Organisation "Shelterbox"
Eine Box fürs Überleben

Münsterland/Tacloban/Manila -

„Mit jedem Tag, der vergeht, realisieren wir mehr und mehr die Schwere dieser Katastrophe. Die Zerstörungen werden immer offensichtlicher.“ Einen normalen Arbeitstag mit Ruhepausen kennt der Engländer Mark Curnow seit dem 8. November nicht mehr. Als Mitglied eines Teams der Organisation „ShelterBox“ kämpft Curnow seit dem Tag, an dem der gewaltige Taifun „Haiyan“ über die philippinische Inselwelt zog, darum, möglichst vielen Betroffenen in ihrer Notsituation zu helfen.

Freitag, 15.11.2013, 17:11 Uhr

Organisation "Shelterbox" : Eine Box fürs Überleben
Maria Getapa tröstet ihren weinenden kleinen Bruder. Das Haus der Familie in Tacloban wurde durch den Taifun komplett zerstört. Ihre Eltern sind auf dem Weg, um Hilfsgüter zu ergattern – ein höchst unsicheres Unterfangen. Foto: dpa

Eigentlich war das sogenannte „Response Team“ vor Ort, um Betroffene des Erdbebens vom Oktober mit Zelten und Hilfsgütern auszurüsten. „Jetzt müssen wir uns über Nacht um die Opfer der viel größeren Katastrophe kümmern“, berichtet im Gespräch Susanne Büttner , stellvertretende Vorsitzende von „ShelterBox Germany e.V.“.

Zwei Teams sind derzeit auf der Insel Cebu , ein weiteres auf der Insel Bohol . Und auch Bantayan Island wurde am Freitag endlich erreicht. Die Gruppe aus Bohol war nach dem Erdbeben am 15. Oktober im Einsatz und hatte Hilfsgüter an Familien verteilt. Die Menschen dort hatten bereits ihre Häuser verloren. Durch den Taifun verschlechterte sich die Situation noch einmal drastisch. Wie dringend Hilfsgüter benötigt werden, zeigen Bilder und Filmaufnahmen, die von Hubschraubern gemacht wurden.

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286 Überlebenskisten und 250 „ShelterBox“-Zelte wurden bisher auf Bohol verteilt. 504 weitere Zelte sind jetzt in Manila angekommen. „Die Verteilung findet schnellstmöglich statt, sobald die Hilfsgüter den Zoll verlassen haben. Der Transport von Manila könnte sich schwierig gestalten, da die Straßen nur bedingt passierbar sind. „Aber das wird schon“, berichtet Susanne Büttner. Vor Ort gehören auch Philippiner zum Team.

224 Überlebenskisten und weitere 576 Zelte wurden nach Cebu geschickt und trafen dort am Freitag ein. Weitere 200 Überlebenskisten wurden am Freitag von freiwilligen Helfern im Lagerhaus am Hauptsitz in Hels­ton im britischen Cornwall gepackt und für den Versand vorbereitet. „ShelterBox“ hat sich zum Ziel gesetzt, mindestens 4000 Familien so schnell wie möglich zu helfen. Mit den Spendengeldern, die die Leser unserer Zeitung überweisen, wird die Organisation, die seit vielen Jahren humanitäre Hilfe leistet, weitere Überlebenskisten zusammenstellen und Zelte besorgen.

Info

Damit die Spender eine Zuwendungsbescheinigung (ab 200 Euro) bekommen können, sollten auf dem Überweisungsträger neben dem Verwendungszweck „ZGM Spendenaktion Katastrophenhilfe“ der Name und die Adresse oder zumindest ein E-Mail-Kontakt vermerkt sein.

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Der nominelle Wert einer Box wird mit 750 Euro beziffert. Der Inhalt wird den Gegebenheiten vor Ort angepasst. Neben den Schutzzelten für bis zu zehn Personen werden auch Wasseraufbereitungsanlagen, Moskitonetze, ein Ofen, Decken, Kinderspielzeug und vieles mehr in die zerstörten Gebiete verschickt, um den Menschen in größter Not zu helfen.

„Unsere Einsatzkräfte arbeiten vor Ort unter schwierigen Bedingungen ununterbrochen daran, möglichst vielen Menschen in kürzester Zeit zu helfen. Ohne Ihre Unterstützung wäre das nicht möglich“, dankt Susanne Büttner schon heute für die Hilfe der Leserinnen und Leser aus dem Münsterland.

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