Handball: 3. Liga West
Wie stoppt die Ahlener SG den Raketenantrieb des Longericher SC?

Ahlen -

Ahlen, wir haben ein Problem. Wie stoppt man einen Raketenantrieb? Wie schafft man es, nicht überrannt zu werden? Wie soll die Ahlener SG diesen Longericher SC nur ausbremsen?

Donnerstag, 23.03.2017, 15:03 Uhr

Ein Tempomat ist keine Option: Luca Werner (rechts) und die Ahlener SG bekommen es mit dem Longericher SC mit dem womöglich schnellsten Gegner der 3. Liga zu tun.
Ein Tempomat ist keine Option: Luca Werner (rechts) und die Ahlener SG bekommen es mit dem Longericher SC mit dem womöglich schnellsten Gegner der 3. Liga zu tun. Foto: Lars Gummich

In den Katakomben des Handballleistungszentrums , das direkt neben der Friedrich-Ebert-Halle angesiedelt ist, verfügt die Ahlener SG über einen gut ausgestatteten Kraftraum. Dort warten allerlei Gerätschaften und Hanteln darauf, die Muskeln der Mannschaft von Sascha Bertow zu ertüchtigen.

Extraschichten in der Körperschmiede aber erscheinen angesichts der jüngsten überzeugenden Resultate gar nicht mehr unbedingt notwendig. „Die letzten Wochen waren sehr vielversprechend. Entsprechend breiter wird die Brust, weil du weißt, was du kannst“, hat Thorsten Szymanski festgestellt. Nachgemessen hat er den Brustumfang seiner Jungs zwar nicht. Doch der Co-Trainer glaubt gestiegenes Selbstvertrauen in den eigenen Reihen ausgemacht zu haben. Dieses speist sich aus starken Auftritten, denen die ASG im Gegensatz zur Hinserie auch die nötige Effektivität beimischt.

Abreibung im Hinspiel

Gebracht hat ihr das ein Punkteverhältnis von 17:31. Angesichts des ambitionierten Restprogramms kann sich der Aufsteiger mit dieser Ausbeute aber nicht zufriedengeben. „Wir müssen auf jeden Fall noch gewinnen, egal wo und wie“, unterstreicht Sascha Bertow. Dementsprechend hofft der ASG-Coach darauf, gleich am Samstagabend (18 Uhr) daheim gegen den Longericher SC weitere Zähler zu verbuchen.

Da gibt es nur ein Problem: Die Gäste aus Köln zählen als Tabellendritter zur absoluten Sahneschicht der 3. Liga. Es habe im bisherigen Saisonverlauf nur ein einziges Spiel gegeben, bei dem sich bei ihm rasch das Gefühl eingestellt habe, dass die ASG chancenlos ist, bekennt Thorsten Szymanski. Es war im Hinspiel, als die ASG Mitte November eine 23:37-Klatsche beim LSC kassierte.

„Damals haben sie uns überrannt“, erinnert sich auch Sascha Bertow ungern an die Abreibung am Rhein zurück. Wobei seinerzeit auch viel gegen sein Team gelaufen sei, als sich Ferdi Hümmecke und Philipp Lemke bereits früh verletzten und Björn Wiegers nach der Pause mit Rot vom Platz flog.

Tempo ist die Hauptwaffe

Demnach müsste beim zweiten Vergleich am Samstag in Ahlen schon (ähnlich) viel schieflaufen, um die Kräfteverhältnisse noch einmal derart zu verschieben.

Dennoch: Die Gäste, deren Personal zu großen Teilen an der Sporthochschule Köln studiert, zählt zu den Teams, für die ein Tempomat keine Option ist. Anstatt konstant die gleiche Geschwindigkeit zu wählen, spielt der LSC häufig am Anschlag.

„Ich kenne keine Mannschaft, die einen schnelleren Handball spielt, sowohl nach Ballverlusten als auch nach Gegentoren. Die verstehen sich blind“, hat Thorsten Szymanski Respekt vor den überfallartig vorgetragenen Angriffen der Longericher. Den raketenbetriebenen Gegenstößen sieht der Ahlener Co-Trainer nur auf eine Art beizukommen: „Ihre Hauptwaffe ist die erste und zweite Welle. Also müssen wir sie zwingen, in den aufgebauten Angriff zu gehen.“

Zwei mögliche Ausfälle

Nur so kann die ASG dem Gegner womöglich den (Affen-)Zahn ziehen, mit dem er auf sie zu rauscht. Was die Geschwindigkeit eigener Angriffsinszenierungen angeht, kann sie vermutlich ohnehin nicht mit dem LSC mithalten, was am steten doppelten Abwehr-Angriffswechsel – Rogowski oder Michalczik und Lemke für Bekston – liegt.

Hier muss die ASG trotz gewachsenem Brustumfang auf der Hut sein. In den Kraftraum begeben hat sich jüngst auch Kevin Wiegers und das trotz einer Bänderverletzung im Fuß. Der Linksaußen hat sich dabei nur moderaten Belastungen ausgesetzt, ist dem regulären Übungsbetrieb aber nach Rücksprache ferngeblieben. Auch Dimitry Stukalin hat mit Knöchelproblemen zu kämpfen.

Womöglich muss sich die ASG ohne ihn gegen Longerich stählen.

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