Handball: 3. Liga West
Ahlener SG zwingt TuS Spenge in die Knie

Ahlen -

Was für ein Abnutzungskampf. Die Ahlener SG und TuS Spenge boten extrem intensiven Handball. Eine Grenzerfahrung war auch der letzte Moment des Spiels, der die Entscheidung brachte.

Sonntag, 16.09.2018, 17:02 Uhr
Veröffentlicht: Sonntag, 16.09.2018, 15:42 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Sonntag, 16.09.2018, 17:02 Uhr
Stabile Seitenlage: Björn Wiegers und die Ahlener SG gerieten zehn Minuten lang aus dem Tritt, kämpften sich aber bravourös in die Partie zurück und zwangen TuS Spenge letztlich in die Knie.
Stabile Seitenlage: Björn Wiegers und die Ahlener SG gerieten zehn Minuten lang aus dem Tritt, kämpften sich aber bravourös in die Partie zurück und zwangen TuS Spenge letztlich in die Knie. Foto: René Penno

Als es zum finalen Showdown einer ohnehin schon extrem nervenaufreibenden und intensiven Begegnung kam, folgte Andreas Tesch dem Rat seines Mitspielers Ferdi Hümmecke.

„Guck lieber nicht hin, Andi“, hatte der Kreisläufer empfohlen. Der Torhüter der Ahlener SG tat wie ihm geheißen. Er kniete sich mit dem Rücken zum Geschehen auf den Boden. Tesch den Kopf zu Boden gesenkt, als Dimitry Stukalin beim Stand von 23:23 zum entscheidenden Siebenmeter antrat. Die Uhr zeigte bereits 60:00 Minuten. Es würde die letzte Aktion der Begegnung sein.

Der Tunnelblick

Nach einem Foul an Björn Wiegers hatte Stukalin und damit die ASG mit einem letzten Nadelstich die Möglichkeit, aus einem Zähler zwei zu machen. „In solchen Momenten blende ich alles aus, denke nur an mein Ding“, bekannte Stukalin – und hämmerte den Ball für TuS-Keeper Bastian Räber unhaltbar zum 24:23 (13:12)-Sieg ins Tor.

Handball 3. Liga West: Ahlener SG – TuS Spenge 24:23

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  • Handball 3. Liga West: Ahlener SG – TuS Spenge 24:23 Foto: René Penno
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Damit schloss sich der Kreis, denn es war auch Stukalin, der vier Sekunden vor der Pause zum 13:12 das letzte Ausrufezeichen einer unterhaltsamen ersten Hälfte gesetzt hatte. „Es war ein Kampfspiel von beiden Seiten. Ein Unentschieden wäre auch gerecht gewesen“, gestand Stukalin. In der Tat boten beide Seiten einen packenden, hochintensiven Handball-Abend, bei dem die Deckungsverbunde im Fokus standen. Das 3:1 (6.) der Hausherren zu Beginn war der größte Vorsprung, den sich eines der beiden Teams in den ersten 30 Minuten überhaupt erarbeiten konnte.

Duell der Brüder

Sowohl die ASG als auch der TuS waren grell und wurden jeweils durch lautstarke Unterstützung von den Rängen nach vorne gepeitscht. Spenges Kreisläufer Oliver Tesch, Bruder des ASG-Torwarts, war spürbar motiviert und markierte insgesamt drei Treffer. Beim 4:5 (15.) schnibbelte er seinem Geschwisterchen den Ball durch die Beine und freute sich hernach diebisch.

„Ich habe es ihm gegönnt. Aber heute haben wir das Spiel gewonnen“, sagte Andreas Tesch stolz. Über 6:6 (18.) und 10:10 (25.) neutralisierten sich beide Mannschaften vehement. Zur Pause lag die ASG mit 13:12 dank eines Stukalin-Treffers vorne. Als Mattes Rogowski im Gegenzug mit dem Fuß den Ball vor dem leeren Tor klärte, reagierten die mitgereisten TuS-Fans empört. Doch die Aktion des Ahleners Mittelmannes blieb folgenlos, da bereits die Sirene zur Pause gebeten hatte.

Zehnminütiger Leerlauf

Im zweiten Durchgang machten beide Teams keine Anstalten, auch nur einen Millimeter von der bisherigen Linie abzurücken. Björn Wiegers besorgte per sehenswertem Rückwärts-Heber das 15:13 (34.) und seine Farben verteidigten ihren Vorsprung bis zum 19:16 (42.).

Dann leistete sich die ASG einen rund zehnminütigen Leerlauf. Das nutzte Spenge, um selbst mit Vier-Tore-Lauf zum 19:20 in der 52. Minute die Führung zu übernehmen. „Da hatten wir ein kleines Tief, die Konzentration hatte nachgelassen“, urteilte Dimitry Stukalin.

Stukalin bricht den Bann

Eine Phase, die für die Ahlener tödlich hätte sein können. Doch sie kämpften sich umso beeindruckender zurück. Natürlich war es erneut Stukalin, der mit dem 20:20 (52.) den Bann aufhob. Dann waren es wieder die Gäste, die bis auf 21:23 wegzogen, ehe Kevin Wiegers und Philipp Lemke für den verdienten Ausgleich sorgten.

Acht Sekunden blieben für den letzten ASG-Angriff, der im Siebenmeter von Stukalin mündete. Andreas Tesch kniet sich hin, Stukalin wirft, trifft, beide reißen die Arme hoch. Geschafft.

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