Verwaltung lehnt ADFC-Antrag ab
Runter vom Radweg, rauf auf die Straße

Münster -

Zwischen der Stadtverwaltung und dem Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) in Münster zeichnet sich ein handfester Gerichtsstreit ab. Es geht um die stadtweite Aufhebung der Radwegebenutzungspflicht.

Freitag, 19.12.2014, 06:12 Uhr

Auf der Wolbecker Straße sollen Radfahrer künftig auch die Fahrbahn mitbenutzen dürfen. Das fordert jedenfalls der ADFC. Die Stadt ist dagegen und zieht zur Not vor Gericht.
Auf der Wolbecker Straße sollen Radfahrer künftig auch die Fahrbahn mitbenutzen dürfen. Das fordert jedenfalls der ADFC. Die Stadt ist dagegen und zieht zur Not vor Gericht. Foto: hpe

Vertreter der Leezen-Lobby möchten, dass Radfahrer künftig alternativ zur eigenen Radelspur auch auf allen Hauptstraßen die Fahrbahn mitbenutzen dürfen. Polizei, Feuerwehr , Stadtwerke und Stadt sind strikt dagegen.

Schon länger liegt der Verwaltung ein Antrag auf Aufhebung der Radwegebenutzungspflicht auf der Wolbecker Straße zwischen Servatiiplatz und Hansaring vor. Weil es noch keine Rückmeldung von der Stadt gibt, ist inzwischen Klage beim Verwaltungsgericht eingereicht. Die Stadt ist nun gerichtlich aufgefordert, bis zum Jahresende über den Antrag des ADFC-Klägers zu entscheiden.

Weil es sich bei der Wolbecker Straße um eine innerörtliche Hauptverkehrsverbindung mit hoher Verkehrsbelastung und vielen Unfällen handelt, wäre eine Freigabe für den Radverkehr nach Einschätzung von Ordnungsamtschef Martin Schulze-Werner „hochbrisant“. Der Amtsleiter: „Wenn die Wolbecker fällt, folgen Hammer Straße, Warendorfer Straße, Steinfurter Straße und Weseler Straße. Mit der Folge, dass ganz Münster für Autos und Stadtwerke-Busse zur Schleichverkehrszone wird.“

Bislang dürfen Radler nur auf Nebenstraßen und der Himmelreichallee Fahrbahnen benutzen. Immer dort, wo es zwar Radwege, aber keine Radweg-Hinweisschilder gibt, darf mit der Leeze auch auf der Straße gefahren werden.

Die Stadt wird nun den Antrag des ADFC-Mitgliedes ablehnen, es soll bei der Radwegebenutzungspflicht jeweils auf baulich getrennten Radwegen bleiben.

ADFC-Chef Peter Wolter sieht Radfahrer auf der Straße sicherer aufgehoben als auf einem Radweg. Wolter: „Wir haben in Münster fast ausschließlich unübersichtliche Bordsteinradwege, die sind viel unfallträchtiger. Türen von Autos öffnen sich, Fahrzeuge biegen hinter parkenden Wagen ab, und Fußgänger kommen ins Gehege.“ Deshalb sollten Radler laut ADFC grundsätzlich die Straße benutzen dürfen. Wolter: „Der Bürgersteig gehört den Bürgern und den Fahrzeugen die Straße.“

Polizeisprecher Andreas Bode sieht das anders: „Radfahrer sind auf dem Radweg am besten aufgehoben.“

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