Fußball: Oberliga Westfalen
Der eine Fehler zu viel: Wie RW Ahlen dem TuS Haltern unterlag

Ahlen -

Der Wutausbruch war nur zu verständlich: Sebastian Mützel schimpfte bei seiner Auswechslung wie ein Rohrspatz. Aber nicht etwa, weil ihn RWA-Trainer Christian Britscho in der 83. Minute vom Platz genommen hatte. Nein, er schimpfte, weil er sich schlicht über den Spielstand und den einen Fehler zu viel ärgerte, den seine Mannschaft gegen Haltern gemacht hatte.

Sonntag, 02.12.2018, 18:44 Uhr aktualisiert: 03.12.2018, 09:39 Uhr
Komplett auf Augenhöhe waren nicht nur Halterns Luca Steinfeldt (l.) und Ahlens Giuliano Nieddu in dieser Szene, sondern auch die beiden Mannschaften. Mit einer Ausnahme: Die Rot-Weißen hatten sich mindestens einen Fehler zu viel geleistet.
Komplett auf Augenhöhe waren nicht nur Halterns Luca Steinfeldt (l.) und Ahlens Giuliano Nieddu in dieser Szene, sondern auch die beiden Mannschaften. Mit einer Ausnahme: Die Rot-Weißen hatten sich mindestens einen Fehler zu viel geleistet. Foto: Marc Kreisel

Eine Viertelstunde zuvor hatten sich die Ahlener Oberliga-Fußballer zum zweiten Mal mühsam zurückgekämpft in die Partie, hatten per Foulelfmeter das 2:2 gegen den TuS Haltern geschossen und wähnten sich nun, weil es auch noch eine Rote Karte gegen Halterns Bennet Eickhoff gab, endlich am Drücker. Doch was passierte als Nächstes? Sie fingen sich den nächsten Nackenschlag. TuS-Verteidiger Tim Forsmann brachte die in Unterzahl agierende Niemöller-Elf erneut in Führung, zum dritten und letzten Mal.

2:3 (1:1) hieß es aus Ahlener Sicht am Ende einer Partie, in dem der Tabellensiebte dem Dritten spielerisch ebenbürtig war, in dem sich RWA aber zu viele Fehler leistete, um erfolgreich zu sein. Der Grund für Mützels kurzen Wutausbruch.

Kurz nach Abpfiff hatte sich der Offensive wieder gefasst, sprach höflich und nett wie immer, machte aber aus der Enttäuschung keinen Hehl: „Wenn du drei kriegst, wird es immer schwierig zu gewinnen. Erst recht gegen einen so starken Gegner“, sprach Mützel. Und ergänzte: „Zwei der Gegentore waren absolut vermeidbar.“ Für ihn war das deshalb so ärgerlich, weil er „vielleicht die beste erste Hälfte von uns in der Saison“ gesehen hatte.

Fußball-Oberliga: Rot-Weiß Ahlen - TuS Haltern

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TuS-Coach: „Eine der besten Mannschaften, die gegen uns gespielt haben“

Das war vielleicht etwas zu viel des Guten. Als Kronzeugen für seine Sicht hätte Mützel aber ausgerechnet TuS-Trainer Magnus Niemöller anführen können. Der nämlich lobte die Ahlener hinterher in höchsten Tönen, sprach von „einer der besten Mannschaften, die bisher gegen uns gespielt haben“ und davon, dass seine Elf schon zur Pause mächtig ins Pumpen gekommen war ob des Ahlener Tempos. „Ich war eigentlich sicher, dass ihr das nie und nimmer durchhaltet. Aber ich lag falsch.“

Temporeich war die Partie auf jeden Fall, besonders in der ersten Hälfte. Sowohl RWA als auch Haltern waren um frühes Pressing und schnelles Umschalten bemüht. Das klappte sogar etwas zu gut. Denn weil im gefährlichen Bereich immer auch gleich ein Gegenspieler zur Stelle war, waren echte Chancen zunächst Mangelware. In der 34. traf dann aber Halterns Stefan Oerterer zum 0:1. Es war das am wenigsten vermeidbare Gegentor.

Lange blieb es bei der TuS-Fürung aber nicht. Denn in der 41. Minute schlug Andre Witt eine Flanke fast von der Höhe der Trainerbank vors Tor und genau in den Fuß von Cihan Yilmaz. Mit dem leistungsgerechten 1:1 ging es in die Kabine.

RWA läuft gleich nach Wiederanpfiff erneut Rückstand hinterher

Die zweite Hälfte begann wieder schlecht für die Hausherren: Diesmal stand Halterns Neuner Luca Steinfeldt goldrichtig, als ihn ein mustergültiger Querpass an den Elfmeter-Punkt erreichte und er zum 1:2 (47.) einnetzte. Der Pass aber hätte längst verhindert werden müssen.

In der 68. Minute der vermeintliche Wendepunkt: Marko Onucka tauchte frei vor Rafael Hester auf und wurde von Bennet Eickhoff getroffen. Schiedsrichter Timo Ganslweit zögerte nicht, zeigte auf den Punkt und gab Eickhoff auch noch Rot. Den fälligen Foulelfmeter verwandelte Cihan Yilmaz zum 2:2 für RWA.

Der Ausgleich und nun in Überzahl: Da musste jetzt aber was gehen?! Tat es nicht. Ganz im Gegenteil: Nur drei Minuten später wurde Halterns Tim Forsmann im Strafraum von gleich zwei Ahlenern gestellt, aber nicht angegriffen, hielt im strömenden Regen einfach mal aufs kurze Eck und traf zum 2:3. Das war der berühmte eine Fehler zu viel gewesen, den sich die Hausherren da geleistet hatten.

Die letzten 20 Minuten versuchten die Rot-Weißen noch sehr viel, erarbeiteten sich auch etliche gute Chancen, erzielten aber gegen stark und mit Mann und Maus verteidigende Halterner kein Tor mehr.

Christian Britscho: „Fühlt sich brutal mies an“

„Das fühlt sich jetzt brutal mies an“, fand RWA-Coach Christian Britscho. „Aber nur, was das Ergebnis angeht. Mit der Art und Weise, wie wir gespielt haben, bin ich sehr zufrieden“, sagte er. Natürlich meinte auch er damit vor allem das Kämpferische und nicht die vermeidbaren Fehler, die seiner Mannschaft einen bis drei Punkte gekostet hatten. „Ein cooles Spiel mit uncoolem Ausgang“, so Britscho.

Den kompletten Spielbericht gibt es hier .

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