Handball: Herren-Landesliga
Nico Horn – die starke Schulter der Ahlener SG

Ahlen -

Dass Felix Harbaum zum Drittliga-Team abkommandiert wurde, fällt bei der Ahlener SG 2 nicht ins Gewicht. Denn seither dreht Nico Horn regelrecht auf. Der Rechtsaußen hat eine rasante Entwicklung hingelegt.

Freitag, 02.03.2018, 05:03 Uhr

Auf sie mit Gebrüll: Wenn Nico Horn dieser Tage vor dem gegnerischen Gehäuse aufkreuzt, fackelt er nicht lange. Mit einer Wurfquote von 80 bis 90 Prozent avanciert er derzeit zum Toptorschützen bei der Ahlener SG 2.
Auf sie mit Gebrüll: Wenn Nico Horn dieser Tage vor dem gegnerischen Gehäuse aufkreuzt, fackelt er nicht lange. Mit einer Wurfquote von 80 bis 90 Prozent avanciert er derzeit zum Toptorschützen bei der Ahlener SG 2. Foto: Lars Gummich

Wenn in den vergangenen Jahren in der Handball-Landesliga nach einem Aufsteiger gefahndet wurde, war die Zweitvertretung der Ahlener SG regelmäßig außen vor. In dieser Saison aber ist sie drauf und dran, das miefige Mittelmaß hinter sich zu lassen und die lange ersehnte Rückkehr in die Verbandsliga zu schaffen. Mit 31:3 Punkten führt sie souverän die Tabelle an.

Aufgrund anhaltender Verletzungsprobleme im Drittliga-Kader allerdings muss mit Felix Harbaum seit Wochen ausgerechnet der Dirigent und Haupttorschütze aus dem Rückraum oben aushelfen. „Dadurch werden bei uns andere Schultern gesucht, die das übernehmen“, sagt Trainer Thorsten Szymanski .

Extrem starke Wurfquote

Die derzeit wohl wichtigste Schulter ist 45 Zentimeter breit und gehört Nico Horn . Seit Mittelmann Felix Harbaum in die erste Mannschaft aufgerückt ist, läuft der gebürtige Telgter zur Topform auf. An „schlechten“ Tagen liegt seine Wurfquote aktuell bei 80, an guten bei über 90 Prozent. „ Gegen Altenbögge-Bönen hat er uns den Hintern gerettet“, sagt Trainer Thorsten Szymanski. Elf Treffer steuerte Horn dem knappen, aber ungemein wertvollen 25:24-Sieg beim RSV Anfang Februar bei. Damit hatte er maßgeblichen Anteil daran, dass die Erfolgsserie der Ahlener ihre Fortsetzung fand.

„Wir spielen mittlerweile häufiger über Außen“, verrät Szymanski. Davon profitiert Horn – ebenso wie von seinem Fleiß. Als er vor zwei Jahren nach einer Saison in der A-Jugend-Bundesliga zu den Senioren aufrückte, war das für den Rechtsaußen eine gewaltige Umstellung.

„Die Härte im Spiel war deutlich größer. Wenn man das erste Mal einen vors Brett kriegt und auf dem Boden liegt, weiß man das. Aber man gewöhnt sich daran“, versichert Nico Horn. Inzwischen hat er selbst körperlich zugelegt.

Starke Physis ein Vorteil

Neben den drei regulären Trainingseinheiten geht es für Horn und Co. einmal wöchentlich auch in den Kraftraum. „Nico ist physisch viel stärker geworden“, lobt Trainer Szymanski. Aber nicht nur das Hantelschwingen hat die Muckis anschwellen lassen. „Durch die vielen Tore geht Nico auch mit breiter Brust voran. Er traut sich sehr viel zu“, hat Thorsten Szymanski erfreut registriert.

Dieser Entwicklungsschub ist auch in der Heimat nicht verborgen geblieben. Sein Ex-Verein TV Friesen Telgte, bei dem Horn bis zur B-Jugend ausgebildet wurde, hat kürzlich ausgelotet, ob er sich eine Rückkehr zum Landesligisten vorstellen könnte.

Doch Horn hat vorerst andere Pläne. Den Aufstieg darf niemand im Team explizit erwähnen – ansonsten droht eine Strafgebühr von zehn Euro für die Mannschaftskasse. Sollte es aber mit dem Sprung in die Verbandsliga klappen, „habe ich auch die Absicht, in Ahlen zu bleiben“. Zumal die Verantwortlichen der ASG ihm perspektivisch durchaus sogar noch deutlich mehr zutrauen. „Nico ist ein sehr kompletter Spieler. Er kann alle Wurfvarianten und hat alle Chancen, über kurz oder lang in der 3. Liga anzuklopfen“, prophezeit Thorsten Szymanski seinem Rechtsaußen eine verheißungsvolle Zukunft.

Eine Option im Rückraum

Ein weiteres Plus: Der angehende Kaufmann für Büromanagement ist flexibel einsetzbar, hilft auch schon mal im Rückraum aus. „Auch da sehe ich ihn als Option. Er darf sich aber ruhig noch öfter trauen, auch mal aus dem Rückraum zu werfen. Da fordere ich von ihm noch ein bisschen mehr“, sagt Thorsten Szymanski. Fürs Erste aber kann er sich voll und ganz auf die starke Schulter verlassen, die den Ausfall von Felix Harbaum momentan so gut kompensiert.

Von Verschleißerscheinungen aufgrund der Vielzahl an Schulterklopfern ist diese bislang übrigens verschont geblieben.

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