WN-Leser testen Bike, Bahn, Bus und Car-Sharing
Mobilität im Test

Wie sieht die Mobilität der Zukunft aus? In Münster werden E-Bike, Bus und Bahn und Car-Sharing neue Rollen übernehmen. Die WN lassen Leser vier Wochen lang Alternativen zum Pkw testen.

Freitag, 27.02.2015, 04:02 Uhr

Das geht ab.“ Holger Adick hat sich seinen Fahrradhelm aufgesetzt, das E-Bike bestiegen und zum ersten Mal in die Pedale getreten. Die Trekking-Leeze mit dem Nabenmotor schnurrt lautlos los. Jeder Tritt, den der Gremmendorfer Radtester macht, wird vom Elektromotor verstärkt. Vier Wochen kann er das neue Radel-Feeling jetzt ausprobieren.

Auf die Plätze... Gestern startete der WN-Mobilitätstest. Fünf Leser, vier Wochen, vier verschiedene Fortbewegungsmittel. Wichtig ist, dass sie für neue Mobilität stehen: Energie sparen, Umwelt schonen. „Darum begrüßen wir die Aktion“, sagt Birgit Wildt von der Allianz für Klimaschutz der Stadt. An ihrem Stand auf der Trends-Messe in der Halle Münsterland startete der Test – umgeben von mitunter sehr ambitionierten Lastenfahrrädern.

Aus über 170 Bewerbern hat die Redaktion fünf Tester ausgesucht. Nicht nach dem Zufallsprinzip, sondern nach dem jeweiligen Testerprofil. „Es macht wenig Sinn, einen Pendler das E-Bike testen zu lassen, der 40 Kilometer damit zur Arbeit fährt“, sagte zum Start WN-Redakteur Günter Benning.

Mit Holger Adick und Udo Köster sind jetzt zwei Radler im Boot, die von Gremmendorf und Hiltrup zur Arbeit in die Stadt radeln. Bisher fahren sie oft mit dem Auto, um nicht verschwitzt im Büro zu landen.

Nicole Blasig aus Kinderhaus stellte Fahrradhändler Peter Hürter, der die Aktion unterstützt, vor eine Herausforderung: „Ich bringe morgens meine zweijährige Tochter zur Kita“, sagt sie. Und weil sie oft noch Akten mit Nachhause nimmt, braucht sie ein besonderes zugkräftiges Rad mit Kinderanhänger.

Klaus Jasper wird den Nahverkehrszug testen. „Habe ich früher schon gemacht“, sagt der Feuerwehrmann, „und mich über die Unpünktlichkeit geärgert.“

Der Münsteraner wohnt in der Nähe des Zug-Haltepunkts Münster-Nord und wird jetzt vier Wochen zur Kreisleitstelle der Feuerwehr in Rheine fahren. Die Westfalenbahn hält jede Stunde. Nach dem Ausbau der Strecke und dem Ende zahlreicher Baustellen sollte sie auch pünktlicher sein als bisher – der Test wird es zeigen.

Reinhard Schulte, Nahverkehrsplaner der Stadtwerke, überreichte Jasper seine PlusCard, mit der er außerdem im gesamten Busnetz der Stadt Münster fahren kann. In Zukunft, so Schulte, werde Mobilität sich aus verschiedenen Modulen zusammensetzen. Vernetzung sei das Thema.

Auf den Bus steigt Nicole Blasig um, die bisher mit dem Pkw von Telgte zum Ludgerikreisel fuhr. Was sie nervt: „Der Verkehr auf der Warendorfer Straße.“ Und die Suche nach einem Parkplatz. Auch sie bringt vor der Arbeit ihre Tochter zur Kita – sie will nun sehen, wie man Kita-Zeiten und Busfahrplan verbinden kann.

Susanne Goerlich wird das Car-Sharing testen: „Ich habe kein Auto, mein Freund auch nicht.“ Eigentlich sind beide passionierte Radler, aber wenn sie dann doch mal zum Sport nach Bösensell will, wird es eng. „Ich habe bisher mit dem Car-Sharing geliebäugelt, aber die Kosten haben mich abgeschreckt.“ Till Ammann, Geschäftsführer von Stadttteilauto, überreichte ihr eine Zugangskarte und ein Verzeichnis der Leihwagen. Im Stadthaus-III-Parkhaus hätte sie einsteigen können. Aber sie war mit dem Rad gekommen.

Getragen wird die Aktion auch von der WBI, Parken, E-Mobilität und Verbund-Mobilität, das sind auch Themen des Parkunternehmens .

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