Seit 1988 außer Betrieb
Politik regt neuen Bahnhof Handorf an

Münster-Handorf -

1887 wurde an der Bahnstrecke von Münster nach Rheda der Bahnhof Handorf eröffnet. 1988 wurde er stillgelegt, weil kaum noch jemand ein- oder aussteigen wollte. Nun ist die Politik soweit, über eine Wiedereröffnung nachzudenken.

Dienstag, 03.03.2015, 07:03 Uhr

Das alte Bahnhofsgebäude steht noch  – würde aber ohnehin nicht mehr für eine moderne Bahnstation Handorf benötigt.
Das alte Bahnhofsgebäude steht noch  – würde aber ohnehin nicht mehr für eine moderne Bahnstation Handorf benötigt. Foto: rkr

Die CDU bringt einen Antrag ein, die Grünen freuen sich und die SPD klatscht Beifall: Das kommt auch in der halbwegs harmonischen Bezirksvertretung Münster-Ost nicht alle Tage vor. Diesmal schon.

Es geht um den CDU-Antrag „Von der Regionalbahn zur Stadtbahn“ – der nichts weniger enthält als den Vorschlag, in Handorf wieder einen Bahnhof zu bauen. „Den gleichen Antrag habe ich vor 21 Jahren gestellt“, sagt der Grüne Jörn Möltgen mit dem Anflug eines Grinsens. „Aber schön. Wir freuen uns.“ Widerspruch kam von keiner Seite. Vermutlich wird daraus eine Beschlussvorlage, über die in der nächsten BV-Sitzung am 12. März abgestimmt wird. Es sieht nach einer breiten Mehrheit aus.

Und was heißt das? Erstens: Die Kommunalpolitiker sind sich darin weitgehend einig, dass ein Bahnhof in Handorf wünschenswert wäre. Zweitens: Die Verwaltung soll prüfen, ob und wie sich so etwas denken lässt. Vielmehr heißt es erstmal nicht. Das sieht auch der CDU-Ratsherr und ehemalige Bezirksvertreter Walter von Göwels so, der den Antrag vor einiger Zeit ins Rollen brachte: „Vielleicht wird es lange Zeit dauern.“ Aber unmöglich scheint es ihm nicht. Schließlich hat Roxel auch wieder einen Bahnhof bekommen.

Die Idee ist nicht ganz neu. Schon in den Bürgerhaushalten 2011 und 2014 war die Reaktivierung mehrerer Stadtteilbahnhöfe angeregt worden, und über die erneute Inbetriebnahme der Landeseisenbahn-Trasse nach Sendenhorst wird schon seit Jahren gerungen. Die endlosen Staus auf der Warendorfer Straße hätten ihn zermürbt, bekennt Walter von Göwels. Zwar könne sich Münster keine Stadtbahn leisten – aber die vorhandenen Nahverkehrsstrecken für eine Regionalbahn zu nutzen, sei zumindest überlegenswert. Die eingleisige Strecke von Münster nach Telgte biete sich im übrigen für einige Haltepunkte an – etwa an der Mondstraße oder an der Danziger Freiheit.

Ein Bahnhof in Handorf hätte natürlich seine Tücken, auch wenn ein Hochbahnsteig mit Fahrkartenautomat und Wartehäuschen völlig genügen würde – an eine Reaktivierung des alten Bahnhofsgebäudes denkt ohnehin niemand. Die Bahnstrecke liegt etwas außerhalb des Ortes, von Dorbaum geradezu dramatisch weit entfernt. Auf der Südseite der Warendorfer Straße ließen sich überdies kaum Parkplätze einrichten, allenfalls eine Fahrradabstellanlage käme dort in Betracht.

„Wir sollten darüber nachdenken, wie man das machen kann“, meint Walter von Göwels, der dem ZVM-Ausschuss angehört. Beim Schienenzweckverband habe man sich interessiert gezeigt, wenngleich man auf die problematische Taktung der Züge hingewiesen habe. Aus der Politik seien bislang ausschließlich positive Signale gekommen – bis hin zu offener Begeisterung . . .

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