Olympische Sommerspiele 2016
Darauf freuen sich Ahlener Sportler in Rio ganz besonders

Ahlen -

Ahlens Sportler fiebern den Olympischen Spielen entgegen. Sie freuen sich dabei auf ganz unterschiedliche Disziplinen und sie haben eine klare Meinung zum IOC und zum russischen Dopingskandal.

Freitag, 05.08.2016, 05:08 Uhr

Die Vorfreude auf die Olympischen Spiele ist groß – auch bei Ahlens Sportlern. Zugleich schwebt über dem Großereignis in Rio der Dopingskandal Russlands und auch die sozialen Probleme in Brasilien sind nicht wegzudiskutieren.
Die Vorfreude auf die Olympischen Spiele ist groß – auch bei Ahlens Sportlern. Zugleich schwebt über dem Großereignis in Rio der Dopingskandal Russlands und auch die sozialen Probleme in Brasilien sind nicht wegzudiskutieren. Foto: dpa

Mit der Eröffnungsfeier in der Nacht zu Samstag beginnen offiziell die 31. Olympischen Sommerspiele . Dabei sein ist alles – das gilt auch für eine Vielzahl Ahlener Sportler. Sie verraten, auf welche Disziplinen und Wettkämpfe sie sich in Rio am meisten freuen und was sie vom umstrittenen Teilausschluss der russischen Athleten durch das IOC halten.

Manfred Kreutz, Gehen (LG Ahlen ): „Für mich als Ausdauersportler ist der Marathon immer wieder ein Highlight. Besonders gespannt bin ich dabei auf die deutschen Zwillingsschwestern Anna und Lisa Hahner. Ich gucke aber auch gerne noch andere Disziplinen wie zum Beispiel Triathlon oder den 800-Meter-Lauf. Und als Geher interessiere ich mich natürlich auch sehr für diese Disziplin. Ich fiebere mit Christopher Linke mit. Ihn habe ich in der Vergangenheit bei Lehrgängen persönlich kennengelernt und er ist Pate von Aron Flötotto, den ich wiederum als Trainer betreue. Da ich selbst Athlet war, kommt eine Kollektiv- Strafe für mich nicht infrage. Nicht alle Russen sind Dopingsünder und der IOC hat aus meiner Sicht eine richtige Antwort gegeben.“

Manfred Kreutz von der LG Ahlen drückt dem Deutschen Bahnengeher Christopher Linke die Daumen.

Manfred Kreutz von der LG Ahlen drückt dem Deutschen Bahnengeher Christopher Linke die Daumen. Foto: Michael Kappeler

Helmut Zimmermann, Bogenschießen (BSF Ahlen): „Stabhochsprung, Weitsprung, Dreisprung – mich fasziniert alles, was mit Hüpfen zu tun hat. Meine eigene Sportart wird leider nur sehr wenig übertragen. Allenfalls gibt es ganz sporadisch mal für ein paar Sekunden einen Einblendung des Bogenschießens. Daher werde ich es wohl nur über das Internet verfolgen können. Aber ich weiß selbst, dass es kein Publikumsrenner ist, weil das Zuschauen doch eher langweilig ist. Wenn es nach mir ginge, hätte das IOC Russland ruhig ganz sperren können. Denn das Thema Doping ist ja nicht ohne und es war schon zu Zeiten der UdSSR so, dass deren Athleten gedopt waren.“

Franz Wichmann, Judo (JC Hamm-Pekum): „In erster Linie interessiere ich mich natürlich für Judo. Ich bin sogar vom Weltverband IJF als Beobachter nach Rio eingeladen worden, kann aber aus zeitlichen Gründen leider nicht hinfahren. Außerdem reizt mich seit jeher der Hochsprung, den ich selbst noch mit zwölf Jahren betrieben habe. Dass das IOC nicht alle russischen Sportler gesperrt hat, finde ich richtig, da man nicht alle über einen Kamm scheren sollte. Die Athleten, die sauber sind, sollte man nicht außen vorlassen.“

Hendrik Wieland, Basketball (Vorwärts Ahlen): „Am meisten interessieren mich die Teamsportarten Hockey, Fußball und Volleyball. Besonders freue ich mich auf die USA beim Basketball und auf Robert Harting wegen seines Statements zum IOC und Thomas Bach. In meinen Augen hat Harting vollkommen recht. Ich finde es nicht gut, dass nur ein Teil der russischen Sportler ausgeschlossen wird. Dieses Vorgehen des IOC führt bei mir dazu, dass ich mir nur die für mich wichtigsten Disziplinen anschaue und alles andere möglichst nicht gucke. Es ist schade für die ehrlichen Sportler, dass hier vom Verband so gekuscht wird.“

Das Basketball-Nationalteam der USA, hier Kevin Durant (links), zählt zu den besten der Welt und genießt die Aufmerksamkeit von Hendrik Wieland und André Deppe.

Das Basketball-Nationalteam der USA, hier Kevin Durant (links), zählt zu den besten der Welt und genießt die Aufmerksamkeit von Hendrik Wieland und André Deppe. Foto: Mike Nelson

Andreas Weber, Tischtennis (Eintracht Dolberg): „Der Fernseher läuft bei uns in der Familie zu Olympia jeden Tag. Die Tischtennis-Übertragungen werde ich mir nach Möglichkeit ansehen. Darüber hinaus gucke ich gerne Leichtathletik. Dabei fallen sehr viele Entscheidungen gleichzeitig, was ich faszinierend finde. Die Entscheidung des IOC finde ich richtig. Ein generelles Verbot für alle russische Athleten wäre ungerecht. Dass diejenigen, die gedopt haben, suspendiert werden, ist völlig richtig. Aber nur weil ein Großteil Doping betrieben hat, darf man nicht alle bestrafen.“

Ralf Schleifenbaum, Kanu (KV Ahlen): „Ich paddle lieber selbst und bewege mich in der freien Natur, als vor der Glotze zu hängen. Trotzdem werde ich die Olympischen Spiele hin und wieder einschalten, wenn die Wettkämpfe passend liegen. Aber ich werde dafür mit Sicherheit nicht extra nachts aufstehen.“

Rudolf Pollex, Badminton (TG Ahlen): „Meine Begeisterung hält sich in Grenzen. Ich sehe das Ganze kritisch. Nicht nur wegen des Dopingskandals der Russen, sondern auch, weil das brasilianische Volk neben den Sportstätten in Rio in Elendsvierteln lebt. Das stört mich gewaltig. Der Sport hat auch deshalb nicht die Bedeutung, die er verdient hat. Nichtsdestotrotz werde ich einschalten. Mich interessiert die Leichtathletik und ich bin gespannt, wie unsere Handballer abschneiden. Badminton reizt mich selbstverständlich auch. Ich drücke Karin Schnaase die Daumen. Wir stehen mit ihrem Verein Union Lüdinghausen schon seit Jahren in engem Kontakt. Und in den 60er Jahren habe ich selbst mit Karin Schnaases Vater bei Turnieren gespielt.“

Die Auftritte von Badmintonspielerin Karin Schnaase aus Lüdinghausen stehen besonders bei Rudolf Pollex hoch im Kurs.

Die Auftritte von Badmintonspielerin Karin Schnaase aus Lüdinghausen stehen besonders bei Rudolf Pollex hoch im Kurs. Foto: rau

André Deppe, Handball (Ahlener SG): „Für mich ist Olympia immer mit Leichtathletik verbunden. Deren Wettkämpfe werde ich genauso verfolgen wie die Mannschaftssportarten. Dabei interessiert mich vor allem das Basketball-Team der USA, deren Spiele man sich in der Vergangenheit immer gut anschauen konnte. Und natürlich fiebere ich mit unserer Handball-Nationalmannschaft. Es ist schwierig zu sagen, ob sie das Niveau der EM noch mal abrufen kann. Mittlerweile ist sie nicht mehr Jäger, sondern Gejagter. Aber vielleicht sitzt ja das Halbfinale drin. Was das IOC angeht, kann ich die Empörung einerseits nachvollziehen, da die Sanktionen gegenüber dem russischen Verband etwas lasch ausfallen. Vor allem, wenn man bedenkt, dass das Doping dort durch staatliche Organe gedeckt wurde. Andererseits kann man den einzelnen Sportler, der nichts verbrochen hat, nicht per se mitverbannen. Daher tue mich mit einer Beurteilung schwer.“

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