Fußball: Oberliga Westfalen
Angehörige der Mittelschicht: RW Ahlen erwartet den TuS Erndtebrück

Ahlen -

Sieben Plätze in der Tabelle trennen RW Ahlen und den TuS Erndtebrück. In Wirklichkeit aber ist der Abstand zwischen beiden Clubs längst nicht so groß. Deshalb unterscheidet Trainer Christian Britscho zwischen Schein und Sein.

Freitag, 22.02.2019, 16:12 Uhr
Zuletzt wegen Knöchelproblemen außen vor, nun gegen den TuS Erndtebrück wieder einsatzbereit: Sebastian Mützel. Der Mittelfeldspieler und RW Ahlen möchten ihren Status Quo mit Tabellenplatz sechs in den nächsten Wochen mindestens zementieren.
Zuletzt wegen Knöchelproblemen außen vor, nun gegen den TuS Erndtebrück wieder einsatzbereit: Sebastian Mützel. Der Mittelfeldspieler und RW Ahlen möchten ihren Status Quo mit Tabellenplatz sechs in den nächsten Wochen mindestens zementieren. Foto: Lars Gummich

Zwischen Sahneschicht und Rotlichtviertel der Oberliga klafft eine gewaltige Lücke – einerseits. Tabellenführer Schalke (52) und Schlusslicht Gütersloh (14) trennen 38 Punkte. Andererseits existiert eine ganz breite Mittelschicht. Die beginnt bei RW Ahlen , das derzeit mit 24 Zählern auf Rang sechs Best of the Rest ist, und endet mit Eintracht Rheine, das nur fünf Zähler weniger auf der Habenseite hat, aber schon auf Rang 16 liegt.

„Ich möchte keine Schwarzmalerei betreiben, aber es geht ganz, ganz eng zu und das wird auch so bleiben. Das ist sehr gefährlich. Für alle Mannschaften ab uns geht es darum, erstens den Abstieg zu verhindern und im zweiten Schritt eine möglichst gute Platzierung zu erreichen“, sagt RWA-Coach Christian Britscho .

Scharfe Sinne – harte Arbeit

Den Status Quo – Platz sechs – zu zementieren, wäre daher schon eine große Leistung. „Dafür müssen wir unsere Arbeit erledigen. Wir müssen punkten, punkten, punkten – und dann schauen, was passiert“, sagt der Trainer. Am Sonntag empfängt er mit seiner Mannschaft den 13. TuS Erndtebrück. Der ist zwar sieben Plätze, aber eben nur zwei Punkte entfernt – und das auch nur, weil er zuletzt (überraschend) mit 0:1 gegen den Tabellenletzten Gütersloh verlor.

Die Duell-Bilanz beider Clubs.

Die Duell-Bilanz beider Clubs.

Dementsprechend ist Christian Britscho daran gelegen, seinen Spielern, aber auch dem Umfeld die Sinne zu schärfen für den Unterschied zwischen Schein und Sein. Und was üblicherweise ausschließlich wie eine berühmte Fußball-Floskel klingt, erscheint in diesem Fall tatsächlich ratsam: Von Spiel zu Spiel schauen und nach und nach die eigenen Aufgaben erledigen. Damit dürften sie in den nächsten Wochen an der August-Kirchner-Straße gut fahren.

Kein Hauruck – viel Geduld

Nun also widmen sich die Ahlener dem TuS Erndtebrück. Ein Gegner, dem Christian Britscho „einen sehr gepflegten Spielaufbau“ attestiert. „Die spielen keinen Hauruck-Fußball nach vorne“, hat seine Analyse ergeben. Erndtebrück verfolge in der Regel sehr geduldig zwei Angriffsszenarien – eine unter Einbindung der Sturmspitze, die andere bevorzugt über die linke Außenbahn. Die Rot-Weißen wollen den Inszenierungen des Kontrahenten auf ihre Weise begegnen. Dabei dürfen sie ihrem Vortrag nach Ansicht ihres Trainers auch gerne noch die nötige Effektivität beimischen, die ihnen beim 1:1 gegen die TSG Sprockhövel zuletzt abging.

Dass die Ahlener offensiv zu weniger Abschlüssen kamen, dürfte auch auf das Fehlen von Cihan Yilmaz (Sehnenentzündung), Sebastian Mützel (Knöchel) und Marko Onucka zurückzuführen sein. Bei Angreifer Onucka, der im Testspiel gegen Wiedenbrück mit Beschwerden ausgewechselt werden musste, haben die bisherigen Untersuchungen noch keine genaue Diagnose ergeben. „Leiste, Schambein, Bauchmuskulatur – die Symptome sprechen für mehrere Ursachen“, sagt Britscho. Am Dienstag soll ein MRT Gewissheit bringen.

Lohn für Fuhsys Mühen?

Onucka, mit neun Treffern gemeinsam mit Cihan Yilmaz der RWA-Haupttorschütze, wird also noch weiter fehlen. Zuletzt machte dessen Stellvertreter Martin Fuhsy allerdings einen richtig guten Job. „Martin hat in Sprockhövel mega stark gearbeitet, viele Räume zugelaufen. Ich würde es ihm gönnen, dass er sich für seine harte Arbeit mit einem Tor belohnt“, sagt Christian Britscho.

Neu besetzen muss er auch eine Planstelle in der Viererkette, da Rechtsverteidiger Justin Perschmann am Sonntag wegen seiner fünften Gelben Karte aussetzen muss. Dafür könnten laut Britscho zum Beispiel André Witt oder Enes Güney einspringen.

Auch Marco Fiore ist noch immer nicht im Vollbesitz seiner Kräfte. Wegen der Entfernung dreier Weisheitszähne verpasste der italienische Mittelfeldspieler drei Wochen Vorbereitungszeit und hat aktuell noch „einen gewissen Rückstand“. In einigen Wochen soll Fiore aber wieder bei 100 Prozent sein und seinem Team dabei helfen, dass Tabellenbild zu entzerren und sich mit RWA oben festzusetzen.    

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6410809?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F57550%2F
Protest gegen Thilo Sarrazin
Vor der Hiltruper Stadthalle wird gegen den Auftritt von Thilo Sarrazin demonstriert.
Nachrichten-Ticker