Bereits 367.000 Euro für Spendenaktion
Bischöfe beklagen Gewalt und Not im Südsudan

Münsterland/Juba -

Ungeachtet der zahlreichen Naturkatastrophen unterstützen die Leserinnen und Leser unserer Zeitung die Spendenaktion „Hungersnot in Afrika“ auf beeindruckende Weise. Bis zum Wochenende waren 367.656,24 Euro auf dem Unicef-Aktionskonto bei der Sparkasse Münsterland Ost eingegangen.

Mittwoch, 04.10.2017, 11:10 Uhr

Schnelle Hilfe: Unicef ist im Südsudan an sogenannten „Rapid Response Missions“ beteiligt.
Schnelle Hilfe: Unicef ist im Südsudan an sogenannten „Rapid Response Missions“ beteiligt. Foto: Unicef/Hatcher-Moore

In der Deutschlandzentrale des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen in Köln ist man von dieser Hilfe aus dem Münsterland tief beeindruckt. Mit dem Geld wird das für die Menschen im Südsudan wichtige Krankenhaus in Bentiu wieder hergestellt und ausgestattet. Außerdem soll die Wasserversorgung für die Bevölkerung verbessert werden.

Mit dramatischen Worten haben zuletzt die Bischöfe Südsudans die Lage in ihrem Land geschildert. Wie Radio Vatikan berichtet, gebe es trotz ihrer Appelle an alle Konfliktparteien, den Bürgerkrieg zu beenden, „weiterhin Morde, Entführungen, Plünderungen, Vertreibungen, Übergriffe auf Kirchen und Zerstörung von Eigentum im ganzen Land“. Der vatikanische Fidesdienst zitiert aus einem Hirtenbrief, in dem die Kirchenmänner auch Gewalt in UN-Flüchtlingscamps beklagen. Die Menschen seien dort dem Missbrauch durch Sicherheitskräfte ausgesetzt, es gebe keinerlei Respekt vor dem Leben. In einigen Städten Südsudans herrsche zwar Ruhe, dies sei aber nicht gleichbedeutend mit Frieden.

Spendenaktion_Hungersnot in Afrika
Foto: Spendenaktion

Auf eine Nachricht aus dem Südsudan, dass man dort 2018 Wahlen abhalten wolle, reagierte die UN-Menschenrechtskommission vor wenigen Tagen skeptisch. Erst müsse der Friedensprozess wieder aufgenommen werden. Seit Anfang August sind regionale Eingreiftruppen im UN-Auftrag im Einsatz.

Im Südsudan herrscht aufgrund der Auseinandersetzungen, die die Menschen immer wieder in neue Gebiete flüchten lässt, nach wie vor eine schwere Hungerkrise. Laut Unicef sind davon sechs Millionen Menschen betroffen, darunter sehr viele Kinder, die dringend medizinische Hilfe brauchen. Die Unicef-Mitarbeiter vor Ort berichten von Kindern, die Gras, Blätter und Holz essen, weil sie so hungrig sind.

Zusammen mit seinen Partnern will das Hilfswerk im Jahr 2017 im Südsudan rund 207.000 Kinder mit akuter schwerer Mangelernährung behandeln. 620 therapeutische Ernährungsprogramme sowie 50 stationäre therapeutische Ernährungszentren werden unterstützt.

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