Willkommene Winterpause?
Pause: 1440 Fußballspiele lang

Ahlen -

Rund drei Monate – die Winterferien fallen für die heimischen Amateurfußballer in dieser Saison ungewöhnlich lang aus. Erst im März geht es für die Kreisligisten wieder um Punkte. Eine extreme Pause, über die sich längst nicht alle Trainer freuen.

Donnerstag, 12.12.2013, 06:12 Uhr

Schneeball: Der Winter ist hart und ungerecht, zumindest was den Rahmenterminplan der heimischen Amateur-Fußballer angeht. Die Pausen in den einzelnen Ligen sind unterschiedlich.
Schneeball: Der Winter ist hart und ungerecht, zumindest was den Rahmenterminplan der heimischen Amateur-Fußballer angeht. Die Pausen in den einzelnen Ligen sind unterschiedlich. Foto: Colourbox

90 Tage! Das sind 2160 Stunden, das sind 129 600 Minuten. Und diese Zahl wiederum entspricht exakt 1440 Fußballspielen mit 90 Minuten Länge – ohne Nachspielzeit. Warum diese Rechnerei? Nun, die Winterpause in den Kreisligen sprengt diesmal den üblichen Rahmen. Letzter (offizieller) Spieltag 2013: 8. Dezember – erster (offizieller) Spieltag 2014: 9. März. Luxus oder Graus? Zumindest in der Oberliga und der Bezirksliga ist alles wie immer. Hier wird eine Woche länger zwangsgekickt, ehe am 16. Februar wieder die Fußballstiefel geschnürt werden. Lange Pause, kurze Pause? Was ist besser? Wir haben die heimischen Trainer gebeten, mal ihre Hand aufs Fußballherz zu legen.

Rafal Krumpietz, RW Ahlen (Oberliga): „Neidisch bin ich nicht, dass die Kreisligisten einen Monat länger Pause haben – wobei es für unsere verletzten Spieler auch besser gewesen wäre, um rechtzeitig zum Beginn der Rückrunde wieder fit zu werden. Grundsätzlich reichen mir aber acht Wochen. Denn komplett runterfahren können die Spieler in dieser Zeit sowieso nicht, sondern müssen sich auch in der Pause sportlich betätigen.“

Ralf Pottgüter, Vorwärts Ahlen (Bezirksliga): „Ich habe kein Problem damit, schon im Februar wieder anzufangen. Wir haben ja schon gezeigt, dass wir auch bei schlechtem Wetter Fußball spielen können. Außerdem sehe ich bei einem späten Start die Gefahr, dass es nach hinten raus eng wird, wenn Spiele ausfallen und in der Woche nachgeholt werden müssen. Da fehlen uns immer wieder Spieler wegen Studium oder Arbeit.“

Dirk Reichstädter, Ahlener SG ( Kreisliga A): „Ich werde wahrscheinlich Langeweile haben und zu Hause meiner Frau auf die nerven gehen. Aber ernsthaft: Ich finde die lange Pause gut. Anstatt direkt nach Weihnachten wieder loszulegen und im Februar auf vereisten Plätzen zu spielen, kann man jetzt mal ein bisschen regenerieren. Spielern, die beispielsweise eine Achillessehnenreizung haben, erteile ich jetzt mal zwei, drei Wochen absolutes Sportverbot.“

Dennis Averhage, Westfalia Vorhelm (Kreisliga A): „Ich bin kein Freund davon, schon im Februar wieder anzufangen. Vor allem Mannschaften, die wie wir Naturrasen haben, gucken dann oft in die Röhre. Mir als Trainer gefällt es auch, dieses Jahr mal vier Wochen nichts machen zu müssen. Da habe ich als junger Familienvater mit zwei Kindern mal etwas mehr Zeit.“

Guido Rubbel, FSG Ahlen (Kreisliga A): „Da wir zuletzt einen richtig guten Lauf hatten, hätte ich gerne noch ein, zwei Wochen länger gespielt. Erst wieder im März anzufangen, ist aber gut, denn im Februar hätte es doch sowieso wieder viele Spielausfälle gegeben. So kann ich als Trainer auch mal abschalten, mich mehr um die Familie kümmern und gucken, was liegengeblieben ist. Bei bis zu dreimal Training pro Woche bleibt sonst nicht viel Zeit. Und Entzugserscheinungen bekommen wir ja auch nicht: Zwischen Weihnachten und Neujahr gibt es die Hallenstadtmeisterschaft, im Januar das Warsteiner Masters.“

Peter Schröder, Ahlener SG 2 (Kreisliga A): „Von mir gibt’s 100 Prozent Zustimmung zur längeren Pause. Wir hatten zuletzt mehr als zehn verletzte Spieler, sind auf dem Zahnfleisch gegangen. Da bin ich heilfroh, dass diesmal genügend Zeit bleibt, um alle Wehwehchen auszukurieren. Und sollten im März noch Spiele ausfallen, sind englische Wochen im Frühling angenehmer, als im Februar bei Schnee und Eis ranzumüssen.“

Orhan Fidan, Suryoye Ahlen (Kreisliga B): „Von mir aus hätte die Pause nicht so lang sein müssen – sechs, sieben Wochen reichen mir. Jetzt müssen wir eben in der Vorbereitung mehr tun, denn bei einer so langen Pause kann man die nötige Kondition sonst nicht mehr aufholen. Deshalb werden wir wohl schon ab Anfang Januar mindestens einmal pro Woche in der Halle trainieren.“

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