschte Markenartikel: Textilien und Taschen, Uhren, Kosmetika, Fanartikel – solche Produkte werden gern gefälscht und in vielen Urlaubsländern zu günstigen Preisen angeboten. Auch wenn der Kauf verlockend ist: Der Zoll rät trotzdem zur Vorsicht. Für den persönlichen Gebrauch dürfen Plagiate zwar mit nach Hause genommen werden. Das heißt aber nicht, dass die gesamte Familie mit Trikots und Taschen eingedeckt werden darf. Bei der Stückzahl ist schon Feingefühl erforderlich. Sonst kommt rasch der Verdacht auf, mit den Dingen zurück in Deutschland Handel treiben zu wollen. Dann wird der Zoll aktiv und beschlagnahmt die Waren.

► Medikamente: Die Einfuhr von Arzneimitteln ist verboten. Die Riesen-Packung Kopfschmerztabletten oder der Jahresbedarf an Anti-Baby-Pillen werden vom Zoll einkassiert.

► Unwissenheit: Auch wenn Urlauber vor den Zollbeamten stehen und beteuern, von Reisefreimengen und Artenschutz-Bestimmungen nichts gewusst zu haben: „Unwissenheit schützt nicht vor Strafe“, sagt Zollmitarbeiterin Bettina Flothmann. Beschlagnahmt werden die Mitbringsel auf jeden Fall. Nicht selten drohen Bußgelder und höhere Strafen.

Weitere Informationen gibt es beim Zoll

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/1791933?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F1604524%2F1762467%2F1917019%2F1917020%2F
Parkhaus am FMO in Flammen
Großbrand am Flughafen Münster/Osnabrück: Parkhaus am FMO in Flammen
Nachrichten-Ticker