Handball: Jugend-Bundesliga
Martina Michalczik schwebt auf Wolke sieben

Ahlen -

Die weibliche A des HLZ Ahlen hat es geschafft, spielt in der kommenden Spielzeit in der Bundesliga. Die Freude bei Trainerin Martina Michalczik und ihren Mädels war riesig. Aber die Reise bis zum Ziel war steinig und von Entbehrungen geprägt.

Dienstag, 13.06.2017, 17:06 Uhr

Immer unter Strom: Martina Michalczik führte die weibliche A des HLZ in die Bundesliga.
Immer unter Strom: Martina Michalczik führte die weibliche A des HLZ in die Bundesliga. Foto: Lars Gummich

Bundesliga zu spielen ist das Höchste der Gefühle. Mehr geht nicht. Die weibliche A-Jugend des HLZ Ahlen kommt in der neuen Spielzeit erstmals überhaupt in den Genuss, ein Bein ins Oberhaus zu setzen. Am vergangenen Wochenende bei der finalen bundesweiten Qualifikation in Magdeburg sicherten sich die Mädels von Trainerin Martina Michalczik eines der heiß begehrten Tickets. Ein Riesending. Mit der emotional aufgewühlten Übungsleiterin sprach Sportredakteur André Fischer .

Frau Michalczik, gewähren Sie uns doch bitte einen tiefen Einblick in Ihr Innerstes. Wie glücklich sind Sie nach der Qualifikations-Tortur?

Michalczik: Ich schwebe zurzeit auf Wolke sieben. Das ist das passende Bild. Die Freude über diesen Erfolg ist wirklich unbeschreiblich groß. Ich sehe das alles als Belohnung für eine lange, nervenaufreibende und vor allem strapaziöse Reise.

Eine Reise, die Sie und die Mädels wochenlang auf Trab gehalten hat.

Michalczik: Am 29. April haben wir die erste Qualifikation auf Kreisebene gespielt. Dann kamen weitere sechs Wochenenden dazu, in denen wir die Spannung hochhalten mussten. Sogar über die Pfingsttage waren wir unterwegs. Da galt es, die Eigeninteressen hinten anzustellen. 21 Spiele waren das jetzt – da gehst du schon mal auf dem Zahnfleisch. Wir alle haben in dieser Zeit auf vieles verzichtet. So etwas schweißt wirklich zusammen.

Unter die Freude mischten sich in Magdeburg aber auch ein paar Tränen. Tränen des Abschieds.

Michalczik: Ja, das stimmt. Meine Tochter Marie wechselt zu Borussia Dortmund in die U 17 und zweite Mannschaft. Das war ihr letzter Auftritt im Trikot des HLZ. Emotional war das ein bisschen viel für mich, das gebe ich zu. Das hat mich sehr berührt.

Auch die Mädels. Das Gros spielt seit der D-Jugend in dieser Konstellation zusammen. Wenn einer den Laden verlässt, geht doch meist ein Teil von einem selbst.

Michalczik: Nicht nur ich musste mich zusammenreißen. Ich habe die Truppe seit der D-Jugend um mich herum. Wir haben so viel erlebt. „Einer für alle“ – das ist unser Motto seit jeher. Das Transparent mit diesem Leitspruch haben Eltern vor Jahren gebastelt. Am Sonntag hing es in der Halle in Magdeburg. Unglaublich war das. Es fühlte sich an, als hätten wir ein Heimspiel, weil uns auch so viele Menschen begleitet haben.

Gab es nach dem Triumph die obligatorische Sause?

Michalczik: Nein, gar nicht. Wir haben uns ein Glas Sekt gegönnt und auf dem Rückweg eine Fast-Food-Kette angesteuert. Im VIP-Raum in der Friedrich-Ebert-Halle haben wir dann noch zwei Stündchen gequatscht – am Montag mussten die Mädels ja wieder zur Schule.

Ist die Truppe reif für die Bundesliga?

Michalczik: Das werden wir sehen. Wir betreten Neuland, aber verstecken wollen wir uns darum nicht. Wir gehören zu den besten Mannschaften in Deutschland. Darauf können wir total stolz sein.

Gönnen Sie sich und Ihren Mädels nach all den wilden Wochen jetzt eine Pause?

Michalczik: Soll ich ehrlich sein? Nein! Die Mädels haben gar von sich aus signalisiert, zweimal die Woche weiter trainieren zu wollen. Die sind so gallig. Schön, das zu sehen. Was mich angeht: Ich bin immer unter Feuer und liebe es, in der Halle zu stehen.

Mündet denn der krönende Abschluss dieser Saison in einer gemeinsamen Wochenend-Tour?

Michalczik (lacht): Derlei Touren hatten wir zuletzt reichlich. Geplant ist da noch nichts. Klar ist nur: Ich werde die Mädels zu einer Poolparty bei mir daheim einladen. Dafür muss das Wetter mitspielen. Aber wenn ich so nach draußen blicke...

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