Fußball: Oberliga Westfalen
RW Ahlen: Mit einem Taktik-Crashkurs zu den Sportfreunden Siegen

Ahlen -

Fünf Tage nach dem Rücktritt von Michael Schrank geht es für RW Ahlen zu den Sportfreunden Siegen. Interimstrainer Angelo Daut hat versucht, in dieser kurzen Zeit seine Ideen zu vermitteln – und er hat ein paar Ansätze gefunden.

Donnerstag, 20.09.2018, 13:34 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 15.09.2018, 05:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Donnerstag, 20.09.2018, 13:34 Uhr
Peter Rios (rechts) und seine Teamkollegen von RW Ahlen haben in Siegen die Gelegenheit, sich für den verkorksten Auftritt gegen Schermbeck zu rehabilitieren.
Peter Rios (rechts) und seine Teamkollegen von RW Ahlen haben in Siegen die Gelegenheit, sich für den verkorksten Auftritt gegen Schermbeck zu rehabilitieren. Foto: Lars Gummich

Turbulente Tage liegen hinter Rot-Weiß Ahlen. Erst das kollektive Versagen beim 1:3 gegen den SV Schermbeck . Zwei Tage darauf der Rücktritt von Trainer Michael Schrank , in dessen Folge Fußball-Abteilungsleiter Angelo Daut vorübergehend den Übungsleiterposten übernommen hat, bis ein geeigneter Nachfolger gefunden ist.

Am Sonntag (15 Uhr) steht der 37-Jährige im Auswärtsspiel bei den Sportfreunden Siegen nun vor seiner Premiere als Interimstrainer. Drei Einheiten hatte er Zeit, den Spielern seine Ideen zu vermitteln.

Gegentor-Schnitt senken

„Ich kann nicht zaubern, das ist klar. Aber es gab ein paar Dinge, die mir aufgefallen sind und bei denen wir in diesem einwöchigen Crashkurs angesetzt haben“, sagt Angelo Daut . In erster Linie ging es ihm dabei um die Vermittlung wichtiger Grundlagen, „um den Gegentor-Schnitt zu senken“. Denn zehn Gegentreffer in fünf Partien sind nach seinem Geschmack eindeutig zu viel.

Die Duell-Bilanz beider Teams.

Die Duell-Bilanz beider Teams.

Breiten Raum im Übungsbetrieb nahmen daher die Bausteine Zweikampfführung, Verhalten in der Viererkette und davor sowie räumliches Verschieben ein. Die Rot-Weißen sollen den Korridor für die Bemühungen der Siegener möglichst schmal halten. „Es geht darum, hinten stabiler zu stehen. Ich hoffe, die Jungs wissen nun ein bisschen genauer, wie das geht“, so Daut. Entscheidend sei eine bessere Balance innerhalb des eigenen Spiels. Die Ausflüge nach vorne sollen nicht gleich eine Flut nach hinten auslösen.

Weniger Komplexität

„Wir möchten insgesamt etwas einfacher spielen, Dinge nicht zu kompliziert angehen. Es wäre toll, wenn wir zu Null spielen würden. Das geht aber nur, wenn wir uns das gemeinsam erarbeiten“, bekräftigt der Interimscoach.

Für eine tiefgehende Analyse des Gegners blieb derweil nicht viel Zeit. Immerhin die letzten zwei Begegnungen nahm Daut unter die Lupe. „Ich möchte Siegen jetzt nicht in den Himmel loben, aber es ist eine junge, wilde Horde – die geben Vollgas. Da werden wir was zu tun kriegen“, glaubt er. Nicht umsonst sind die Sportfreunde als einziges Team der gesamten Oberliga noch ungeschlagen. Gleichwohl glaubt Daut auch an die eigene Schlagkraft. „Wir haben es selbst in der Hand, ein gutes Spiel abzuliefern“, unterstreicht der RWA-Interimstrainer.

Personelle Optionen gehen aus

Dass seine personellen Optionen weitgehend limitiert sind, nimmt er zur Kenntnis, beklagt den geringen Spielraum aber nicht. Am Sonntag fehlen Rene Lindner (Sperre), Sebastian Stroemer (beruflich verhindert), Marko Onucka (private Gründe), Justin Mingo (grippaler Infekt), Kim Völkel (Muskelfaserriss), Rene Grabowski (Wadenbeschwerden) und Marco Fiore (muskuläre Probleme). Die erste Elf stellt sich damit fast von allein auf. Angelo Daut geht damit aber gelassen um: „Jetzt können sich die zeigen, die bisher nicht so zum Zug gekommen sind. Im Training haben die Jungs gezeigt, dass sie willig sind.“

Neben dem regulären Job als Lehrer und neben seiner Arbeit als Teilzeit-Übungsleiter ist Daut derzeit auch noch in die Trainersuche eingebunden. „Wir haben ein erstes Anforderungsprofil für geeignete Kandidaten erstellt und müssen Gespräche führen“, so Daut. Zwar möchte der Oberligist schnellstmöglich einen neuen Trainer präsentieren, aber „Es geht nicht darum, es schnell zu machen, sondern es richtig zu machen.“

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