Handball: 3. Liga
Spieler rennt, Schweiß rinnt - Trainingsauftakt bei der Ahlener SG

Ahlen -

Da wird einem ja schon vom Zugucken warm. Bei hochsommerlichen Temperaturen haben die ASG-Handballer am Montag ihre Pause beendet und sind wieder ins Training eingestiegen. Coach Sascha Bertow beglückte sie mit Intervall-Läufen. Einen neuen Co-Trainer gibt es außerdem.

Dienstag, 25.06.2019, 16:12 Uhr aktualisiert: 26.06.2019, 09:36 Uhr
Hat der es gut: Der noch verletzte Björn Wiegers durfte als Einziger das Intervalltraining auslassen und machte bei sommerlichen Temperaturen Dehnübungen.
Hat der es gut: Der noch verletzte Björn Wiegers durfte als Einziger das Intervalltraining auslassen und machte bei sommerlichen Temperaturen Dehnübungen. Foto: Henning Tillmann

Puhhhhh . . . Da kann man sich aber wirklich Schöneres vorstellen! Ausgerechnet pünktlich zu den bisher heißesten Tagen des Jahres ist das laue Leben für die Handballer der Ahlener SG vorbei. Kein Eis auf die Hand, kein Strandkorb und kein kühles Nass mehr. Stattdessen bei um die 30 Grad die ersten Intervallläufe zum Anschwitzen – als ob bei den Temperaturen nicht schon im Stehen das Wasser von den Ohren läuft.

„Spieler rennt, Schweiß rinnt“ hieß es am Montag. Coach Sascha Bertow , vor gar nicht allzu vielen Jahren selbst noch einer der Malträtierten, kannte kein Erbarmen und bat zum Trainingsauftakt an die Ebert-Halle.

ASG-Trainer Sascha Bertow (2.v.l.) sowie die Geschäftsführer Andreas Bartscher (l.) und Klaus Jäger (r.) freuen sich über den neuen Co-Trainer der ersten Mannschaft, Jan Anton.

ASG-Trainer Sascha Bertow (2.v.l.) sowie die Geschäftsführer Andreas Bartscher (l.) und Klaus Jäger (r.) freuen sich über den neuen Co-Trainer der ersten Mannschaft, Jan Anton. Foto: Henning Tillmann

Intervalltraining und Fußball zum Auftakt

Die bekam sein neu formiertes Drittliga-Team erstmal nur von außen zu sehen. Vor der Partie Fußball ließ Bertow nämlich etliche Runden um die Spielstätte drehen, eingeteilt in zwei Gruppen. Eine schnelle und eine, nun ja, etwas weniger schnelle. Schließlich müssen die schweren Abwehrrecken nicht ganz so wieselflink sein wie die Außen.

Innerlich oder sogar laut geflucht haben dürften dennoch beide Gruppen. Letzteres wohl eher auf der anderen Seite der Halle. Doch auch das tangierte Bertow herzlich wenig, wie er gut gelaunt zum Besten gab: „Spieler jammern doch immer! Das interessiert mich nicht.“ Stattdessen wolle er sich ein Bild machen, wer in der Pause was getan hat und wer nicht. „Spätestens gleich beim Fußball wird man sehen, wer nur noch dumm rumsteht“, flaxte er. In den kommenden Wochen werde es sogar noch intensiver. „Die langen Intervalle wie jetzt gehen ja noch. Bei den kurzen k. . . sie dann richtig“, glaubt Bertow.

Wilhelmshavener HV ist für Bertow der Topfavorit

Das alles für eine möglichst gute neue Saison, die Ende August wieder losgeht und wahrscheinlich angesichts des großen Umbruchs in der Mannschaft und der starken Konkurrenz keine ganz einfache wird. „Wir bekommen drei Absteiger aus der 2. Liga, das ist schon ein ziemlich dickes Brett“, sagte Bertow mit Blick auf die HSG Neuss/Düsseldorf, den Wilhelmshavener HV und den VfL Eintracht Hagen. „Wir haben viele neue Spieler, die wir integrieren müssen. Natürlich stehen wir nicht bei null, aber wo genau, wissen wir eben nicht.“

Im obersten Drittel werde es eher nicht sein. Neben dem Top-Favoriten Wilhelmshavener SV hat Bertow sechs, sieben weitere Mannschaften auf dem Zettel, die für sein Team nur schwer zu schlagen sein werden. Dahinter erwartet er von Platz neun bis zum Letzten einen harten Kampf um die Platzierungen vor den drei Absteigern. „Dieses Mal werden wir keine abgeschlagenen Mannschaften sehen wie zuletzt Langenfeld“, glaubt er. „Es wird eine haarige, sehr schwere Saison“, befürchtet der Trainer. Wohl auch deshalb gab er am Montag einen Vorgeschmack auf eine intensive Vorbereitung.

Aufstieg auch mittelfristig kein Thema

Die Saison 2019/2020 wird angesichts des großen Umbruchs im Kader wohl eine Übergangsspielzeit. Zwar sieht Coach Sascha Bertow in Neuverpflichtungen wie beispielsweise Luca Sackmann, dem lange gesuchten Linkshänder, interessante neue Optionen. Der große Angriff auf die Tabellenspitze oder zumindest die Spitzengruppe ist von der Ahlener SG aber dennoch nicht zu erwarten. Stattdessen wären die sportlich und wirtschaftlich Verantwortlichen schon gut zufrieden, wenn erneut der Klassenerhalt einigermaßen frühzeitig in trockenen Tüchern wäre.

Aber auch mittelfristig ist der Aufstieg in die 2. Bundesliga für die Geschäftsführer Andreas Bartscher und Klaus Jäger eher kein Thema. „Das wirtschaftliche Umfeld in Ahlen passt für die 3. Liga, mehr aber auch nicht. Wir sind froh, dass wir nach dem Aufstieg die Klasse fast immer gut gehalten haben“, so Andreas Bartscher. Sein Kollege Klaus Jäger sieht das ganz genauso: „Wir müssen realistisch bleiben und haben eben nur einen gewissen finanziellen Rahmen. Wenn nicht plötzlich ein großer Sponsor kommt und sagt ‚wir machen das jetzt‘, dann ist die 2. Bundesliga nicht denkbar. Sicherheit ist für uns immer das erste Ziel – für den Trainer die sportliche Sicherheit und für uns die wirtschaftliche“, so Jäger.

Jan Anton neuer Co-Trainer der Ersten

Eine wirkliche Überraschung ist diese Lösung nicht. Eher eine naheliegende Entscheidung. Jan Anton, der bisherige Co-Trainer der zweiten Mannschaft und Betreuer bei der Ersten, wird nun fest der neue Assistent von Sascha Bertow. Diese Aufgabe hatte er de facto schon vergangene Saison immer dann ausgefüllt, wenn Thorsten Szymanski, der Chef-Trainer der Zweiten und Co der Ersten, zeitlich bedingt fehlte. Mit der Beförderung für Anton soll auch dessen weitere Ausbildung als Trainer vorangetrieben werden. „Er wird seine C-Lizenz machen und einen guten Part bei uns spielen“, glaubt sein „Chef“ Sascha Bertow. „Der Abschied von der Zweiten ist mir relativ schwer gefallen“, gestand Anton, der sich gleichwohl auf die neue Aufgabe freut. Wer neuer Co-Trainer der Zweiten wird, steht noch nicht fest.

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