Fußball: Oberliga Westfalen
Der blanke Wahnsinn: RW Ahlen gewinnt Sieben-Tore-Spiel in Herne

Ahlen -

Vielleicht sollten sie mal einen Antrag beim Verband stellen. Für manche Spiele sind drei Punkte einfach viel zu wenig. Den Beweis haben die Rot-Weißen am Ostermontag bei Westfalia Herne angetreten. In einem hochdramatischen Abstiegsduell lag der Oberligist zwei Mal hinten, drehte zwei Mal die Partie und ging als jubelnder Sieger eines Sieben-Tore-Spiels vom Feld.

Montag, 22.04.2019, 18:42 Uhr aktualisiert: 23.04.2019, 14:06 Uhr
Da freut sich aber mal einer richtig. Kein Wunder, schließlich hatte Ahlens Giuliano Nieddu soeben wunderschön zur 2:1-Führung in Herne getroffen. Danach passierte aber noch viel mehr.
Da freut sich aber mal einer richtig. Kein Wunder, schließlich hatte Ahlens Giuliano Nieddu soeben wunderschön zur 2:1-Führung in Herne getroffen. Danach passierte aber noch viel mehr. Foto: Marc Kreisel

Wie immens wichtig dieser 4:3 (2:1)-Erfolg schon war und noch werden könnte, zeigt bereits ein kurzer Blick auf die Tabelle. An Gründonnerstag – ohne die Ahlener – hatten die Mannschaften von unten kräftig gepunktet. Nur noch mit zwei Zählern Vorsprung auf einen Abstiegsplatz waren die Wersestädter in die Begegnung bei den bis dahin 2019 zu Hause noch ungeschlagenen Gastgebern gegangen. Ein ordentliches Pfund lastete auf ihren Schultern.

Und dieser Druck wurde zu Beginn der Begegnung in Herne auch nicht kleiner, sondern eher noch größer. Denn die Frühphase gehörte ganz klar der Mannschaft von Christian Knappmann. Die machte ordentlich Dampf auf die rot-weiße Defensive. Schon nach zwölf Minuten musste Ahlens Verteidiger Giuliano Nieddu einen Ball von der Linie kratzen, um den frühen Rückstand zu verhindern.

Nach nicht mal einer knappen halben Stunde war es dann doch so weit. Denn Rene Lindner verursachte einen Handelfmeter, den Elias Anan trocken zum 1:0 für die Hausherren verwertete (26.).

Fußball-Oberliga: Westfalia Herne - Rot-Weiß Ahlen

1/21
  • Foto: Marc Kreisel
  • Foto: Marc Kreisel
  • Foto: Marc Kreisel
  • Foto: Marc Kreisel
  • Foto: Marc Kreisel
  • Foto: Marc Kreisel
  • Foto: Marc Kreisel
  • Foto: Marc Kreisel
  • Foto: Marc Kreisel
  • Foto: Marc Kreisel
  • Foto: Marc Kreisel
  • Foto: Marc Kreisel
  • Foto: Marc Kreisel
  • Foto: Marc Kreisel
  • Foto: Marc Kreisel
  • Foto: Marc Kreisel
  • Foto: Marc Kreisel
  • Foto: Marc Kreisel
  • Foto: Marc Kreisel
  • Foto: Marc Kreisel
  • Foto: Marc Kreisel

Mützel und Nieddu drehen den ersten Ahlener Rückstand

Doch die Ahlener hatten gleich die passende Antwort parat, genauer gesagt sogar zwei. Denn zunächst glich Sebastian Mützel umgehend zum 1:1 (32.) aus und unmittelbar vor der Pause ließ Giuliano Nieddu die Rot-Weißen erneut jubeln. Der Ausgleich durch Mützel war ein schön herausgespieltes Tor: Ismail Budak bediente Enes Güney. Der leitete per Hacke zu Justin Perschmann weiter und der flankte in den Strafraum zu Andre Witt. Witt wiederum leitete per Drehschuss wunderschön weiter zu dem am langen Pfosten lauernden Mützel – das 1:1 mit der allerersten Ahlener Möglichkeit.

Die 2:1-Führung direkt vor dem Kabinengang (44.) war nicht weniger schön anzuschauen: Einen Freistoß aus dem Halbfeld setzte Budak auf die Brust von Verteidiger Giuliano Nieddu, und der traf per Drehschuss im besten Stile eines Stürmers zur Führung.

Doppelschlag von Hernes Michael Smykacz

Die Westfalia stellte mit dem Seitenwechsel auf Dreierkette um und brachte Maurice Kühn, der sofort zum Dreh- und Angelpunkt der Partie wurde und die nächsten beiden Treffer mitgestaltete. Die fielen kurios: Jeweils per langem Einwurf auf Kühn, dessen Verlängerung dann beide Male Michael Smykacz fand. Und der machte erst das 2:2 (54.) und gleich darauf das 3:2.

Doch wie schon beim 1:0 gaben die Ahlener erneut binnen fünf Minuten die Antwort: Und zwar durch den gerade erst eine Minute zuvor eingewechselten Cihan Yilmaz (60.), der auf 3:3 stellte. Yilmaz verwertete dabei einen Pass in die Spitze von Güney und tunnelte Hernes Ricardo Seifried.

Joker Yilmaz trifft doppelt

Dieses 3:3 wäre eigentlich schon genug Dramatik für einen Nachmittag gewesen. Doch einen entscheidenden Punch hatten die Ahlener unter freundlicher Mithilfe von Hernes Maurica Haar noch in petto: Haar bekam den Ball in der 82. Minute an die Hand. Schiedsrichter Timo Gansloweit entschied auf Freistoß und nach Rücksprache mit seinem Assistenten dann auf Elfmeter. Den wiederum verwandelte natürlich Altmeister Yilmaz (84.).

Dank dessen ruhigen Fußes stehen die Ahlener nun nicht direkt am Abgrund, sondern haben wieder fünf Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz. Der blanke Wahnsinn halt.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6559874?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F57550%2F
Immer mehr Rentner auf staatliche Hilfe angewiesen
Trotz jahrzehntelanger Arbeit sind immer mehr Menschen von Altersarmut bedroht. Die Gewerkschaft NGG fordert die Politik auf, gegen diesen Trend vorzugehen und rasch eine Grundrente einzuführen.
Nachrichten-Ticker