Die perfekte Sommerparty
Entspannt im Garten feiern

Melone gefällig? Das großformatige Obst hat es Stefanie Lautenschläger in dieser Saison besonders angetan. Als Kuchen, als Deko, als Drink. So sei es immer, wenn sie einen roten Faden für ein Konzept gefunden habe. Sie und Geschäftspartnerin Simone Knappe können tagelang über neuen Deko- und Kulinarik-Ideen brüten, um eine stimmungsvolle Party auf die Beine zu stellen.

Freitag, 29.07.2016, 06:07 Uhr

Die perfekte Sommerparty : Entspannt im Garten feiern
Gutes Essen unter freiem Himmel: Das Feiern draußen verbreitet ein wunderbar lässiges Lebensgefühl. Foto: Colourbox.de

Aber für das Nachahmen gelte: „Man muss sich Limits setzen. Bei der Zeit für die Vorbereitung und beim Aufwand“, konstatiert Stefanie Lautenschläger . Und die Bloggerin fügt hinzu: „Der Gastgeber soll seine Feier selbst genießen, selber entspannen.“ Seine Ausstrahlung trage viel zum Gefühl bei, das von einer Party ausgeht. Ganz besonders, wenn sie zu Hause auf der Terrasse oder im Garten stattfindet.

Der Gastgeber soll seine Feier selbst genießen, selber entspannen.

Stefanie Lautenschläger

„Decorize.de“ heißt der Lifestyle- und Partyblog, den Lautenschläger und Knappe seit 2012 gemeinsam mit Ideen füttern. Parallel dazu entwickeln sie Papeterie-Produkte für festliche Anlässe, schreiben Kreativ-Bücher und stylen im Auftrag Partys. Dabei bestätigt sich immer wieder ihr Credo: Ein roter Faden hilft. Sei er auch grün oder gelb oder gepunktet. Die optische Einheit von farbigen Accessoires gebe einer Party einen guten Rahmen.

Stefanie Lautenschläger (l.) und Simone Knappe sind die Partystylistinnen hinter dem Blog „Decorize.de“.

Stefanie Lautenschläger (l.) und Simone Knappe sind die Partystylistinnen hinter dem Blog „Decorize.de“. Foto: decorize.de

Oder man wählt Melonen, Eistüten oder Zitrusfrüchte als dekoratives Thema. Oder man nimmt – für den, der es rustikaler mag – uriges Holz und verteilt unter anderem Holzscheiben auf den Tischen, verarbeitet sie zu dekorativen Elementen und lässt die Holzmaserung immer wieder auftauchen. „So oder so: Der rote Faden sollte dem Gastgeber entsprechen“, erklärt Simone Knappe.

Der rote Faden

Eine Serviette hier, ein Blümchen da: Ein bisschen mehr dürfe es schon sein. „Viel hilft viel“, bringt es Stefanie Lautenschläger auf den Punkt. „Es muss immer ein bisschen mehr da sein, als man denkt“. Und wie gelingt das, ohne abendfüllend stundenlang bastelnd zu vergeuden? „Printables“ nennt die Bloggerin ein Zauberwort. Dahinter verbergen sich ausdruckbare Designvorlagen, die ihr Blog und viele andere Internet-Quellen meist sogar kostenlos zum Download anbieten. Herkömmliche Getränkeflaschen bekommen einheitliche Banderolen, Servietten werden mit passenden Papierstreifen in Form gehalten. Buffet-Platten legen mit Piksern ihr Partyoutfit an. „So entstehen viele Details, die ineinandergreifen.“

Ganz in Weiß

Eine Form der Sommerparty , die dieses Prinzip in Vollendung umsetzt, ist die des Diner en blanc. In Paris eine Institution, inzwischen weltweit in vielen Städten umgesetzt: Einander fremde Menschen treffen sich wie bei einem Flashmob an einem bestimmten Ort und verbringen weiß gekleidet auf weißen Stühlen an weißen Tischen einen stilvollen Abend.

White Dinner am Aasee

1/30
  • Foto: Markus Lehmann
  • Foto: Markus Lehmann
  • Foto: Markus Lehmann
  • Foto: Markus Lehmann
  • Foto: Markus Lehmann
  • Foto: Markus Lehmann
  • Foto: Markus Lehmann
  • Foto: Markus Lehmann
  • Foto: Markus Lehmann
  • Foto: Markus Lehmann
  • Foto: Markus Lehmann
  • Foto: Markus Lehmann
  • Foto: Markus Lehmann
  • Foto: Markus Lehmann
  • Foto: Markus Lehmann
  • Foto: Markus Lehmann
  • Foto: Markus Lehmann
  • Foto: Markus Lehmann
  • Foto: Markus Lehmann
  • Foto: Markus Lehmann
  • Foto: Markus Lehmann
  • Foto: Markus Lehmann
  • Foto: Markus Lehmann
  • Foto: Markus Lehmann
  • Foto: Markus Lehmann
  • Foto: Markus Lehmann
  • Foto: Markus Lehmann
  • Foto: Markus Lehmann
  • Foto: Markus Lehmann
  • Foto: Markus Lehmann

Im bestenfalls weißen Picknickkorb dabei: alles für ein Drei-Gänge-Menü. Natürlich selbst gemacht. In Münster soll so ein „White Dinner“ am 13. August stattfinden. Anfang Juli war Osnabrück Kulisse für ein Diner en blanc. Die sechste Auflage war für die beiden Initiatorinnen – sie möchten namentlich wegen des Flashmob-Charakters nicht genannt werden – auch beim sechsten Mal ein Erlebnis. „Das Lebensgefühl, das immer entsteht, ist ansteckend“, resümieren sie. Der „rote“ Faden, den die weißen Elemente schaffen, lasse ein Gemeinschaftsgefühl unter weitgehend Fremden entstehen. „Das hat etwas Pures an sich.“

Kulinarisch legen die Diner-en-blanc-Teilnehmer hohe Maßstäbe an. Suppe, Salat, Schnitzel: Was auch immer sich transportieren lässt, wird stilvoll auf Porzellan serviert. Ganz so perfektionistisch muss es für die „Decorize“-Bloggerinnen nicht sein. „Da darf es auch ruhig eine Fertigbackmischung statt der Supertorte sein“, gesteht Simone Knappe zu. Oder man bitte die Gäste, einen Salat, Fingerfood oder Gebäck mitzubringen. Das schaffe Vielfalt auf dem Buffet und habe noch einen rücksichtsvollen Nebeneffekt: Veganer, Vegetarier, Allergiker sind mit selbst beigesteuertem Essen auf der sicheren Seite.

Checkliste für die Planung

Ein bis zwei Monate vor der Party

  • Auswahl des Themas
  • Festlegen von Ort, Datum und Zeit
  • Designs von Einladung und Papeterie
  • Versand der Einladungen

Zwei Wochen vorher

  • Planung und Bestellung des Essens
  • Do-it-yourself-Projekte beginnen
  • Gästeliste auf Ab- und Zusagen checken

Am Partytag

  • Zubereitung/Abholung/Lieferung von Essen und Getränken
  • Anbringen der Dekoration
  • Feiern und genießen
...

Gerne unkompliziert

Gerade kleine Häppchen auf die Hand seien die perfekte Lösung, wenn für eine lange Tafel nicht genug Platz auf der Terrasse ist. Essen im Stehen sei eine herrlich unkomplizierte Lösung – und obendrein bei Wind und mit Wespen risikoarm. Was auch für die Getränke gilt: Flaschengetränke – auch ausgefallene wie Cidre oder die angesagte Lavendelschorle – seien prädestiniert. Leicht zu kühlen, wehrhaft gegen Insekten – so könne man sich Zapfanlage und geliehenes Gläsermeer sparen. Und noch ein Tipp von Stefanie Lautenschläger: Vermerkt man – gerade bei Anlässen mit Kindern – Namen auf den Banderolen, gibt es keine Verwechslungen und halbleere Flaschen.

Häppchen auf die Hand sind eine gute Lösung, wenn auf der Terrasse kein Platz für eine lange Tafel ist.

Häppchen auf die Hand sind eine gute Lösung, wenn auf der Terrasse kein Platz für eine lange Tafel ist. Foto: colourbox.de

Räume schaffen

Apropos Buffet: Der lange Tisch mit Köstlichkeiten hat für die Party-Expertinnen viel Potenzial. Vor allem als Treffpunkt, der bei ihnen „Centerpiece“ heißt. Ein offener Bereich wie eine Terrasse mit Garten vertrage es, eine Struktur zu erhalten. Beispielsweise mit einem zentralen Punkt, wo sich alle Gäste treffen. Das könne das Buffet, eine Getränkebar oder auch der Grill sein. An ihm kreuzten sich Wege und er könne gemäß dem roten Faden in Szene gesetzt werden, erklärt Stefanie Lautenschläger. Pompons, Wabenbälle, Girlanden und bei Dunkelheit Licht in Form von Fackeln, Laternen oder Feuerschalen grenzen den Raum für das Fest zusätzlich und stimmungsvoll ein.

Und dann: genießen

Und wenn es dann losgeht? Dann ist loslassen angesagt, empfehlen die Bloggerinnen aus Hamburg. Nichts sei kontraproduktiver für die Feierstimmung als ein genervter, angespannter Gastgeber. Gelassenheit und Genuss weichen den Vorbereitungen. Stefanie Lautenschläger: „Und was nicht da ist, wird von den Gästen auch nicht vermisst.“

Top 5 Zeller
Foto: Lisa Stetzkamp

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4192374?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F1604524%2F1762467%2F4839677%2F4839678%2F
Nachrichten-Ticker