Fußball: Oberliga Westfalen
Emmanuel Apler verlässt RW Ahlen nach wenigen Wochen wieder

Ahlen -

Das klang zunächst stark nach Provinzposse. Gestern Nachmittag vermeldete Oberligist Rot-Weiß Ahlen per knappem Vierzeiler, dass der Vertrag mit Abwehrspieler Emmanuel Apler „im gegenseitigen Einvernehmen“ aufgelöst worden sei – nach nur drei Wochen. Die Gründe sind aber wohl menschlich.

Mittwoch, 27.09.2017, 18:09 Uhr

Kaum da und nun schon wieder weg – Verteidiger Emmanuel Apler hat Rot-Weiß Ahlen überraschend nach knapp drei Wochen wieder verlassen.
Kaum da und nun schon wieder weg – Verteidiger Emmanuel Apler hat Rot-Weiß Ahlen überraschend nach knapp drei Wochen wieder verlassen. Foto: Marco Stiemke

Genau jener Apler also, der gerade erst Anfang September aus Stuttgart nach Ahlen gewechselt und als Verteidiger händeringend gesucht worden war, der ist nun schon wieder weg? Ist er. Doch die Gründe dafür sind laut Ahlens Sportlichem Leiter Joachim Krug nicht etwa ausstehende Gehaltszahlungen oder dergleichen, sondern deutlich profanerer Natur.

„Ich kann nur vermuten, was letztlich ausschlaggebend war. Aber ich denke, es war eine Mischung aus Frust und Heimweh“, so Krug. Vermuten kann er es deshalb nur, weil es nicht mehr zu einem abschließenden Gespräch gekommen ist, bevor Apler gen Heimat aufbrach. „Sonst hätte ich ihm gesagt: Junge, beiß auf die Zähne. Bleib wenigstens bis zum Winter und schau dann weiter“, so Krug gestern auf WN-Anfrage.

Krug: „Mischung aus Frust und Heimweh“

„In Summe kann ich es schon ein bisschen nachvollziehen“, gesteht der RWA-Verantwortliche. „Er ist 500 Kilometer von zu Hause weg, was er noch nie war. Dann war die Wohnung, die er sich fürs Erste mit Engjell Hoti geteilt hat, zwar schön, aber nicht sehr groß. Und dann noch der Frust darüber, weil er davon ausgegangen ist, dass er bei uns sofort spielen kann, aber nur Ersatz war.“

Dass ein Neuer nicht gleich sofort zum Zuge komme, sei aber einerseits normal, meint Krug. Und andererseits hatten es die Ahlener nach der Verletzung von Andre Witt auf der linken Abwehrseite notgedrungen erstmal mit Linksfuß Giuliano Nieddu probiert, der eigentlich offensiver spielt. „Nieddu hat es dann in beiden Spielen richtig gut gemacht“, so Krug. „Das war sicherlich auch etwas Pech für Emanuel, dass die Jungs ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt angefangen haben zu gewinnen.“

Der Sportliche Leiter versichert: Mit ausstehenden Zahlungen habe der rasche Abgang nichts zu tun. „Natürlich hat er bei uns noch kein Geld bekommen. Das ist schließlich überall so, dass es erst am Ende des Monats was gibt. Wir sind zwar immer noch knapp, aber es wird pünktlich gezahlt.“

Kein Ersatz gesucht

Nach einem baldigen Ersatz auf der Linksverteidiger-Position will sich Krug nicht mit erster Priorität umschauen. Scheint ja derzeit auch so zu gehen. Schließlich haben die Ahlener ihre letzten beiden Spiele gegen Bielefeld 2 und Gütersloh gewonnen und damit die untersten Tabellenregionen verlassen. Ein Umstand, der Krug natürlich freut.

„Nervös geworden ist zwar keiner, weil die Absteiger alle Probleme haben. Aber die Jungs haben ja Gott sei Dank die Kurve gekriegt.“ Was jetzt nach oben hin noch möglich ist? Da will Krug lieber erst mal kleine Brötchen backen. „Niemand im Vorstand verlangt, dass die Mannschaft sofort wieder aufsteigt. Wir wollen nur nicht durchgereicht werden wie Kray letztes Jahr. Aber das passiert auch nicht. Da bin ich mir sicher“, so Krug.

RW Ahlen gewinnt Test gegen SC Münster 08

Rot-Weiß Ahlen hat den kurzfristig angesetzten Test gegen den Landesligisten SC Münster 08 erfolgreich bestritten. Am Dienstagabend setzte sich der Oberligist mit 5:2 durch, hatte aber zu Beginn sogar in Rückstand gelegen. Denn bereits in der zehnten Minute gab es Foulelfmeter gegen die Ahlener. Damir Ivancicevic (15.), Talha Temur (28.) und Cihan Yilmaz (33., ebenfalls per Foulelfmeter) drehten die Partie dann aber noch vor der Pause. Im zweiten Abschnitt erhöhten Keisuke Ota (69.) und Damir Ivancicevic (78., Foulelfmeter) für die Mannschaft von Erhan Albayrak, ehe die Gäste drei Minuten vor dem Ende noch ihr zweites Tor schossen. Zwischenzeitlich hatte Rene Grabowski einen Strafstoß vereitelt (75.). Der Ersatztorhüter machte seine Sache so gut, dass Ahlens Sportlicher Leiter Joachim Krug nun sogar bezweifelt, ob sich der Verein weiterhin nach einem zusätzlichen Torhüter umschaut.

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