Triathlon-Kolumne: Der rasende Reporter
Zur Windmühle befördert

Ahlen -

Nur noch zweieinhalb Monate sind es bis zu seinem ersten Triathlon. Langsam bekommt unser Autor Cedric Gebhardt Muffensausen. Da hilft es wenig, dass ihn sein Trainer inzwischen mit einem Bauwerk und einem Fluggerät vergleicht.

Samstag, 02.06.2018, 08:00 Uhr

Seit fast fünf Monaten bereite ich mich auf meinen ersten Triathlon vor. Langsam kriege ich Panik. Die Zeit rennt. Und leider bin ich im Schwimmen noch immer nicht besonders schnell.

Immerhin bin ich mittlerweile von einer Hausfrau wahlweise zu einer Windmühle oder einem Hubschrauber befördert worden. Diesen Kraulstil bescheinigt mir jedenfalls mein Trainer Ralf Kläsener .

Also, ich finde Windmühlen haben etwas sehr Ästhetisches. Und Hubschrauber können ganz schön dynamisch sein. Doch unglücklicherweise sind es nicht diese beiden Attribute, die Ralf Kläsener mit mir und meiner Art des Schwimmens in Verbindung bringt. Was er vielmehr meint ist, dass ich die Gleitphase meist nicht abwarte und wie ein Propeller viel zu hektisch mit den Armen im Wasser rudere. Und so richtig vom Fleck kommt so eine Windmühle – Ästhetik hin oder her – ja dann auch nicht.

Atmung nach wie vor das große Defizit

Was mir nach wie vor am meisten Probleme bereitet, ist die Atmung. Es gibt Momente im Training, in denen bin ich vom Kopf her ganz ruhig und entspannt. Dann klappt es auch einigermaßen mit einem halbwegs guten Bewegungsablauf und der Koordination von Armen, Beinen und Atmung. Dann bewege ich mich zwar nicht sonderlich schnell, aber immerhin einigermaßen gleichmäßig im Wasser fort. Doch ich tendiere dazu, beim Luftschnappen den Kopf seitlich zu weit aus dem Wasser zu heben. Dadurch sinkt der Arm auf der anderen Seite zu tief ab und ich bremse mich selbst aus.

Außerdem steche ich beim Armzug nicht immer richtig ins Wasser ein. Das zieht eine Fehlerkette nach sich. In der Folge ist meine Wasserlage alles andere als optimal. Dadurch verpulvere ich wertvolle Energie und büße Geschwindigkeit ein. Bei einer Videoanalyse mit Ralf Kläsener wurden meine Defizite eindeutig erkennbar.

Das Tröstliche ist, dass die Bilder noch von Ende Januar stammen. Da war ich noch mehr Hausfrau als Surfbrett und noch nicht wie jetzt ein etwas flügellahmer Hubschrauber. Etwas besser geworden bin ich seither schon. Aber ob das für den Sassenberger Triathlon reicht?

Das „Floß“ sorgt für Erheiterung

Im Training haben wir derweil neue Übungen kennengelernt. Hunde- und Entenpaddeln sorgen ebenso wie die Partnerübung „Floß“, bei der ein Teilnehmer sich an den anderen heftet und der eine nur die Arm-, der andere nur die Beinbewegung macht, für Erheiterung auf Bahn eins, wo wir Anfänger uns tummeln.

Zum Autor

Cedric Gebhardt, Jahrgang 1985, ist Redakteur unserer Zeitung. Im August möchte er in Sassenberg sein Triathlon-Debüt geben. Bis dahin ist nicht mehr viel Zeit, aber noch viel zu tun. Das Schwimmen ist noch immer nicht seine Paradedisziplin, sondern weiterhin eine große Baustelle. Trost spenden ihm die Worte seines Teamkollegen Alexander Begemann. Der hielt unlängst fest: „Eine Baustelle ist besser als ein Schrottplatz.“ Auch wieder wahr. Damit lässt sich arbeiten.

...

Zusehends absolvieren wir auch immer größere Umfänge. Das schlaucht ganz schön, muss aber sein. Die 700 Meter im Feldmarksee machen sich ja nicht von alleine.

Vor ein paar Wochen habe ich sogar schon vom Wettkampf geträumt. In meinem Traum habe ich beim Schwimmen versehentlich einiges von der braunen Brühe im See geschluckt. Sie hat widerlich geschmeckt. Besser ich übe noch mal verstärkt, wie man korrekt atmet. Damit der Traum nicht Wirklichkeit wird. Die Zeit rast. Nur noch gut zweieinhalb Monate bis zum Wettkampf. Doch bevor ich einen Schluck aus dem Feldmarksee probiere, gönne ich mir vorher einen kräftigen Schluck Leistungsdruck.

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