Handball: 3. Liga West
Weniger Spezialisten gefragt: Ahlener SG richtet sich personell neu aus

Ahlen -

Die Ahlener SG hat nach ihrem frühzeitigen Klassenerhalt endgültig Planungssicherheit. Thomas Lammers bastelt weiter am Kader für die neue Saison – und verrät, wie sich der Drittligist künftig aufstellen möchte.

Dienstag, 12.03.2019, 05:00 Uhr aktualisiert: 13.03.2019, 14:26 Uhr
Seit elf Jahren Leistungsträger und eine Institution bei der Ahlener SG: Mattes Rogowski. Der 32-Jährige ist Kapitän und erfolgreichster Torschütze des Drittligisten. Die Vertragsverlängerung mit dem Mittelmann dürfte zeitnah erfolgen.
Seit elf Jahren Leistungsträger und eine Institution bei der Ahlener SG: Mattes Rogowski. Der 32-Jährige ist Kapitän und erfolgreichster Torschütze des Drittligisten. Die Vertragsverlängerung mit dem Mittelmann dürfte zeitnah erfolgen. Foto: René Penno

Mattes Rogowski zählt bei der Ahlener SG zum festen Inventar. Der 32-Jährige ist dort mittlerweile im elften Jahr angestellt, hat mit ihr seit 2008 alle Höhen und Tiefen erlebt. Darüber hinaus ist Rogowski Kapitän und in dieser Saison mit Abstand Haupttorschütze des Drittligisten. Der Blondschopf steht am Schaltpult des Ahlener Spiels, ist das Hirn der Mannschaft. Sein Urteil hat also durchaus Gewicht.

Dieser Mattes Rogowski befand nach dem 28:24-Sieg gegen die SG VTB/Altjührden jüngst, dies sei „die beste Saison seit acht Jahren“, die die ASG abliefere. Sieben Spieltage vor Saisonende hat sie den Klassenerhalt in der 3. Liga klar gemacht – so früh wie nie zuvor. In Bedrängnis ist sie in den Monaten zuvor kein einziges Mal geraten. Den Abstiegskampf überließ sie der Konkurrenz. Lieber widmet sie sich dem gehobenen Mittelmaß.

Zwei Persönlichkeiten gehen

„Wir haben zwar viele Verletzte, aber wir können das als Mannschaft super kompensieren. Das ist unsere Stärke. Es gibt immer andere, die bei uns gut spielen. Das macht uns für die Gegner schwer berechenbar. Man weiß höchstens, dass wir eine überragende Abwehr stellen“, sagt Rogowski selbstbewusst.

Zur neuen Saison wird sich das Personaltableau gegenüber dieser Spielzeit aber so stark verändern wie in den vergangenen Jahren nicht. Mit Björn Wiegers fehlt künftig ein echter Haudegen am Kreis und auch im Rückraum wird sich die Ahlener SG neu sortieren. „Mit Kai Bekston und Dima Stukalin verlieren wir zwei Persönlichkeiten, die wichtig sind für den Charakter der Mannschaft“, sagt Rogowski.

Zweitbester Zuschauerschnitt

Er selbst dürfte im Sommer in sein zwölftes Jahr bei der ASG gehen. Die Vertragsverlängerung des Mittelmanns steht ebenso wie die des Halbrechten Philipp Lemke noch aus, dürfte aber zeitnah erfolgen. Die Kaderplanung ist weit fortgeschritten – was auch an den stabilen Ergebnissen liegt, die die Mannschaft von Sascha Bertow liefert.

„Der Verein hat im März schon Planungssicherheit, das ist top. Damit erleichtern wir den Verantwortlichen die Arbeit“, weiß Mattes Rogowski. In der Tat kann Thomas Lammers als Sportlicher Leiter in Gesprächen mit möglichen Kandidaten mit der Perspektive werben, dass auch 2020 in Ahlen wieder Drittliga-Handball geboten wird. Das goutiert auch das Publikum. Nach aktuellem Stand der Website „Handballworld.com“ hat die Ahlener SG ligaweit mit 673 Zuschauern den besten Zuschauerschnitt nach der HSG Krefeld (774 Besucher pro Spiel).

Linksaußen und zwei Halbe gesucht

Auch das kann Thomas Lammers bei Vertragsgesprächen ins Feld führen. Mit einem Linksaußen ist sich der Verein weitgehend einig. Er soll nach Möglichkeit noch in dieser Woche vorgestellt werden. Darüber hinaus fahndet die ASG im Rückraum nach jeweils einem Spieler für die beiden Halbpositionen. „Auf Halbrechts suchen wir einen jungen Spieler, der uns weiterbringt. Und auf Halblinks möchten wir uns umorientieren“, verrät Lammers.

Die ASG möchte künftig weniger Spezialisten, sondern bevorzugt variablere Spielertypen. Unter anderem damit der Abwehr-Angriff-Wechsel wegfällt und das Spiel an Tempo und Dynamik gewinnt. Auf Halblinks hätte sie gerne einen echten Shooter. „Einer, der gegen eine stabile 6:0-Abwehr richtig flackt. Der kriegt den Ball, hoch und dann Rakete“, sagt Lammers. Eben ein Spieler, wie er selbst einer war. Ob David Wiencek der ASG erhalten bleibt, ist derweil fraglich. „Er kommt super an im Team“, versichert der Sportliche Leiter.

„Wir hoffen auf eine Entscheidung in den nächsten zwei Wochen“, sagt Lammers. Diese hängt von zwei Variablen ab. Erstens: Möchte Wiencek überhaupt bleiben? Und falls ja – zweitens: Werden sich beide Seiten finanziell einig?

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