Turnen: Gaujugend-Mannschaftswettkampf in Ahlen
„Wäre Turnen leicht, hieße es Fußball“

Ahlen -

Am Wochenende findet erstmals ein Gaujugend-Mannschaftswettkampf im Turnen in Ahlen statt. Organisator Martin Klabunde erklärt, wofür er einen LKW und Traktor benötigt und was den Reiz des Sports ausmacht.

Mittwoch, 08.11.2017, 05:11 Uhr

Die Leistungsturnriege des TV Einigkeit freut sich auf ihre Premiere als Ausrichter des Gaujugend-Mannschaftswettkampfs. Dazu müssen Heidi Schüsseler, Conny Davis und Martin Klabunde (vorne von links) und Co. kräftig anpacken.
Die Leistungsturnriege des TV Einigkeit freut sich auf ihre Premiere als Ausrichter des Gaujugend-Mannschaftswettkampfs. Dazu müssen Heidi Schüsseler, Conny Davis und Martin Klabunde (vorne von links) und Co. kräftig anpacken. Foto: TV Einigkeit Ahlen

Das hat es in Ahlen noch nie gegeben. Der TV Einigkeit ist am kommenden Wochenende, 11. und 12. November, erstmals Ausrichter eines Gaujugend-Mannschaftswettkampfs im Turnen. Die zweitägige Veranstaltung findet bei freiem Eintritt in der Friedrich-Ebert-Halle statt. Knapp 500 Turnerinnen werden in der Wersestadt erwartet. Auf den TV Einigkeit wartet demnach eine Mammutaufgabe. Einer der Hauptorganisatoren dieser Großveranstaltung ist Martin Klabunde . Mit dem 50-jährigen TVE-Turnwart sprach unser Redakteur Cedric Gebhardt .

Ahlen erlebt am Wochenende mit der Ausrichtung eines Gaujugendwettkampfs im Turnen ein Novum. Wie ist es dazu gekommen?

Klabunde: Wir als TV Einigkeit turnen seit zehn Jahren im Hellweg-Märkischen-Turngau. In dieser Zeit haben diese Wettkämpfe in Hamm, Bockum-Hövel oder Holzwickede stattgefunden. Aber es war unser Wunsch, diesen Wettkampf auch einmal auszurichten, um den Turnsport in Ahlen mehr publik zu machen. Also haben wir uns beim Verband beworben und den Zuschlag erhalten.

Damit haben Sie sich dann eine Herkulesaufgabe geschultert, denn die Vorbereitung hat es in sich, oder?

Klabunde: Ja, in der Tat. Für uns hat mit der Zusage des Verbands der Hürdenlauf begonnen. Wir haben eineinhalb Jahre vorher die Friedrich-Ebert-Halle bei der Stadt beantragt. Sie musste erst einen geeigneten Termin finden, an dem kein Handball in der Halle gespielt wird. Das war gar nicht so leicht. Außerdem mussten wir genau prüfen, welche Geräte in der Friedrich-Ebert-Halle vorhanden sind. Von Vorteil für uns war, dass wir als Verein eine Kooperation mit der Fritz-Winter-Gesamtschule haben und daher die Gegebenheiten schon vorher in Augenschein nehmen konnten. Dabei haben wir zum Beispiel festgestellt, dass es noch eine Bodenvorrichtung für einen Spannbarren aus alter Zeit gibt. Denn die wird gebraucht. Aber im Prinzip müssen wir eine Halle in die andere verfrachten.

Das klingt so, als wäre eine Menge Muskelschmalz gefragt.

Klabunde: Auf jeden Fall. Die Leistungsturnriege stemmt das Projekt mit Hilfe des Vorstands und ganz vieler engagierter Eltern. Der logistische Aufwand ist sehr groß, da wir sämtliche Geräte in doppelter Ausführung benötigen. Und die kann man nicht mal eben alle zum Auto tragen. Der Sprungtisch zum Beispiel wiegt über 100 Kilogramm. Um den zu transportieren, haben wir extra einen Traktor und einen Lkw organisiert. Der Traktor hievt den Sprungtisch mit einer Haltevorrichtung in den Lkw, denn das wäre rückenschonend für uns als Helfer gar nicht möglich. Matten, Schwebebalken, Stufenbarren, Reckstangen – wir müssen in der Overberg-Turnhalle alles abbauen und dann am Freitagabend in der Friedrich-Ebert-Halle aufbauen.

Wenn dann am Samstag alles aufgebaut und organisiert ist: Was erwartet die Besucher dann?

Klabunde: Die Besucher erwarten ganz viele Turnerinnen in schicken Anzügen, die sich richtig ins Zeug legen werden. Am Samstag zeigen sie eine selbst zusammengestellte Kür, am Sonntag stehen die Pflichtübungen auf dem Programm. Außerdem zeigt sich bei solchen Mannschaftswettkämpfen der Teamgeist ganz deutlich. Es lohnt sich also, mal in der Halle vorbeizuschauen.

Was macht denn den Reiz des Turnsports in Ihren Augen aus?

Klabunde: Turnen ist schwierig, ungemein kompliziert. Man muss seinen Körper beherrschen. Es ist eine Mischung aus Ballett, Kraft und Eleganz. Wäre es leicht, würde es Fußball heißen.

Was wünschen Sie sich persönlich für den Wettkampf?

Klabunde: Ich wünsche mir einen unfallfreien und reibungslosen Wettkampf. Am wichtigsten ist, dass nichts passiert und die Teilnehmerinnen alle Spaß haben. Der Sanitäter darf gerne beschäftigungslos bleiben.

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