Handball: Damen-Landesliga
Schlummernde Potenziale wecken: Ahlener SG gastiert beim TB Burgsteinfurt

Ahlen -

Seit rund zwei Monaten ist Uwe Landau Trainer der ASG-Handballerinnen. In dieser Zeit hat er wichtige Erkenntnisse gesammelt. Er weiß bereits, was seine Spielerinnen können und warum ihnen eine Souffleuse nicht helfen würde.

Donnerstag, 07.11.2019, 18:00 Uhr
Melanie Dodt (rechts) und die Ahlener SG greifen nicht immer beherzt zu, wenn sich ihnen die Chancen auf Zählbares bietet. Mitunter ist die Mannschaft seltsam zögerlich. Ein Phlegma, das sie nach dem Willen ihres Trainers Uwe Landau schnell ablegen soll.
Melanie Dodt (rechts) und die ASG greifen nicht immer beherzt zu, wenn sich ihnen die Chancen auf Zählbares bietet. Mitunter ist die Mannschaft zögerlich. Foto: LGummich

Uwe Landau ist Handball-Trainer mit Leib und Seele. Wo er wirkt, tut er es mit 100 Prozent Einsatz. Jüngst verkürzte er gar den eigenen Urlaub , bat seine Frau darum, eher abreisen zu dürfen, um bei einem Spiel seiner Mannschaft an der Seitenlinie stehen zu können.

Landau ist erst seit wenigen Wochen Trainer der Landesliga-Handballerinnen der Ahlener SG , hat sich in der verhältnismäßig kurzen Zeit aber schon einen ziemlich genauen Überblick verschafft, wie es um das Leistungsvermögen seines bisweilen so wechselhaft auftretenden Teams bestellt ist. Eine gewisse Flatterhaftigkeit kennzeichnet die Mannschaft seit Jahren, das war schon unter Landauers Vorgängern Dogan Aydogdu , Claudia Gatzemeier und André Deppe so.

Rätselhafte Unbeständigkeit

Einen Kostprobe dieser rätselhaften Unbeständigkeit gaben die Spielerinnen ihrem Übungsleiter auch jüngst beim 30:25-Sieg gegen den 1. HC Ibbenbüren . Zwar ging die Partie – im Gegensatz zu vielen anderen zuvor, die diesem Muster folgten – diesmal nicht verloren. Aber sie lieferte wertvolle Erkenntnisse für Landau. „Wir haben noch so viel verstecktes Potenzial. Aber wir haben auch noch so viel Arbeit vor uns“, sagt Landau.

Vorzüge und Defizite – in den 60 Minuten gegen Ibbenbüren war beides sehr anschaulich vereint. Die ersten 30 Minuten zeigten die spielerische Klasse, die in der Mannschaft steckt. Die nächsten 20 Minuten offenbarten fatale Nachlässigkeiten in der Abwehr, Nachholbedarf im Angriff und ein noch nicht allzu ausgeprägtes Selbstbewusstsein.

Läuft es gut, ist die ASG ein harmonisches Ganzes. Läuft es schlecht, werden selbst Gewissheiten in Frage gestellt. Das monierten vor Wochen auch schon Ex-Coach Dogan Aydogdu und Abteilungsleiterin Sabrina Kowald .

Eine ineffiziente Maschine

Dieselbe Erfahrung hat auch Uwe Landau nach eigenem Bekunden bereits gemacht. Gegen Ibbenbüren besannen sich die Ahlenerinnen erst kurz vor Schluss eines Besseren, zogen noch ihren Kopf aus der Schlinge. Obwohl gewisse Situationen anders besprochen waren, „gehen die Mädels teilweise ihren eigenen Weg und fallen dabei in alte Muster zurück. Da ist eine gewisse Hilflosigkeit, wenn es nicht läuft“, moniert Landau. „Dass hat mich so sehr geärgert, dass ich richtig Lust habe, den Mädels zu zeigen, dass es auch anders geht“, unterstreicht der ASG-Trainer. Dieses über Jahre kultivierte (Fehl-) Verhalten möchte Landau den Seinen schnellstmöglich austreiben.

Eine Aufgabe, die aus seiner Sicht zu bewältigen ist. „Alle Spielerinnen genießen mein Vertrauen“, sagt er. Cynthia Fitzek zum Beispiel „kann mehr als Spielgestalterin auftreten, sie kann viel mehr als sie zeigt“. Dasselbe gelte auch für Jessica Bruland. „Sie weiß gar nicht, was sie für eine Waffe sein kann. Sie ist eine Maschine, die aber leider manchmal unnötig ihre Kräfte vergeudet“, so Landau. Svenja Ortmann wiederum habe sich als erstklassige Abwehrspielerin erwiesen und auch am Kreis einen guten Eindruck hinterlassen.

Drei Baustellen warten

Die alte Leier nicht länger zu spielen, bedürfe allerdings harter Arbeit. Im Wesentlichen sieht Landau gegenwärtig drei Baustellen. Nummer eins: „Die Verfeinerung der ersten und zweiten Welle.“ Zweitens: „6:0- und 5:1-Deckung müssen funktioneller sein. Wir dürfen nicht so viele Eins-gegen-Eins-Duelle verlieren und die Abstimmung beim Verschieben zwischen den Spielerinnen muss besser werden.“ Drittens: Die Optimierung der Chancenverwertung. „Dazu müssen meine Spielerinnen den Kopf mehr einschalten. Ich kann ihnen in der Nähe des Tores ja schließlich keine Souffleuse per Funk ins Ohr setzen, die ihnen sagt, was zu tun ist“, sagt Landau.

Er sei selbst gespannt darauf, wie sich sein Team entwickle. Am Sonntag bei TB Burgsteinfurt wartet eine echte Herausforderung. Für den Coach ist es „eines der schwersten Auswärtsspiele der Saison“. Aber man wächst ja bekanntlich mit der Aufgabe.

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