Fußball: Oberliga Westfalen
Gute Moderationskunst gefragt: RW Ahlen empfängt ASC 09 Dortmund

Ahlen -

Am Mittwoch erwartet RW Ahlen den ASC 09 Dortmund im Wersestadion. Parallel dazu läuft die Kaderplanung auf Hochtouren. Im Sommer könnte es zur Trennung von bisherigen Leistungsträgern kommen.

Mittwoch, 10.04.2019, 05:00 Uhr aktualisiert: 12.04.2019, 15:09 Uhr
Weiterhin Antreiber oder künftiges Auslaufmodell? Cihan Yilmaz’ (links) Zukunft bei RW Ahlen ist noch ungeklärt. Fest steht: Der Oberligist möchte den Kader für die neue Saison deutlich verjüngen.
Weiterhin Antreiber oder künftiges Auslaufmodell? Cihan Yilmaz’ (links) Zukunft bei RW Ahlen ist noch ungeklärt. Fest steht: Der Oberligist möchte den Kader für die neue Saison deutlich verjüngen. Foto: Marc Kreisel

Schon vor Wochen hat Christian Britscho vor einem verzerrten Tabellenbild in der Oberliga gewarnt. Da stand Rot-Weiß Ahlen mit einem Platz in der oberen Hälfte vermeintlich gut da. Das Punktepolster zur Gefahrenzone aber war ein trügerisch dünnes. Genauso sieht es auch jetzt aus. Vier Punkte aus den letzten drei Spielen entsprachen nicht den Idealvorstellungen, hieven RWA aber vorerst auf Rang acht – mit sieben Zählern Abstand auf den ersten Abstiegsplatz.

Das ist die Ausgangslage vor dem Heimspiel am Mittwochabend (19.30 Uhr) gegen den ASC 09 Dortmund. „Wir haben aus den letzten beiden Spielen vier Zähler geholt. Aber wir sind gut beraten, weiter zu punkten. Neun brauchen wir bestimmt noch“, sagt Joachim Krug . Der Sportliche Leiter ergänzt: „Ich hätte nie und nimmer geglaubt, dass wir mit diesem Kader in Abstiegsnöte geraten würden. Ich hoffe, dass wir mit einem runderneuerten Kader in der nächsten Saison dann wieder eine bessere Rolle spielen.“

Mögliche Trennung von Routiniers im Sommer

Daher wird es in diesem Sommer wohl einen Schnitt beim Oberligisten geben. Nach Informationen unserer Zeitung möchte der Verein die Mannschaft verjüngen und sich möglicherweise von Routiniers wie Cihan Yilmaz , Mehmet Kara und Sebastian Mützel trennen. Definitiv gehen wird Marco Fiore. Er widmet sich ab Sommer seiner beruflichen Laufbahn. Die bisherigen Vertragsverlängerungen und Transfers weisen klar auf einen angestrebten Verjüngungsprozess hin.

Noch aber benötigen die Ahlener die Dienste ihrer vermeintlichen „Auslaufmodelle“. Mützel, Fiore, Kara und Yilmaz zählen zu den tragenden Säulen und können – in Topform – den Unterschied ausmachen. Sie vor dem Hintergrund einer möglichen Trennung zu motivieren und diesen Spagat geschickt zu moderieren, dürfte momentan zu den kniffligsten Aufgaben von Christian Britscho zählen.

Mehr Stallgeruch und deutlich jünger soll neuer Kader sein

„Wir unterliegen einem drastischen Sparzwang. Die Zuschauereinnahmen sind nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben. Das verschafft uns ein dickes Loch in der Kasse. Eine eventuelle Nichtweiterverpflichtung dieser Spieler hätte also primär finanzielle und weniger sportliche Gründe“, so Krug.

Er befinde sich in Gesprächen mit Yilmaz, Kara und Mützel. „Vielleicht sind sie ja bereit, auch Einbußen hinzunehmen. Denn klar ist, wir können nächste Saison nicht nur eine Greenhorn-Truppe aufbieten und brauchen auch erfahrene Leute“, sagt Krug.

Dass der künftige Kader deutlich mehr Lokalkolorit und dafür einen geringeren Altersdurchschnitt haben soll, bestätigt der Sportliche Leiter. „Es ist kein Zufall, dass wir Mike Pihl und Pascal Schmidt zurückholen. Wir haben künftig eine Mannschaft mit richtig viel Stallgeruch. 15 unserer 17 Spieler sind bei uns im Verein ausgebildet worden. Das zeigt, dass wir unsere Jugendarbeit ernsthaft betreiben und mehr Identifikation der einzelnen Spieler hilft hoffentlich auch der Mannschaft, noch etwas mehr Leistung zu zeigen. Gleichzeitig werden wir abspecken müssen, was den Etat angeht. Wir möchten lieber ein bisschen downsizen. Wir können also zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen“, so Krug.

Hoch und weit bringt Sicherheit

Er bemüht sich aktuell intensiv darum, das talentierte Eigengewächs Marvin Mika zu halten. „Er ist sehr begehrt. Es wäre ein tolles Zeichen, wenn er das Angebot eines Bundesligisten ausschlagen würde“, sagt Krug. Parallel zur Kaderplanung muss das Team dafür sorgen, dass es schnellstmöglich die Zulassung für ein weiteres Jahr in der Oberliga erhält.

Nun geht es gegen den Tabellenvierten aus Aplerbeck. Beim Hinspiel in Dortmund gelang RWA Mitte Oktober vergangenen Jahres ein glatter 4:0-Erfolg . Es war nach acht sieglosen Spielen in Serie der erste Dreier unter Christian Britscho. „Mittlerweile hat sich die Spielanlage der Aplerbecker komplett geändert. Sie suchen meist den langen Schlag nach dem Motto ‚Hoch und weit bringt Sicherheit‘. Dem müssen wir natürlich Rechnung tragen“, sagt Trainer Britscho. Er wird ohne Philipp Grodowski (Sprunggelenksverletzung) auskommen müssen.

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