Fußball: Oberliga Westfalen
Finger in die Wunde: RW Ahlen reist zu Sportfreunden Siegen

Ahlen -

Am Sonntag ist RW Ahlen bei SF Siegen zu Gast. Der Drittletzte hat Probleme in der Defensive – und sich deshalb von seinem Trainer getrennt. Doch auch bei RWA haben sie Handlungsbedarf erkannt.

Freitag, 01.11.2019, 15:00 Uhr aktualisiert: 03.11.2019, 19:20 Uhr
Platz da: Gegen die Hammer Spielvereinigung gab Akil Cömcü (vorne) sein Startelfdebüt. Das war derart gelungen, dass sich der 19-Jährige nun nach dem langfristigen Ausfall von Mike Pihl für weitere Auftritte im Mittelfeld empfiehlt.
Platz da: Gegen die Hammer Spielvereinigung gab Akil Cömcü (vorne) sein Startelfdebüt. Das war derart gelungen, dass sich der 19-Jährige nun nach dem langfristigen Ausfall von Mike Pihl für weitere Auftritte im Mittelfeld empfiehlt. Foto: Marc Kreisel

Der anhaltende Erfolg und Tabellenplatz zwei als dessen Beleg haben das Selbstbewusstsein bei Rot-Weiß Ahlen gestärkt. Immun gemacht für Kritik hat beides allerdings nicht. Zwar gewann der Oberligist zuletzt in der Summe souverän mit 3:1 gegen die Hammer Spielvereinigung. Die dabei auftretenden Schwächen nach der Pause konnten jedoch allenfalls kaschiert werden.

„Wir haben in der zweiten Hälfte nachgelassen. Dann kann uns jeder Gegner in Bedrängnis bringen. Das sollte uns eine Lehre sein. Hier müssen wir den Finger in die Wunde legen“, sagt Marvin Schurig. „In der Analyse bin ich zu 100 Prozent bei ihm“, stimmt Christian Britscho dem Linksverteidiger zu.

Balance beim Gegner nicht vorhanden

Der RWA-Trainer wird den Seinen vor dem Auswärtsspiel am Sonntag (14.30 Uhr) bei den Sportfreunden Siegen deshalb noch mal ausdrücklich die Sinne schärfen. „Gegen Hamm haben wir es nicht geschafft, uns auf die neuen Gegebenheiten einzustellen. Wir müssen alle zusammen daran arbeiten, dass wir solche Phasen erkennen, in denen wir nachlassen“, unterstreicht Britscho.

Er erwartet beim Drittletzten ein „sehr dynamisches Spiel“. 21 Treffer und damit genauso viele wie Ahlen hat Siegen bislang erzielt – ein Topwert. Der wird allerdings durch die 25 Gegentore konterkariert. „Siegen hat bis jetzt noch keinen guten Mix aus guter Offensive und stabiler Defensive hingekriegt“, sagt Christian Britscho.

Siegen trennt sich vom Trainer

Das wurde jüngst auch SF-Coach Dominik Dapprich zum Verhängnis, von dem sich der Verein mit Verweis auf das anhaltend schlechte Abschneiden, am Dienstagabend trennte. Gegen RWA betreuen Marco Beier und Frank Dalwigk übergangsweise das Team. Das macht die Aufgabe für die Gäste nicht unbedingt leichter.

„Wir können in der Vorbereitung nur auf die individuellen Stärken der Spieler eingehen“, sagt Britscho. Was die Interimstrainer dagegen für eine taktische Grundausrichtung wählen, dafür hat Britscho allenfalls vage Anhaltspunkte.

Pihl-Ausfall eine Chance für Cömcü

Gewissheit hat er hingegen, was die Verletzung von Mike Pihl angeht. Der Mittelfeldspieler hat sich einen Muskelfaserriss zugezogen, wird wochenlang ausfallen. Das verschafft Akil Cömcü möglicherweise weitere Auftritte, sich zu empfehlen. Gegen Hamm lieferte der 19-Jährige eine unbekümmerte Leistung ab, setzte offensiv einige Akzente, erledigte auch defensiv seine Aufgaben zumeist ordentlich.

Dass er für manchen Ballverlust verantwortlich war, sieht ihm Britscho nach. „Die gestehe ich ihm zu. Genauso, dass er manchmal nicht ganz seriös gespielt hat. Aber auch das gehört dazu. Man muss den jungen Spielern gewisse Freiheiten lassen. Akil hat richtig Qualität“, lobt der RWA-Trainer seinen Jungspund.  

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