Handball: DHB-Pokal-Finale
Alicia Stolle bejubelt den Sieg im DHB-Pokal

Ahlen -

Jetzt ist er da, der erste große Titel für Alicia Stolle. Die 22-jährige Ahlenerin feierte mit dem Thüringer HC den Gewinn des DHB-Pokals. Vorangegangen war ein Endspiel, das sich ein berühmter Autor nicht besser hätte ausdenken können.

Dienstag, 28.05.2019, 05:00 Uhr aktualisiert: 28.05.2019, 13:02 Uhr
Da ist das Ding: Die Ahlenerin Alicia Stolle (rechts) feierte mit ihren Teamkolleginnen vom Thüringer HC den ersten großen Titelgewinn ihrer Karriere.
Da ist das Ding: Die Ahlenerin Alicia Stolle (rechts) feierte mit ihren Teamkolleginnen vom Thüringer HC den ersten großen Titelgewinn ihrer Karriere. Foto: dpa

Und dann war er plötzlich da. Dieser eine Moment, der eine ganze Saison krönt. Der all die Mühen vergessen macht und in dem alle vermeintlichen und echten Ungerechtigkeiten eines Jahres ausgeglichen werden. Aber wie dieser Moment kam, das ging eigentlich auf keine Kuhhaut.

In einem an Spannung nämlich wirklich nicht mehr zu überbietenden Finale haben sich die Ahlenerin Alicia Stolle und der Thüringer HC am Sonntag zum Sieger des DHB-Pokals gekrönt. Mit einem sogenannten Buzzer-Beater, einem Treffer unmittelbar vor der Schlusssirene, hatte Stolles Nationalmannschaftskollegin Emily Bölk das entscheidende Tor zum 24:23 (13:12) über den Deutschen Meister SG BBM Bietigheim erzielt. Danach gab es bei den überglücklichen Siegern kein Halten mehr, während die traumatisierten Bietigheimerinnen fassungslos am Boden lagen.

Bölks Kurzzeit-Amnesie

„Ich kann nicht mal sagen, wo genau ich stand oder wie ich geworfen habe“, sagte Bölk unmittelbar nach ihrem goldenen Moment. „Als ich dann sehe, dass er reingeht, dachte ich nur: ,Wir haben das Ding!’ Dann bin ich weggesprintet, über das Feld, es war einfach geil!“

Kann sich sehen lassen, diese Trophäe.

Kann sich sehen lassen, diese Trophäe. Foto: Marijan Murat

Währenddessen erlebte Jürgen Stolle, Vater von Alicia, den ersten wirklich großen Senioren-Titel seiner Tochter von der Tribüne aus – und war danach fast so geplättet wie die Handballerinnen auf dem Feld. „So viele Spiele von der Sorte muss ich ehrlich gesagt nicht haben“, sagte Stolle lachend. „Es war ein Krimi, den Edgar Wallace nicht besser hätte schreiben können.“

Würdiges Endspiel zweier Topteams

In der Tat war dieses Finale der beiden besten deutschen Mannschaften eines solchen Endspiels würdig und reich an Wendungen. Erst vergangene Woche hatten die Bietigheimer in der Meisterschaft das bessere Ende für sich gehabt. Obwohl beide Teams mit jeweils nur einer Niederlage durch die Saison gerauscht waren, die sie sich natürlich gegenseitig zugefügt hatten, reichte es für die SG am Ende aufgrund des besseren Torverhältnisses zum Titel. Dem THC um Alicia Stolle blieb trotz der überragenden Saison nur der undankbare zweite Platz.

Der Moment der Entscheidung, den Alicia Stolle (hinten) ekstatisch bejubelt.

Der Moment der Entscheidung, den Alicia Stolle (hinten) ekstatisch bejubelt. Foto: Marijan Murat

Dass es sehr bald die Chance auf Wiedergutmachung geben würde, war da schon klar. Denn beide Mannschaften waren auch für das Final Four um den DHB-Pokal in Stuttgart qualifiziert und hatten erwartungsgemäß mit ihren Gegnerinnen im Halbfinale nicht allzugroße Schwierigkeiten. Der Thüringer HC setzte sich mit 35:25 (18:14) gegen den Meisterschaftsdritten TuS Metzingen durch. Bietigheim gewann mit 32:26 gegen den SV Union Halle-Neustadt.

Papa gibt die Hoffnung schon auf

Im Endspiel schenkten sich die Kontrahenten dann nichts. In einer hochintensiven Partie erspielte sich der THC den Minimalvorsprung von 13:12 zur Halbzeitpause. Die Viertelstunde nach Wiederbeginn gehörte allerdings dem Meister, der bis auf 21:17 (41.) davonzog.

Die Spielerinnen starteten eine feuchtfröhliche Party.

Die Spielerinnen starteten eine feuchtfröhliche Party. Foto: Marijan Murat

Papa Stolle musste es auf der Tribüne mitansehen und mitdurchleiden. „Als die mit vier weggezogen sind, habe ich die Hoffnung schon aufgegeben. Ich hätte keinen Pfifferling mehr auf die Wende gesetzt. Nicht in einem eigentlich so engen Match zweier Spitzenmannschaften“, gestand er.

Stolle schon wieder beim Nationalteam

Doch es kam wegen einer kämpferischen Energieleistung und mit dem Glück des Tüchtigen anders. THC-Keeperin Jana Krause parierte in der Schlussphase noch zwei Siebenmeter und ermöglichte ihren Vorderleuten so den Ausgleich zum 23:23 (58.). Den erzielte Alicia Stolle, die am Ende auch als erfolgreichste Schützin des Final Four ausgezeichnet wurde, höchstselbst. Nur zwei Minuten später durfte sie sich nach dem Gewinn des Super-Cups zu Saisonbeginn über ihren zweiten Senioren-Titel und den ersten ganz großen freuen.

Wie die Ahlenerin selbst das alles erlebt hat? Darüber berichten wir, sobald wir die 22-Jährige erreichen . Denn gleich am Montag ging es für sie mit der Nationalmannschaft weiter. Gegen Kroatien steht noch in dieser Woche das Hinspiel um die WM-Qualifikation statt. Das Rückspiel bestreitet sie dann am 5. Juni in Hamm. Danach ist endlich Urlaub angesagt – als frisch gebackene DHB-Pokal-Siegerin.

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