Fußball: Regionalliga West
RW Ahlen geht ohne Gehaltsstreit ins Velbert-Spiel

Ahlen -

Der Streit um die ausstehenden Spielergehälter scheint (vorerst) abgehakt zu sein. Für Februar sei der Verein nun seinen Verpflichtungen nachgekommen, sagt RW Ahlens Vorsitzender Dirk Neuhaus, der sich am Donnerstag mit dem Mannschaftsrat traf. Sportlich will der Regionalligist am Sonntag wieder für gute Nachrichten sorgen: mit einem Sieg in Velbert.

Freitag, 01.04.2016, 19:04 Uhr

Prellung auskuriert: Ihab Darwiche ist wieder fit für die Startelf und verstärkt damit am Sonntag die Ahlener Offensivreihe gegen die Sport- und Spielvereinigung Velbert.
Prellung auskuriert: Ihab Darwiche ist wieder fit für die Startelf und verstärkt damit am Sonntag die Ahlener Offensivreihe gegen die Sport- und Spielvereinigung Velbert. Foto: Marc Kreisel

Wenn sportlich schon kaum ein Wölkchen den rot-weißen Himmel verdunkelt, dann kommt eben von anderer Stelle der Wolkenbruch. Ein solches Donnergrollen, das man aber noch weit über die Grenzen der Wersestadt hinaus vernehmen konnte, war die Protestaktion der Ahlener Regionalliga-Fußballer vergangene Woche . Von der Arbeitseinstellung zu Beginn der Partie gegen Wegberg-Beeck wegen der ausstehenden Gehälter war jedenfalls sogar in Hamburger Medien zu lesen. Wie es für Gewitter aber so üblich ist, können sie auch reinigende Wirkung haben: Am Donnerstag traf sich RW Ahlens Vorsitzender Dirk Neuhaus mit dem Mannschaftsrat und hofft nun, nachdem noch am Abend die Gehälter für Februar gezahlt worden seien, die Situation beruhigt zu haben (siehe unten).

Ohnehin nicht mehr zu dem Thema äußern mochte sich Coach Marco Antwerpen . „Als Trainer bin ich für das Sportliche verantwortlich“, sagte er. Und wenigstens an dieser Stelle hat der insolvente Regionalligist ja dank der jüngsten Siegesserie zurzeit keine Baustelle, auch wenn der Klassenerhalt längst nicht gesichert ist.

Statistik spricht eindeutig für Rot-Weiß Ahlen

Der vierte Sieg in Folge und der sechste in diesem Jahr insgesamt (plus zwei Unentschieden) hat die Ahlener rein optisch ins Tabellenmittelfeld katapultiert, wenngleich der Abstand nach unten immer noch gering ist. „Nur“ sechs Punkte weniger bei ebenfalls 26 absolvierten Partien hat der nächste Gastgeber der Ahlener (Anstoß: Sonntag, 14 Uhr), die Sport- und Spielvereinigung Velbert , die auf einem Abstiegsrang weilt. Ein Sieg der Ahlener und sie hätten sich wie zuletzt gegen Erndtebrück eines Konkurrenten entledigt. Ein Sieg der Hausherren und dieser wäre wieder komplett auf Augenhöhe.

Gegen uns kann es sich Velbert nicht leisten, mit einer Fünferkette zu spielen. Wir erwarten sie deutlich offensiver.

RWA-Coach Marco Antwerpen

Mit derlei „Rechenspielen“ beschäftigt sich Antwerpen nach eigenem Bekunden gar nicht erst. „Wir standen doch in jedem der acht Spiele in diesem Jahr unter Druck und sind klargekommen. Wir wollen in Velbert versuchen, etwas mitzunehmen. Und nach der Partie analysieren wir, ob das Ergebnis für uns passt“, sagt er.

Entgangen ist ihm die Bilanz der Velberter seit Jahresbeginn natürlich nicht. Die liest sich fast spiegelverkehrt zur Ahlener: Zwei Siege und sechs Niederlagen – fünf davon nun schon in Folge – hat die SSVg zu verzeichnen. Zuletzt gab es immerhin nur ein 0:2 beim Meisterschaftsanwärter aus Lotte. Da warteten die Niederbergischen aber auch mit einer massiven Abwehrreihe auf. „Gegen uns können sie es sich nicht leisten, mit einer Fünferkette zu spielen. Wir erwarten sie schon deutlich offensiver“, weiß Marco Antwerpen um die Tatsache, dass Velbert punkten muss.

Zum Glück für ihn ist auch seine eigene Offensivreihe gut in Schuss. Nach überstandener Prellung bei Ihab Darwiche ist die um eine Option verstärkt. In der Defensive ist nur der Einsatz von Rico Weiler fraglich, der sich mit Oberschenkelproblemen plagt. „Da wollen wir nichts riskieren“, so Antwerpen, der aber René Lindner als Ersatz zur Verfügung hat.

Geradezu hervorragende Voraussetzungen also für die Partie. Nur um ein Thema muss sich der Fußball-Lehrer derzeit Gedanken machen: die frühen Gegentore. „Ein Patentrezept habe ich dafür noch nicht. Die Statistik hängt aber in der Kabine“, verrät er. Vielleicht hilft es ja, das Problem zu beseitigen.

RWA-Vorsitzender Dirk Neuhaus: „Gehälter für Februar sind überwiesen“

Am Donnerstagabend hat sich RWA-Vorsitzender Dirk Neuhaus nach eigenem Bekunden mit dem Mannschaftsrat getroffen und über die noch ausstehenden Gehälter für Februar gesprochen. Noch am gleichen Abend seien die restlichen Zahlungen angewiesen worden, so Neuhaus. „Das hatte allerdings nichts miteinander zu tun, sondern wäre ohnehin passiert. Weil unsere Aktionen ganz gut angelaufen, einige Sponsoren beigesprungen sind und weil die Zuschauerzahlen wie zuletzt gegen Wegberg-Beeck gut waren, hatten wir das Geld endlich beisammen“, so Neuhaus. Dem Vorwurf, es werde zu wenig mit den Spielern kommuniziert, widersprach er zwar. „Dennoch war es gut, dass ich noch mal aus erster Hand über unsere Situation berichtet habe. Ich hoffe, ich konnte das ganze Thema nun beruhigen“, sagte er. Mit dem Mannschaftsrat besprochen sei auch, wann die Spieler in den kommenden Monaten mit ihrem Geld rechnen könnten.

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