Der K.o.-Schläger aus Ahlen
Europameister Erkan Teper will Wladimir Klitschko vor die Fäuste

Ahlen -

Bei einem Wahrsager dürfte Erkan Teper wahrscheinlich niemals vorstellig werden. Ein Blick in die Glaskugel lohnt sich für den 33-jährigen Boxer nicht. Denn mit der Zukunft befasst sich der amtierende EBU-Europameister im Schwergewicht nach eigenem Bekunden allenfalls, wenn sie bereits zur Gegenwart geworden ist.

Freitag, 04.09.2015, 12:09 Uhr

Stattliches Schwergewicht mit Ambitionen: Erkan Teper bringt 114 Kilogramm auf die Waage.
Stattliches Schwergewicht mit Ambitionen: Erkan Teper bringt 114 Kilogramm auf die Waage. Foto: Cedric Gebhardt

Erkan Teper lebt im Jetzt. Im Hier und Heute. Dass für ihn im April kommenden Jahres ein Pflichtverteidigungskampf gegen Dereck Chisora ansteht, kümmert den Ahlener daher aktuell nicht im Geringsten. „Das juckt mich noch gar nicht. Ich mache mir keinen Kopf über den Gegner, das ist nicht mein Job. Das macht der Trainer, er analysiert ihn für mich“, sagt Teper. Zumal zuvor ohnehin erst noch ein Fight Ende November oder Anfang Dezember ansteht. Doch der geplante Kontrahent aus Italien sagte kürzlich ab. „Der ist halt nicht verrückt und möchte sich nicht verprügeln lassen“, trompetet Teper. Also muss sein Management jetzt erst noch einen neuen Gegner für ihn suchen.

Der jüngste bekam Mitte Juli die ganze Stärke Tepers zu spüren. In Ludwigsburg besiegte der Ahlener den Briten David Price – 2008 immerhin Bronze-Gewinner bei den Olympischen Spielen in Peking – in der zweite Runde durch Knockout. „Dass ich ihn packen würde, wusste ich. Nur dass es so früh passieren würde, hätte ich nicht erwartet“, sagt Teper. Als Profi ist er damit weiterhin ungeschlagen und hat bislang 15 Siege verbucht, neun davon vorzeitig.

Mit jedem gewonnen Duell kommt Teper seinem Traum, einem WM-Kampf gegen Wladimir Klitschko , ein Stückchen näher. Hier macht er dann doch gerne mal eine Ausnahme und blickt in die Zukunft. „Es kann nicht mehr so lange dauern. Machbar ist es auf jeden Fall, dass wir gegeneinander boxen“, sagt er. Sollte der Ukrainer bis dahin abtreten – „auch gut, dann habe ich es leichter“, scherzt der Ahlener, der sich momentan in seiner Heimatstadt fit hält.

Immerhin hat Teper als Europameister namhafte Vorgänger, von denen einige auch Weltmeister wurden, wie etwa Ingemar Johansson, Lennox Lewis, Vitali und Wladimir Klitschko sowie Max Schmeling. „In einem Atemzug mit diesen berühmten Namen genannt zu werden, ehrt mich natürlich. Bis zu deren Ruhm ist es aber noch ein meilenweiter Weg“, sagt Teper. Und den möchte er eisern zurücklegen. Tag für Tag und Schritt für Schritt.

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