Freibad Westerkappeln öffnet am Samstag
Es ist angeheizt

Westerkappeln -

Auf Bonifatius ist Verlass. Pünktlich zu seinem Namenstag (14. Mai) lässt der Eisheilige in Gestalt des Tiefs „Xandrea“ die Deutschen frösteln. Das Freibad am Bullerteich startet trotzdem in die Saison. Das Wasser ist auch schon schön angeheizt.

Donnerstag, 12.05.2016, 16:05 Uhr

Wasserschein sind Schwimmmeister Heinrich Elgert (links) und Bauamtsleiter Patrick Lenz nicht. Den Drei-Meter-Sprungturm nutzten sie aber nur für den guten Rundumblick im Freibad am Bullerteich. Dieses startet am Samstag um 8 Uhr in die Saison.
Wasserscheu sind Schwimmmeister Heinrich Elgert (links) und Bauamtsleiter Patrick Lenz nicht. Den Drei-Meter-Sprungturm nutzten sie aber nur für den guten Rundumblick im Freibad am Bullerteich. Dieses startet am Samstag um 8 Uhr in die Saison. Foto: Frank Klausmeyer

Auf Bonifatius ist Verlass. Pünktlich zu seinem Namenstag (14. Mai) lässt der Eisheilige in Gestalt des Tiefs „Xandrea“ die Deutschen frösteln. In einigen Regionen Deutschlands soll es sogar kälter werden als vergangene Weihnachten . Das Freibad am Bullerteich startet trotzdem in die Saison; wie jedes Jahr am zweiten Samstag im Mai oder – wie ein Mitarbeiter des Bauhofes feixend vom Beckenrand ruft, „immer wenn das Wetter schlecht wird.“

Dabei hätte mancher Westerkappelner bestimmt schon am Donnerstag gerne den Sprung ins Schwimmerbecken gewagt, um sich abzukühlen. Aber das Wetter kann man sich nicht aussuchen, keiner weiß das besser als Schwimmmeister Heinrich Elgert .

Kurz vor dem Saisonstart sind die Bedingungen nahezu perfekt. Das Wasser ist schon 22 Grad Celsius warm – nur durch die Kraft der Sonne. „Das hatten wir schon lange nicht mehr“, betont Elgert, der ob der Wetterprognosen allerdings befürchtet, dass er am Freitagabend doch noch die Heizung anstellen muss, damit am Samstagmorgen um 8 Uhr die Wassertemperatur 23 Grad beträgt. „Was wir bis jetzt an Gas gespart haben, kann innerhalb einer Woche schon wieder verheizt sein“, weiß der Freibad-Chef.

Vor 50 Jahren wurde mit dem Bau des Freibades in seiner heutigen Form begonnen. 2007 wurden die Wasseraufbereitung und die Sanitäranlagen umfassend saniert. Eine Modernisierung der Schwimmbecken ist dagegen immer noch nicht in Sicht. „Bautechnisch hinken wir den geltenden DIN-Normen 30 Jahre hinterher“, sagt Elgert bei einem Rundgang mit Bauamtsleiter Patrick Lenz . Das gelte insbesondere für die Durchströmung der Becken und die Beckenköpfe. Dem Badespaß tut das aber keinen Abbruch. „Die Mikrobiologie ist hier immer in Ordnung“, betont der Badmeister, dass es keinerlei hygienische Probleme gibt.

Solange kein Geld für eine umfassende Erneuerung da ist, müssen die Mitarbeiter der Badeanstalt und des Bauhofes das Freibad mit Bordmitteln auf Vordermann bringen. Und dafür wird ganz viel Farbe gebraucht. Die haben dieses Jahr auch die Durchschreitebecken und das Planschbecken abbekommen. „Wir haben die alte Farbe komplett abgefräst, den Boden gespachtelt und neu beschichtet“, erläutert Elgert.

Wenn sich das bewährt, denkt er darüber nach, auch das große 50-Meter-Schwimmerbecken mitsamt Sprungbereich solchermaßen aufzupolieren. Dieses Jahr wurde es – wie jedes Jahr vor Saisonbeginn – „nur“ komplett gestrichen. „Wir brauchen dafür jedes Jahr mehr Farbe“, sagt Elgert. Angesichts einer Grundfläche von rund 1600 Quadratmeter kommt da Einiges zusammen.

Das Nichtschwimmerbecken ist dagegen gefliest. Hier mussten wieder kaputte Kacheln ausgetauscht werden.

Am Rande der großen Liegewiese sind gerade ein Minibagger und ein kleiner Radlader im Einsatz. Dort wird ein Beachsoccerfeld angelegt. Bezahlt werden Material und Ballfangzaun übrigens vom Förderkreis Bullerteich (WN berichteten).

Rund 2,7 Millionen Liter Wasser werden gebraucht, um die beiden großen Becken zu füllen. Die gleiche Menge wird während der Saison sukzessive nachgefüllt, weil immer Wasser für die Filterspülung, an den Außenduschen und durch Verdunstung verloren gehe, sagt Elgert.

Im Moment zieht noch der Absaug-Roboter unentwegt seine Bahnen. „Wir müssen jeden Tag reinigen, weil so viele Pollen im Wasser landen.“

Was sich der Schwimmmeister für diesen Sommer wünscht, ist eine richtige Schönwetterperiode. „Die hatten wir vergangenes Jahr gar nicht.“ Während die Besucherzahlen im Juli noch recht gut gewesen seien, „kam danach nichts mehr“, berichtet Elgert, der dies auf das unbeständige Wetter zurückführt.

Immerhin: Am Saisonende wurden 2015 rund 45 600 Besucher notiert. Das Freibad am Bullerteich bleibt bei den Westerkappelner Freizeiteinrichtungen damit die klare Nummer 1.

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