Handball: Alicia Stolle kämpft um Meisterschaft und Pokal und kommt dann nach Hamm
„Mama hat schon ordentlich Karten“

Ahlen -

Das Leben einer jungen National- und Bundesliga-Spielerin kann ganz schön anstrengend sein. Erst recht, wenn man, wie die aus Ahlen stammende Handballerin Alicia Stolle, mit dem Verein noch bis zum Schluss um zwei Titel kämpft. An diesem und dem kommenden Wochenende entscheidet sich, ob die 22-Jährige mit dem Thüringer HC die Deutsche Meisterschaft und/oder den DHB-Pokal einfährt. Kurz darauf wartet mit dem Nationalteam noch ein ganz besonderes Quasi-Heimspiel auf die zurzeit viel beschäftigte Master-Studentin. Mit Alicia Stolle sprach Redakteur Henning Tillmann über den Saisonendspurt.

Dienstag, 28.05.2019, 12:54 Uhr
Das Trikot der Handball-Nationalmannschaft ist für die Ahlenerin Alicia Stolle kein ungewöhnliches Dress mehr. Die 22-Jährige gehört mittlerweile zum Stammpersonal und kämpft unter anderem in Hamm um die WM-Quali. Vorher geht es mit dem Verein aber noch um Titel.
Das Trikot der Handball-Nationalmannschaft ist für die Ahlenerin Alicia Stolle kein ungewöhnliches Dress mehr. Die 22-Jährige gehört mittlerweile zum Stammpersonal und kämpft unter anderem in Hamm um die WM-Quali. Vorher geht es mit dem Verein aber noch um Titel. Foto: DHB

Grüß dich, Alicia ! Wo erwische ich dich gerade?

Alicia Stolle: Noch zu Hause bei mir in Erfurt, aber später geht es dann wieder zum Training.

Seid ihr denn fit für den Endspurt?

Stolle: lacht Ach ja, man merkt schon, dass es auf das Ende der Saison zugeht. Jeder schleppt so seine kleinen Problemchen mit sich herum. Aber alles gut.

Das Meisterschaftsrennen ist äußerst knapp. Ihr seid punktgleich hinter der SG BBM Bietigheim Zweiter. Wie schätzt du die Chancen ein, dass ihr am kommenden Wochenende doch noch vorbeizieht?

Stolle: Leider nicht gut. Die Meisterschaft ist eher utopisch. Bietigheims Torverhältnis ist deutlich besser als unseres (30 Treffer mehr, Anm. d. Red.). Natürlich hoffen wir noch auf ein Wunder, und bis zum letzten Spieltag ist ja auch alles möglich. Aber dass die noch Punkte lassen, ist eher unwahrscheinlich.

Enttäuscht?

Stolle: Ein bisschen. Man fragt sich schon, warum man mit nur zwei Minuspunkten wohl nicht Meister wird. Aber ich persönlich und auch wir als Team haben in dieser Spielzeit ganz viel Erfahrung gesammelt. Wir gehen positiv aus dieser Saison heraus. Und wenn wir schon nicht Meister werden, dann wollen wir wenigstens den Pokal holen!

Ihr bekommt es im Final Four um den DHB-Pokal (25./26. Mai in Stuttgart) zunächst mit dem Meisterschaftsdritten TuS Metzingen zu tun. Bietigheim spielt dagegen „nur“ gegen Absteiger SV Union Halle-Neustadt – ein Nachteil für euch?

Stolle: Es geht. Wenn man Deutscher Pokalsieger werden will, muss man ohnehin jeden schlagen. Um das zu schaffen, werden wir wahrscheinlich mehr tun müssen als Bietigheim – das stimmt. Die Erwartung ist schon, dass die ihr Spiel relativ locker gewinnen. Im Pokal ist aber alles möglich. Im letzten Jahr hätte ja auch keiner gedacht, dass die das Finale gegen Oldenburg verlieren (28:29, Anm. d. Red.).

Das Besondere an dem Modus „Final Four“ ist, dass es am nächsten Tag gleich mit dem Finale weiter geht und man sich auf zwei Gegner gleichzeitig vorbereiten muss. Wie geht das?

Stolle: Ich denke, die Vorbereitung auf die Gegner wird nicht so das Problem sein. Alle Mannschaften kennen sich aus der Liga sehr genau und wissen um die Stärken und Schwächen der anderen. Die Schwierigkeit ist eher, in weniger als 24 Stunden wieder auf den Punkt fit zu sein. Wir hatten diese Saison einen relativ kleinen Kader. Auf meiner Position im rechten Rückraum zum Beispiel war Anne Hubinger lange verletzt. Das hat mir einerseits viele Spielanteile beschert, aber man merkt das natürlich am Ende der Saison. Es zerrt schon an den Kräften. Trotzdem: Für ein mögliches Finale sollte das kein Problem sein. Das gibt noch mal einen Schub.

Und kurz danach wartet dann gleich das nächste Highlight. Du spielst mit der Deutschen Nationalmannschaft gegen Kroatien um die Qualifikation für die Weltmeisterschaft. Das Rückspiel am 5. Juni ist quasi hier um die Ecke in der Hammer Westpress-Arena. Wie ist das für dich?

Stolle: Ich habe mich mega gefreut, als ich gehört habe, dass die Partie in Hamm stattfindet! 2016 war ich dort ja schon einmal mit der Nationalmannschaft. Das war schon cool. Aber damals saß ich noch überwiegend auf der Bank. Jetzt ist das noch mal was anderes.

Kommt dann wieder die halbe Verwandtschaft, um dich zu sehen?

Stolle: lacht Sagen wir so: Mama hat schon ordentlich Karten bestellt.

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