Fußball: Oberliga Westfalen
Ein Spitzenteam lässt sich nicht foppen – RW Ahlen beim Vorletzten TuS Erndtebrück

Ahlen -

An guten Tagen spitze, an schlechten noch nicht. Das ist Rot-Weiß Ahlen im Herbst 2019. Bis ganz nach oben sind es nur drei Punkte, bis ins Mittelmaß aber auch. Beim TuS Erndtebrück will sich der Oberligist nicht von der Tabellensituation foppen lassen. Helfen könnte dabei ein zusätzlicher Spieler.

Freitag, 11.10.2019, 15:40 Uhr aktualisiert: 12.10.2019, 14:10 Uhr
Erstmals seit dem Wiedenbrück-Spiel ist Marvin Schurig (Mitte) wieder einsatzbereit. Der Verteidiger war damals wegen eines vermeintlichen Kopfstoßes vom Platz geflogen. Die Spruchkammer erkannte nun aber nur eine minderwertige Tätlichkeit und hob die Sperre auf.
Erstmals seit dem Wiedenbrück-Spiel ist Marvin Schurig (Mitte) wieder einsatzbereit. Der Verteidiger war damals wegen eines vermeintlichen Kopfstoßes vom Platz geflogen. Die Spruchkammer erkannte nun aber nur eine minderwertige Tätlichkeit und hob die Sperre auf. Foto: Marc Kreisel

Drei Punkte Rückstand sind es nur bis zur Tabellenspitze, drei Punkte Vorsprung aber auch nur bis runter zu Platz zwölf. Es versteht sich von selbst, dass Rot-Weiß Ahlen angesichts dessen die scheinbar günstige Gelegenheit beim Tabellenvorletzten TuS Erndtebrück (Sonntag, 15 Uhr) gerne nutzen würde, um den Abstand nach oben zu verringern und nach unten zu vergrößern.

Ausrutscher werden in dieser bisher so eng beieinander liegenden Oberliga-Saison schließlich schnell mit einem tiefen Fall bestraft. Und der letzte Ahlener Sieg in der Meisterschaft datiert schließlich auch schon von Mitte September.

Was eine interessante Frage aufwirft: Wo steht die Mannschaft von Christian Britscho , der aktuell Fünfte der Oberliga, eigentlich wirklich nach neun Spieltagen? Ist sie auf dem Weg zur Spitzenmannschaft oder an schlechten Tagen doch eher gesundes Mittelmaß?

An guten Tagen schon spitze – an schlechten nicht

Hundertprozentig sicher ist sich da auch der Trainer noch nicht. „Wenn wir schon eine Spitzenmannschaft sind, dann auf jeden Fall noch keine gefestigte“, sagt er. „Aber wer ist das in dieser Saison schon?“, stellt er die rhetorische Frage gleich hinterher und verweist ganz cool auf die ausgeglichene Tabelle. Eine Mannschaft mit mehr als fünf Siegen – also etwas mehr als die Hälfte gewonnener Spiele – weist die nicht aus.

Britscho wird aber konkreter: „Wenn wir mal einen Tag haben, an dem es nicht so rund läuft, wenn sich bei uns Fehler einschleichen, dann können wir jederzeit Punkte lassen“, gesteht er. Wenn seine Mannschaft dagegen so spiele wie zuletzt in der zweiten Hälfte gegen den RSV Meinerzhagen (0:0), dann könne man von einer Spitzenmannschaft sprechen. „Defensiv war das bärenstark! Meinerzhagen hat diese Woche im Westfalenpokal 4:1 gegen Lotte gewonnen. Gegen uns haben sie nach der Pause nicht einmal aufs Tor geschossen“, sagt Britscho durchaus mit einem gewissen Stolz.

Den eigenen 16:1-Sieg im Kreispokal gegen Suryoye will der Trainer dagegen nicht überbewertet wissen. Ob sich einer aus der gegen den A-Ligisten aufgebotenen Mannschaft für einen Startelfeinsatz in der Oberliga qualifiziert hat, lässt er deshalb offen. „Das ist in so einem Spiel schwer zu beurteilen“, sagt der RWA-Coach.

Mervin Schurigs Sperre aufgehoben

Eine zusätzliche Option für die Partie in Erndtebrück hat ihm aber die Spruchkammer in Kaiserau beschafft. Denn die hob unter der Woche nach fünf verpassten Spielen die Sperre von Marvin Schurig auf. Der Abwehrmann war in der Partie gegen den SC Wiedenbrück mit Rot vom Platz geflogen, als er sich an der Seitenlinie nach einem Foul an seinem Mitspieler wütend beschwerte.

Der Unparteiische wollte in dieser Situation einen Kopfstoß Schurigs gesehen haben. Den konnte die Spruchkammer aber auch nach dem Studium der Videobilder nicht erkennen – zumindest keinen aktiven und höchstens eine minderwertige Tätlichkeit. Das Pokalspiel gegen Suryoye vom Mittwoch war damit das letzte Spiel, das der Verteidiger wegen seiner Sperre aussetzen musste.

Britscho warnt besonders vor zwei Akteuren des Gastgebers

Christian Britscho freut die zusätzliche Absicherungsmöglichkeit gegen den Vorletzten. Denn den schätzt er deutlich stärker ein, als es die Tabelle aussagt. Vor allem zwei Akteure des Gegners will er nicht zum Zug kommen lassen: Manfredas Ruzgis und Moritz Brato. Der Erstgenannte ist für Britscho der „Dreh- und Angelpunkt im Offensivspiel“ der Gastgeber, der andere als Innenverteidiger, Aufbauspieler und Kapitän das „Sprachrohr und der Kopf“. „Beide müssen wir aus dem Spiel nehmen“, so Britscho.

Ihm selbst fehlen neben Sebastian Stroemer (Bänderriss) wohl auch weiterhin Roman Zengin (im Aufbau) und Stefan Kaldeway. Zudem verweist der Trainer auf die vier Punkte der Hausherren aus den letzten beiden Heimspielen. Eine echte Spitzenmannschaft lässt sich nicht foppen und ist danach gewarnt.  Sonntag, 15 Uhr

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