Leichtathletik: Saisonvorbereitung
Dennis Biederbick bringt sich in Südafrika auf Betriebstemperatur

Ahlen -

Was macht man, wenn man es in Deutschland dieser Tage kaum aushält? Man fliegt nach Südafrika. Dort hat Athlet Dennis Biederbick sich jüngst akribisch vorbereitet – es warten schließlich große Aufgaben.

Donnerstag, 23.03.2017, 05:03 Uhr

So lässt es sich aushalten. Sommerliche Temperaturen, Palmen neben der Laufbahn und strahlender Sonnenschein. Es sind diese Bedingungen, unter denen Dennis Biederbick optimal trainieren kann.
So lässt es sich aushalten. Sommerliche Temperaturen, Palmen neben der Laufbahn und strahlender Sonnenschein. Es sind diese Bedingungen, unter denen Dennis Biederbick optimal trainieren kann. Foto: Frank Schauer

Es soll Menschen geben, die freuen sich auf die kalte Jahreszeit. Die fiebern dem Winter regelrecht entgegen. Dennis Biederbick gehört definitiv nicht dazu.

Das hat einen ganz pragmatischen Grund. „Mein Körper funktioniert irgendwie nur im Sommer“, sagt der Ahlener Ausnahmeathlet. Sobald es draußen nasskalt wird, verweigert sein Körper seinem Kopf die Gefolgschaft. „Ab Oktober, November merke ich, dass Knie oder Rücken streiken. Im Dezember war es ganz schlimm. Da musste ich dann auf einen alternativen Trainingsplan umsteigen“, berichtet Biederbick .

Die U23-EM im Visier

Wo andere allenfalls über eine Erkältung klagen, quittiert bei ihm gerne mal einen Großteil der Muskulatur den Dienst und setzt ihn außer Gefecht. Da sich der Einfluss des 19-Jährigen auf die Jahreszeiten in engen Grenzen hält, gibt es für ihn nur einen Ausweg: Die Flucht in mildere Gefilde.

Leichtathletik: Dennis Biederbicks Saisonvorbereitung in Südafrika

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Zur Vorbereitung auf die U23-EM , die vom 13. bis 16. Juli in Polen stattfindet, hat Dennis Biederbick deshalb das Weite gesucht und ist nach Südafrika geflogen. Dort legte er im Januar bei einem dreiwöchigen Aufenthalt in Dullstroom die Grundlagen für die Saison. Einen Monat später ging es abermals für vier Wochen nach Potchefstroom, wo Biederbick gemeinsam mit seinen Kollegen vom Hessischen Landeskader mit Bundestrainer Georg Schmidt unablässig an seiner Schnelligkeit arbeitete.

Im Zimmer eines Fußball-Weltmeisters

Untergebracht waren Biederbick und Co. auf dem Gelände des North-West University Sportsvillage – einer Anlage, die auch die spanische Fußball-Nationalmannschaft während der WM 2010 nutzte. „Wenn ich dem Bild an der Tür glauben darf, war ich im Zimmer von David Villa “, berichtet Biederbick.

Dass sich die Iberer später zum globalen Champion krönten, darf der Ahlener getrost als gutes Omen für die bevorstehenden Aufgaben werten. Voraussetzung ist aber eine gezielte Vorbereitung. Umso besser, dass der Ahlener optimale Trainingsbedingungen vorfand. „Ich bin barfuß über die Grasbahn gelaufen. Es war herrlich.“

Rascher Klimawandel

In den wenigen Stunden, die zur freien Verfügung standen, besuchte Biederbick eine Raubtierfarm und durfte dort ein Löwenbaby in den Arm nehmen. „An freien Tagen stand meist ein Dauerlauf auf dem Programm. Viel Energie für Rambazamba war da nicht mehr. Ich war dann überwiegend am Pool und habe an meiner Bräune gearbeitet“, verrät Biederbick.

Am Dienstag kehrte er aus Südafrika zurück. „Man landet hier, guckt aus dem Fenster und der Pilot gibt durch, dass es elf Grad Celsius sind – da wird man schon leicht depressiv“, gesteht Biederbick. Der rasche Klimawandel setzt ihm nicht nur körperlich, sondern eben auch mental zu.

Visite beim Läuferabend

Zu allem Überfluss muss der Ahlener in der kommenden Woche auch noch all die Klausuren im Internat nachholen, die er zuletzt versäumt hat. Schließlich baut Biederbick aktuell auch an seinem Fachabitur.

Doch zum Glück gibt es eine Perspektive: Bereits Mitte April fliegt der Ahlener zum abschließenden Tempotraining erneut für dreieinhalb Wochen nach Südafrika. Am 6. Mai landet er wieder im dann hoffentlich etwas wärmeren Deutschland. „Wenn ich es schaffe, mache ich dann noch einen Abstecher zum Läuferabend in Ahlen “, kündigt Biederbick an.

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