Fußball-Oberliga: Spitzenreiter verliert 2:3
Des Gegners Job übernommen

Ahlen -

Das hatten sich die Oberliga-Kicker von RW Ahlen anders vorgestellt: Beim SV Zweckel verlor der Spitzenreiter mit 2:3, nach dem er einen 0:2-Pausenrückstand noch ausgeglichen hatte.

Sonntag, 07.12.2014, 15:12 Uhr

Zum Haareraufen: Innenverteidiger Yannick Langesberg würde nach seinem Bock in der Schlussminute, der zur 2:3-Pleite in Zweckel führte, am liebsten im Boden versinken. Der ebenfalls glücklose Torwart Sören Stauder guckt entgeistert.
Zum Haareraufen: Innenverteidiger Yannick Langesberg würde nach seinem Bock in der Schlussminute, der zur 2:3-Pleite in Zweckel führte, am liebsten im Boden versinken. Der ebenfalls glücklose Torwart Sören Stauder guckt entgeistert. Foto: Marc Kreisel

Was 13 von 15 Gegnern bislang nicht schafften, hat Rot-Weiß Ahlen gestern selbst erledigt. Der Oberliga-Primus hat sich geschlagen. Aufgrund zweier haarsträubender individueller Fehler von Torwart Sören Stauder und Innenverteidiger Yannick Langesberg verlor der Spitzenreiter beim Tabellenvorletzten SV Zweckel überraschend mit 2:3.

„Das darf einer Mannschaft nicht passieren, wenn sie dauerhaft oben mitspielen will“, rüffelte Marco Antwerpen . Der RWA-Trainer sah eine enttäuschende erste Hälfte seiner Mannschaft in Gladbeck. Statt wie gewohnt auf die Tube zu drücken und den Kontrahenten schon allein durch die schiere Geschwindigkeit der Aktionen vor Probleme zu stellen, verschleppte Rot-Weiß das Tempo, wirkte lustlos und uninspiriert. Bis auf zwei Schüsse von Aygün Yildirim (22.), der für den verletzten Daniel Schaffer in die Startelf gerutscht war, und Felix Backszat (28.) beschworen die Ahlener wenig Gefahr.

Die Hausherren stürzten den Tabellenführer auch nicht gerade mit spielerischer Brillanz in Verlegenheit, lagen zur Pause aber trotzdem mit 2:0 vorn. In der 44. Minute segelte ein Freistoß in den Ahlener Strafraum, den Christopher Heermann zwar noch klären konnte. Doch dessen Kopfball landete unmittelbar vor den Füßen von Can Ucar und der schob zum 1:0 ein. Nur Sekunden später wagte sich RWA-Torhüter Sören Stauder bei einem Angriff der Gastgeber zu weit vor sein Tor, faustete am Ball vorbei und begünstigte somit massiv das 2:0 durch Devin Müller.

„Das war natürlich ein heftiger Rucksack, den wir da mit in die zweite Hälfte nehmen mussten“, gestand Marco Antwerpen. Doch nach der Pause zeigte seine Mannschaft nun ihr wahres Gesicht und eine entsprechende Reaktion. Ruckzuck hatte Damir Ivancicevic den 1:2-Anschlusstreffer hergestellt. Nun erwachten die Rot-Weißen endgültig. Ein Kopfball des eingewechselten Aaron Vasilou (56.) sowie zwei Schüsse von Felix Backszat (60./79.) verfehlten ihr Ziel noch. Doch dann war es so weit.

RWA-Coach Antwerpen hatte mittlerweile die taktische Grundausrichtung verändert und sein 4-2-3-1 in ein 3-5-2 gewandelt. Neben Ivancicevic gesellte sich erstmals Gunnar Weber in dieser Saison in die Spitze. Und Weber, dem Antwerpen eine „gute Leistung“ bescheinigte, war es, der in der 85. Minute aus dem Gewühl heraus zum 2:2 egalisierte.

Doch was die Rot-Weißen gerade erst mühsam aufgebaut hatten, rissen sie nun mit dem Hintern wieder ein. Denn ein Anspiel von Sören Stauder zu Yannick Langesberg verkam zu einer Slapstickeinlage, bei der Langesberg die Kugel am Keeper vorbei dem Gegner in die Füße legte. Jan Trampe bedankte sich artig und markierte das 3:2. Zu allem Überfluss gingen nun auch noch die RWA-Fans auf die Barrikaden, gerieten mit Ordnern des SV Zweckel aneinander, was einen Polizeieinsatz zur Folge hatte.

„Heute haben wir uns selbst geschlagen. Solche kapitalen Böcke dürfen nicht passieren“, fasste RW Ahlens Trainer Marco Antwerpen ernüchtert zusammen.

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