Fußball: Kreisliga A Beckum
Volker Laabs feiert mit 44 gelungenes Comeback bei Vorwärts Ahlen

Ahlen -

Andere Fußballer treten in dem Alter höchstens noch bei den Altherren gegen den Ball. Doch weil die personelle Not groß war, zog Vorwärts Ahlens Trainer Volker Laabs (44) am Sonntag noch einmal die Fußballschuhe für ein A-Liga-Spiel an. So manch jüngerer Kicker dürfte gestaunt haben: Alter, was für ein einmaliges Comeback!

Dienstag, 14.05.2019, 17:50 Uhr aktualisiert: 16.05.2019, 16:08 Uhr
Volker Laabs – hier als Vorwärts-Trainer an der Seitenlinie – ist am Sonntag noch einmal als VerteidigerA aufs Feld zurückgekehrt.
Volker Laabs – hier als Vorwärts-Trainer an der Seitenlinie – ist am Sonntag noch einmal als VerteidigerA aufs Feld zurückgekehrt. Foto: Lars Gummich/ms (2)

Als Tarik Saait, A-Junioren-Kicker von Vorwärts Ahlen, geboren wurde, war Volker Laabs mit 26 gerade im besten Fußball-Alter. Dass beide 18 Jahre später ein Mal gemeinsam in einem A-Liga-Spiel auf dem Platz stehen würden, war also äußerst unwahrscheinlich. Doch weil der Kader von Vorwärts Ahlens erster Mannschaft am vergangenen Sonntag durch Verletzungen und Sperren außergewöhnlich stark dezimiert war, wurde aus der personellen Not nicht nur eine Jugend gemacht, sondern mit dem Spieler-Comeback des Trainers ein einmaliges Mehrgenerationen-Projekt.

Ich werde dieses Jahr 45. Die erste Halbzeit ist also fast rum.

Volker Laabs

„Ich werde dieses Jahr 45. Die erste Halbzeit ist also fast rum“, sagte der inzwischen Laabs – Haarfarbe: George-Clooney-Style – nach dem 1:1 beim SC Roland Beckum 2 mit einem Schmunzeln. Doch seine Rückkehr von der Bank aufs Feld löste keinesfalls eine fußballerische Midlife-Crisis aus. Im Gegenteil: Der Oldie, im Job bei der Leifeld Metal Spinning AG tätig, auf dem Platz einst als eisenharter Innenverteidiger im Einsatz, grätschte als zentraler Abwehrspieler in der Vorwärts-Viererkette wie ein junger Fußball-Gott und ließ manch deutlich jugendlicheren Gegenspieler ziemlich alt aussehen.

Seit 2017 Co-Trainer bei Vorwärts Ahlen

„Ich bin ganz zufrieden mit meiner Leistung, und auch von meinen Jungs hat keiner gemeckert“, konstatierte Laabs, der in der Winterpause nach dem Abschied von zunächst Chefcoach Wolfgang Holtz und dann Interimscoach Michael Ross übergangsweise als Trainer nachgerückt war, erleichtert. 2017 hatte er das Co-Trainer-Amt bei Vorwärts übernommen, als er zu Beginn der Saison auch noch einige Einsätze als Spieler absolvierte. „Ich habe dann aber gemerkt, dass das nichts mehr bringt, weil ich beruflich so viel um die Ohren hatte. Also habe ich die Reißleine gezogen und die Fußballschuhe an den Nagel gehängt“, berichtet Laabs.

Volker Laabs (re.), hier in einem A-Liga-Spiel 2012 für die Erstvertretung der Ahlener SG gegen die eigene Reserve

Volker Laabs (re.), hier in einem A-Liga-Spiel 2012 für die Erstvertretung der Ahlener SG gegen die eigene Reserve Foto: ms

Ich hatte eigentlich aufgehört – eigentlich.

Volker Laabs

Der Vollblut-Kicker hatte seine Karriere einst beim ASG-Vorgänger-Club ASV Ahlen begonnen, wo er alle Jugend-Teams durchlief und danach mit den Senioren in der Landesliga spielte. „Damals wurde da noch ansehnlicher Fußball gespielt – anders als heute. Schon traurig zu sehen, wie sich das bei der ASG entwickelt hat“, so Laabs. Ab 1997 war er 14 Jahre beim SC Hoetmar (Bezirksliga) aktiv. Nach einem halben Jahr Pause („Ich hatte eigentlich aufgehört – eigentlich“) kehrte er im Januar 2011 noch einmal zur Ahlener SG (Bezirksliga/A-Liga) zurück, ehe er 2015 bei Vorwärts Ahlen anheuerte.

Volker Laabs (li.), hier in einem A-Liga-Spiel 2016 für Vorwärts Ahlen.

Volker Laabs (li.), hier in einem A-Liga-Spiel 2016 für Vorwärts Ahlen. Foto: ms

Dass er jetzt – im fußballerischen Methusalem-Alter – noch einmal spontan die Fußballschuhe vom Nagel holen und erfolgreich als Ausputzer aushelfen konnte, hat Laabs auch seiner immer noch jugendlichen Fitness zu verdanken. „Es hat sich ausgezahlt, dass ich gerne auch mal mittrainiere“, meint der Coach. „Ich habe mich im Spiel in Beckum jedenfalls ganz gut gefühlt. Aber natürlich ist das in der Abwehr auch noch leichter als im Mittelfeld oder im Sturm“, gibt er zu bedenken.

Personelle Lage entspannt sich

Und – hat er wieder Blut geleckt? „Klar, es hat schon Spaß gemacht“, gesteht Laabs – stellt aber auch klar: „Am nächsten Wochenende entspannt sich die personelle Lage schon wieder. Dann kann ich mich ganz beruhigt wieder an die Linie stellen. Die Jungs können das dann selber regeln“, ist er überzeugt und sieht die fußballerische Altersteilzeit als schon wieder beendetes Intermezzo an.

Nicht, ohne sich allerdings ein kleines Hintertürchen offenzuhalten. „Wer weiß, vielleicht spiele ich noch mal zehn Minuten am letzten Spieltag gegen die Ahlener SG“, überlegt er. „Just for Fun.“ Ob das dann auch für seinen Ex-Club lustig wird, kann man nach dem erfolgreichen Comeback in Roland zumindest bezweifeln.

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