Handball: 3. Liga: Ahlener SG - SG Schalksmühle-Halver
Kai Bekston: „Die ASG steigt nicht ab“

Ahlen -

In die „falsche“ Kabine zu gehen, wird merkwürdig für ihn. „Seine“ Fans gegen sich zu haben, erst recht. Und doch freut sich Kai Bekston schon tierisch auf seine Rückkehr in die Friedrich-Ebert-Halle. Am Samstag kommt der Abwehrspezialist mit Schalksmühle-Halver, hat aber keine Geschenke dabei.

Donnerstag, 14.11.2019, 16:47 Uhr aktualisiert: 20.11.2019, 16:38 Uhr
So haben ihn die Ahlener Handball-Fans noch in guter Erinnerung: Kai Bekston (Mitte) agierte bei der ASG sechs Jahre lang als zupackender Abwehrspezialist. Nun kommt er erstmals nach seinem Wechsel mit der SG Schalksmühle-Halver zurück an seine alte Wirkungsstätte.
So haben ihn die Ahlener Handball-Fans noch in guter Erinnerung: Kai Bekston (Mitte) agierte bei der ASG sechs Jahre lang als zupackender Abwehrspezialist. Nun kommt er erstmals nach seinem Wechsel mit der SG Schalksmühle-Halver zurück an seine alte Wirkungsstätte. Foto: René Penno

Sechs Jahre lang hat er in der Wersestadt gespielt. Dann trennten sich die Wege. Im Sommer ist bei der Ahlener SG der große Umbruch eingeleitet worden. Seitdem gibt es bei den Drittliga-Handballern viele neue Gesichter – und viele altvertraute eben nicht mehr. Zu letzteren zählt auch Kai Bekston. Der hat bei den SGSH Dragons, wie sich das Team aus Schalksmühle und Halver mittlerweile nennt, eine neue Handball-Heimat gefunden und ist nun mit dem Tabellenfünften erstmals zu Besuch in der alten.

So ganz hat ihn die noch nicht losgelassen, wie der Abwehrrecke unumwunden gesteht. „Der Kontakt zu den Jungs ist natürlich nie abgebrochen. In dieser Woche war es aber noch deutlich mehr. Da sind viele Nachrichten hin- und hergeschickt worden“, sagt Bekston. Auch mit Trainer Sascha Bertow hatte er kürzlich noch ein längeres Telefonat zu dessen Geburtstag.

Rückkehr an alte Wirkungsstätte

So oft es ging, hat sich Bekston sogar selbst ein Bild gemacht. „Zwei Mal war ich schon in der Halle. Ansonsten habe ich mir die Liveübertragungen im Internet angeschaut, wenn es passte. Wenn die ASG freitags gespielt hat, musste ich nach unserem Training immer ganz schnell nach Hause“, sagt Bekston und lacht.

Man merkt und hört ihm an: Bei Schalksmühle-Halver ist er angekommen. Und dennoch sind die sechs Jahre in Ahlen natürlich nicht einfach weg. Am Samstag muss er wohl aufpassen, nicht automatisch in die vertraute Heimkabine zu laufen. „Es wird ungewohnt sein, sich plötzlich auf der falschen Seite der Halle warm zu machen und die 800 Zuschauer gegen sich zu haben. Aber ich freue mich auch drauf und bin gespannt, wie es wird. Vor allem aber freue ich mich, die Jungs alle wiederzusehen“, so der 29-Jährige.

Bekston glaubt nicht an Abstieg seiner ehemaligen Teamkameraden

Dass deren Start nicht optimal verlief, hat er mitbekommen. „Ich glaube, sie hatten es sich nach dem Umbruch ein bisschen leichter vorgestellt. Das schwere Anfangsprogramm war auch nicht unbedingt hilfreich, um sich als Mannschaft zu finden. Dann kommen irgendwann die leichteren Gegner und es klappt immer noch nicht so richtig. Da bist du in einer Negativspirale, aus der du erstmal wieder herauskommen musst“, kann Bekston mitfühlen.

Er macht sich aber in der Abrechnung keine Sorgen. „Dass die ASG am Ende absteigt, glaube ich nicht – auf gar keinen Fall“, sagt er im Brustton der Überzeugung. „Die Qualität stimmt, das Mannschaftsgefüge ist absolut intakt. Dafür sorgt Sascha schon. Und Ahlen ist immer dafür gut, einen von oben zu schlagen.“

Schalksmühle-Halver hat starken Start hingelegt

Womit Bekston selbst die perfekte Überleitung zum Aufeinandertreffen seines alten und seines neuen Arbeitgebers gelingt. Denn Schalksmühle-Halver ist eines dieser Teams von oben. Die Dragons sind mit 16:8 Punkten sehr ordentlich gestartet und liegen auf Tang fünf. Das ist sogar noch leicht unter dem eigenen Anspruch. „Vier Punkte mehr hätte ich mir schon gewünscht“, gibt Bekston zu Protokoll und denkt dabei beispielsweise an die kürzliche 27:28-Niederlage gegen den TuS Spenge. „Aber wir sind auch noch eine ganz junge Mannschaft. Mit meinen 29 Jahren bin ich der Zweitälteste“, sagt er.

Mit einem Ausrutscher hier und da müsse man also rechnen. Einen solchen will der Abwehrspezialist am Samstag aber tunlichst vermeiden. Der äußerst knappe 27:26-Erfolg am vergangenen Spieltag gegen den Leichlinger TV sollte da Warnung genug sein. „Man sieht es Woche für Woche an den Ergebnissen in der gesamten Liga: Jeder muss immer 100 Prozent geben“, so Bekston.

Und das erhofft er sich von seiner Mannschaft auch gegen die ASG (Samstag, 18.30 Uhr; Friedrich-Ebert-Halle). „Ich wünsche Ahlen natürlich so viele Punkte wie möglich“, sagt Bekston – und schiebt lachend hinterher: „Nur eben nicht an diesem Wochenende.“

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