Vorwärts Ahlen: Saisonauftakt in der Bezirksliga
Runter von Wolke sieben

Ahlen -

Nach dem lange ersehnten Aufstieg in die Bezirksliga schwebte bei Vorwärts Ahlen eine ganze Abteilung auf Wolke sieben. Pünktlich zum Saisonstart wird es aber Zeit, sich wieder zu erden. Diese Aufgabe übernimmt, na klar, Trainer Ralf Pottgüter: „Wir müssen in den ersten Wochen schauen, dass wir nicht untergehen“, warnt er angesichts eines schweren Auftaktprogramms und einer schleppenden Vorbereitung.

Samstag, 17.08.2013, 06:00 Uhr

Den Klassenerhalt visiert Vorwärts Ahlen an: (oben von links) Trainer Ralf Pottgüter, Patrick Knörnschild, Marvin Krampe, Kevin Ortmann, Marcel Hahnemann, Max Höltgen, Samet Maskar, Jan-Hendrik Schmitz, (Mitte von links) Co-Trainer Pierre Hundt, Matthias Bonenkamp, Dominik Pottgüter, Dennis Ortmann, Dejan Ramic, Geschäftsführer Thomas Vienhues, Obmann Peter Meier, (unten v.l.) Jonas Linnemann, Daniel Wildoer, Serkan Akin, Björn Weber und Tobias Beyer.
Den Klassenerhalt visiert Vorwärts Ahlen an: (oben von links) Trainer Ralf Pottgüter, Patrick Knörnschild, Marvin Krampe, Kevin Ortmann, Marcel Hahnemann, Max Höltgen, Samet Maskar, Jan-Hendrik Schmitz, (Mitte von links) Co-Trainer Pierre Hundt, Matthias Bonenkamp, Dominik Pottgüter, Dennis Ortmann, Dejan Ramic, Geschäftsführer Thomas Vienhues, Obmann Peter Meier, (unten v.l.) Jonas Linnemann, Daniel Wildoer, Serkan Akin, Björn Weber und Tobias Beyer. Foto: Marc Kreisel

Euphorie bezeichnet eine überschwängliche Gemütsverfassung mit allgemeiner Hochstimmung, gesteigerter Lebensfreude und verminderten Hemmungen. So definiert es die Internetenzyklopädie Wikipedia. Und weiter steht da, dass im Sport extreme körperliche Leistungen ein möglicher Auslöser sein können.

Na wenn das so ist, dann ist es ja kein Wunder, warum bei Vorwärts Ahlen gegen Ende der vergangenen Spielzeit eine ganze Abteilung auf Wolke sieben schwebte. Schließlich wurde der Aufstieg der 1. Mannschaft in die Bezirksliga nicht nur eine gefühlte Ewigkeit herbeigesehnt, sondern auch hart erarbeitet – mit Disziplin, Verzicht und viel, viel Training. Monatelang riss sich die junge Truppe am Riemen, ordnete alles dem sportlichen Erfolg unter und wurde schließlich für ihren Einsatz belohnt. Der Aufstieg wurde früh eingestielt, war dementsprechend hochverdient und wurde, als er nach so vielen gescheiterten Versuchen endlich eingetütet war, kräftig gefeiert.

So überzeugend ist der Auftritt der Pottgüter-Elf in der vergangenen Spielzeit gewesen, dass kaum jemand Zweifel hat: Diese Mannschaft wird sich auch eine Klasse höher prima schlagen. Sogar vom Sportlichen Leiter von Oberligist Rot-Weiß Ahlen, Joachim Krug, wurden die Aufsteiger geadelt: „Das ist eine richtig gute Mannschaft, die Vorwärts da hat“, sagte er nach dem Test der beiden am höchsten spielenden Ahlener Fußballteams. Das will angesichts des noch immer immensen Klassenunterschieds zwischen den beiden Vereinen schon was heißen.

Und was macht der Meistertrainer Ralf Pottgüter angesichts von so viel Euphorie und Lob? Was ein Trainer eben machen muss: Er grätscht dazwischen und tritt vor dem Saisonstart am Sonntag beim SVA Langeneicke (15 Uhr) kräftig auf die Euphoriebremse.

„Die Vorbereitung lief nicht so toll, ganz sicher nicht so, wie ich mir das vorgestellt habe“, blickt er auf die vergangenen Wochen zurück. Einige Verletzte, viele Urlauber – insgesamt eine eher suboptimale Einspielphase. Dazu noch höchst unterschiedliche Auftritte in den Tests. „Gegen Rot-Weiß war das ein klasse Spiel. Gegen den Kreisligisten Westfalia Vorhelm dagegen ganz schlecht.“ Angesichts des „Hammerprogramms“ zum Auftakt mit einem Mitaufsteiger und fünf Teams, die der Vorwärts-Coach zu den Anwärtern auf die vorderen Plätze zählt, warnt er vor einem Schreckensszenario: „Wir müssen in den ersten Wochen schauen, dass wir nicht untergehen.“

Hört sich reichlich pessimistisch an so kurz nach einem der größten Vereinserfolge. Aber die eigene Mannschaft zu erden gehört natürlich zum Trainerhandwerk. Das weiß Ralf Pottgüter, der sich wenige Sätze später aber schon wieder deutlich gnädiger anhört: „Es ist ja nicht so, dass wir die ganze Zeit nichts gemacht haben. Unterm Strich weiß ich, was wir können und dass wir vor niemandem Angst haben müssen.“

Warum auch? Schließlich ist das Erfolgsteam nahezu komplett beisammen geblieben. Mit Joel Montoya hat nur ein Akteur tatsächlich den Verein gewechselt. Daniel Grabowski und Stefan Hagedorn haben sich aufs fußballerische Altenteil zurückgezogen. Der Rest geht das Abenteuer Bezirksliga mit Lust an. Quantitativ konnten die Abgänge sogar überkompensiert werden: Samet Maskar kommt von der Ahlener SG, Jonas Linnemann von Westfalia Vorhelm, Stefanos Dontsis von Westfalia Rhynern. Und für die sensible Position zwischen den Pfosten ist Pottgüter ganz aktuell auch noch tätig geworden, nämlich auf der Arbeit. Dort fand er in Serkan Akin einen dritten Torhüter.

„Ich hab ihn einfach gefragt, ob er nicht Lust hat, bei uns mitzumachen“, grinst Pottgüter. „Wir können ihn gut gebrauchen. Der erste Keeper (Christian Splett) ist im Urlaub, der zweite (Patrick Wasin) verletzt. Da kann ein dritter Torhüter schon mal nicht schaden“, so „Potti“. „Und natürlich wird er uns auch sportlich weiterhelfen.“

Auf seinen Sohn Dominik muss Ralf Pottgüter dagegen vorerst verzichten müssen. Der hat einen Teilabriss des Syndesmosebands und muss möglicherweise sogar operiert werden. Weniger dramatisch als zunächst befürchtet ist dagegen die Verletzung von Dennis Ortmann. Der hatte seit dem Test gegen Beckum einen dicken Knöchel und wird deshalb am Sonntag, wenn überhaupt, nur als Ersatzmann einspringen können. Immerhin: Gerissen ist nichts.

Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/1851601?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F57550%2F1797350%2F1950544%2F
Polizei und Feuerwehr stellen Suche nach „unbekanntem Flugobjekt“ ein
Großeinsatz nach Zeugenhinweis: Polizei und Feuerwehr stellen Suche nach „unbekanntem Flugobjekt“ ein
Nachrichten-Ticker