Schrank versus Yilmaz
In der Sackgasse

Nach nicht mal neunmonatiger Amtszeit ist das Wirken von Michael Schrank bei Rot-Weiß Ahlen auch schon wieder beendet.

Mittwoch, 12.09.2018, 16:04 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 12.09.2018, 16:04 Uhr

Es war im April – also Stand jetzt nach etwa der Hälfte seiner Amtszeit (was damals natürlich noch niemand wissen konnte) – da sagte Michael Schrank in einem Gespräch sehr viel Grundsätzliches über seine Vorstellungen vom gelungenen Spiel. „Meine Philosophie ist Flexibilität“, sagte Schrank, der sich nicht auf eine taktische Grundausrichtung festnageln lassen wollte.

Eine Philosophie könne man sich als Mannschaft erarbeiten, ein System finde sich dagegen immer erst auf dem Platz. 4-4-2 – das sei zunächst mal einfach eine Raumaufteilung. Jede Taktik fange dagegen im Eins-gegen-Eins-Duell an.

Der Fußball sei auch kein Schachspiel, bei dem man den Gegner durch Taktik lenken könne. Dafür sei der Fußball viel zu unberechenbar. Es gebe zu viele verschiedene Charaktere, die mitunter jede Woche andere Entscheidungen träfen. Davon konnte sich Schrank bald selbst überzeugen.

Guter Fußball sei dagegen wie vorausschauendes Autofahren. Er basiere darauf, Situationen rechtzeitig zu erkennen – und entsprechend zu handeln. Mit Cihan Yilmaz hatte in den vergangenen Monaten wohl teamintern ein immer größerer Antipode Stellung bezogen. Mit ihm wuchs ein echtes Autoritätsproblem. Schrank mag geahnt haben, wohin dies führen könnte. Allein, er konnte es nicht verhindern oder den Konflikt auflösen. Dadurch ist ausgerechnet er, der vorausschauende Coach, in eine Sackgasse geraten. Insofern ist sein Rücktritt vor allem eines: konsequent.

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