Triathlon-Kolumne: Der rasende Reporter
Affe auf dem Schleifstein

Ahlen/Münster -

In Vorbereitung auf seinen ersten Triathlon hat sich Cedric Gebhardt professionelle Hilfe gesucht. Unser Autor hat einen Rennrad-Workshop für Anfänger mit Fabian Wegmann absolviert – neue Erkenntnisse inklusive.

Freitag, 22.06.2018, 05:00 Uhr

Auch wenn die Knautschzonen geschützt sind: einen zerknautschten Blick schließt das nicht aus...Unser Autor Cedric Gebhardt beim Einstellen des Helms mit Fabian Wegmann (links).
Auch wenn die Knautschzonen geschützt sind: einen zerknautschten Blick schließt das nicht aus...Unser Autor Cedric Gebhardt beim Einstellen des Helms mit Fabian Wegmann (links). Foto: Lars Gummich

Es hat lange gedauert. Zugegebenermaßen. Aber mittlerweile hat es auch bei mir klick gemacht. Nicht, dass hier Missverständnisse aufkommen. Es geht nicht um Begriffsstutzigkeit. Ich spreche von den Klickschuhen, die ich mir vor ein paar Wochen für mein Rennrad gekauft habe.

Das wurde auch Zeit. Denn bis zum Start beim Sassenberger Triathlon sind es nur noch rund sechs Wochen. Darum steige ich nun auch verstärkt aufs Velo. Wie beim Schwimmen ist auch hier eine gute Technik entscheidend. Deshalb habe ich kürzlich an einem Workshop für Anfänger mit Fabian Wegmann in Münster teilgenommen.

No-Gos beim Bike-Fitting

Mit 60 anderen Rookies, viele davon wollen beim Münsterland-Giro starten, habe ich mir bei drei Einheiten von Ex-Profi Wegmann und seinem Team die Grundlagen des Rennradfahrens in Theorie und Praxis vermitteln lassen. Für mich enorm wichtig ist die Erkenntnis, dass ich den richtigen Helm gewählt habe. Denn schon dabei kann man als Neuling viel falsch machen und damit seine Sicherheit gefährden. Dass der Mensch im Grunde nicht fürs Radfahren geschaffen ist, habe ich mir angesichts meiner Fähigkeiten bereits gedacht.

„Jeder kann Rennrad fahren“ – Workshop für Anfänger mit Fabian Wegmann

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Michael Killermann von der Firma GebioMized bestätigt diesen Befund allerdings und untermauert meinen subjektiven Eindruck mit Fakten. „Das Rennrad zwingt den Körper zu einer unnatürlichen Haltung“, erläutert er. Da das Rad zudem aus bis zu 30 Komponenten besteht, gibt es viel, was einer guten Technik zu- oder abträglich ist. Killermann nimmt meinen Drahtesel in einer Art Mini-Bikefitting unter die Lupe.

Dabei fallen ihm gleich mal ein paar No-Gos auf. Brems- und Schalthebel müssen weiter nach vorne gekippt, der Sattel muss mindestens einen Zentimeter höher eingestellt und neutral ausgerichtet werden. „In der jetzigen Einstellung sitzt du wie ein Affe auf dem Schleifstein“, sagt Killermann.

Ziel: Vollständige Symbiose mit dem Drahtesel

Ein Zustand, den ich spätestens bis zum Wettkampf beheben sollte, damit ich komfortabler unterwegs bin. Und ich muss auch dringend noch schneller werden. Im Training neige ich dazu, trotz flotter Zwischenpassagen immer wieder auf meine Wohlfühl-Geschwindigkeit zurückzufallen, die irgendwo im Bereich zwischen 23 und 25 km/h liegt.

Lernen vom Profi - Rennrad-Workshop für Anfänger mit Fabian Wegmann

Bevor ich mir die nötige Tempohärte durch Intervalltraining aneigne, empfiehlt mir Fabian Wegmann aber, in erster Linie die Umfänge stetig zu erweitern. Ich muss vor allem erst mal Kilometer machen. Dann – so versichert der Ex-Profi – stellen sich Fortschritte automatisch ein.

„Du musst eins werden mit deinem Rad“, sagt Wegmann. Vom Zustand der völligen Symbiose mit meinem Drahtesel bin ich aber noch ein, zwei Milchstraßen entfernt. Im Gegensatz zu Fabian Wegmann, der beim Workshop souverän und geschmeidig jedes Hindernis umfährt oder einfach darüber hüpft.

Wie ein Slalomfahrer mit falsch montierten Skiern

Ich hingegen wirke beim Umkurven der Pylonen so wie ein Slalomfahrer, der seine Skier falsch montiert hat. Mindestens genauso knifflig ist es, einfach nur auf einer vorgegebenen Linie im Kreis zu fahren. Was simpel klingt, wirkt bei mir unrund und führt zu einer eher elliptischen Interpretation der Aufgabe.

Zum Autor

Cedric Gebhardt ist Sportredakteur unserer Zeitung. Wenn er nicht im Bürostuhl sitzt, sitzt er (mehr oder weniger) fest im Sattel. Hindernisse kann er mit seinem Rennrad noch immer nicht überspringen, aber dann und wann zumindest umfahren. Das hat er im Workshop gelernt. Im August absolviert er in Sassenberg seinen ersten Triathlon. Im Rahmen seiner Kolumne berichtet er von seiner Vorbereitung auf den Wettkampf.

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Um unvorhergesehene Situationen im Trainingsalltag zu meistern und zum Beispiel ein kleines Schlagloch oder eine Bordsteinkante zu überwinden, gilt es beim Workshop auch, ein Brett oder ein Stöcken durch gezieltes Anlupfen von Vorder- und Hinterrad zu überspringen. Nach einigen Versuchen gelingt mir das zumindest mit dem Vorderrand. Mit dem Hinterrad reiße ich die Hürde wie ein schlechter Springreiter.

„Wir haben extra eine Tartanbahn als Untergrund gewählt. Dann tut es nicht so weh, wenn ihr hinfallt“, sagt Fabian Wegmann vorausschauend. Doch ich bleibe immer fest im Sattel. Mein Renn(rad)pferd wirft mich zum Glück nicht ab. Ich stürze nicht. Dafür stürze ich mich ab jetzt auf die finale Phase meiner Vorbereitung.

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