Fußball: Kreisliga A Beckum
„Ich habe gemischte Gefühle“

Vorhelm -

Wenn Dennis Averhage im Zusammenhang mit seiner Zweitfamilie Westfalia Vorhelm von gemischten Gefühlen spricht, dann ist schon klar: Um den Verein als solches kann es dabei nicht gehen. Und in der Tat – der Trainer fühlt sich nach seiner Rückkehr wohl wie eh und je. Sportlich will er aber besser werden.

Freitag, 22.11.2019, 18:00 Uhr
Dennis Averhage ist nach zweijähriger Abstinenz erneut Trainer von Westfalia Vorhelm. Das macht ihm Spaß. Fußballerisch will er seine Mannschaft in der Rückrunde aber noch besser erleben.
Dennis Averhage ist nach zweijähriger Abstinenz erneut Trainer von Westfalia Vorhelm. Das macht ihm Spaß. Fußballerisch will er seine Mannschaft in der Rückrunde aber noch besser erleben. Foto: Lars Gummich

Von 2012 bis 2017 war Dennis Averhage Übungsleiter bei Westfalia Vorhelm. Danach ging der 40-Jährige für zwei Jahre zum SC Hoetmar, bevor es den Tischler zu Beginn dieser Spielzeit zurück in sein Heimatdorf verschlug. Im Interview mit unserem Mitarbeiter Simon Beckmann verrät der zweifache Familienvater nun, ob er diesen Schritt bereut hat.

Beim Vorbereitungsauftakt haben Sie gesagt, wieder bei Westfalia zu sein, sei wie nach Hause zu kommen. Wo nehmen Sie denn lieber Platz: Auf dem heimischem Sofa oder auf der Trainerbank?

Dennis Averhage: Sowohl als auch (lacht). Wenn es um das Fußball spielen geht, da bin ich sehr akribisch und motiviert, für Vorhelm alles in die Waagschale zu werfen. Auf der anderen Seite bin ich glücklich, durch den Wechsel wieder mehr Zeit für die Familie zu haben.

Hat sich etwas in den zwei Jahren, wo Sie in Hoetmar tätig waren, verändert?

Averhage: Ja, definitiv. Ich habe mich weiterentwickelt. Aber auch die Mannschaft hat unter Olli Glöden Fortschritte gemacht – gerade was das Offensivspiel angeht. Natürlich sind die Spieler auch alle zwei Jahre älter geworden und konnten mehr Erfahrungen sammeln. Grundsätzlich ist aber alles positiv geblieben.

Also sind Sie froh, wieder zu Ihrer alten Wirkungsstätte zurückgekehrt zu sein?

Averhage: Total! Das, worauf ich mich gefreut hatte, ist auch genauso eingetreten. Ich treffe sonntags viele alte Freunde und Bekannte wieder, meine Familie kann öfter zu den (Heim-)Spielen kommen und ich kann auch wieder mit dem Rad zum Training fahren. Das Wichtigste für mich ist aber das freundschaftliche Verhältnis zur Mannschaft. Das besteht in Vorhelm genauso wie auch in Hoetmar. Nur fußballerisch muss noch etwas mehr kommen. Ich bin aber zuversichtlich, dass wir das in der Rückrunde schaffen.

Mit dem 3:0-Sieg gegen Vellern haben Sie mit Ihrem Team die Hinrunde auf dem fünften Platz – punktgleich mit Vorwärts und Wadersloh – abgeschlossen. Wie fällt Ihr Fazit aus?

Averhage: Ich habe gemischte Gefühle dazu. Eigentlich hätten wir mehr rausholen können – wenn nicht sogar müssen. In Schulnoten würde ich unsere Hinrunde mit einer drei bewerten. Wir haben einfach zu viele Punkte liegen gelassen – vor allem in den ersten Spielen. Da mussten wir uns in die Saison reinbeißen und haben Dominanz und Können oft vermissen lassen. Aber nach der 0:5-Niederlage gegen Vorwärts ging ein Ruck durch die Mannschaft.

Was ist Ihnen in den vergangenen fünf Monaten besonders in Erinnerung geblieben?

Averhage: Einen positiven Eindruck habe ich in Sachen Schiedsrichter bekommen. Klar, wir mussten auch mal mit der einen oder anderen Fehlentscheidung leben, aber die gibt es auch im Profibereich. Nichtsdestotrotz habe ich bislang nur gute und umgängliche Unparteiische in dieser Saison getroffen. Fußballerisch ist die erste Halbzeit gegen Ennigerloh im Gedächtnis geblieben. Da haben wir den Gegner nach Belieben dominiert, uns am Ende aber nicht mit einem entsprechenden Ergebnis belohnt (Anm. d. Red. Vorhelm verlor mit 2:3 beim SuS).

Gab es während der letzten fünf Monate denn auch Reibungspunkte mit Ihrer „zweiten Familie“?

Averhage: Ja, die gab es natürlich. Nach schwächeren Leistungen haben wir uns zusammengesetzt und gesprochen. Das kann man mit der Mannschaft genauso gut machen wie mit dem Vorstand. Den offenen Meinungsaustausch erachte ich als sehr wichtig. Große Streitereien gab es aber nicht.

Sie haben eben erwähnt, dass Ihr Team in der Rückrunde fußballerisch noch mehr zeigen soll. Was wünschen Sie sich für die zweite Halbserie?

Averhage: Ein guter Start wäre optimal. Wir wollen aber den Schwung der letzten Spiele bis zur Winterpause noch mitnehmen und in den kommenden drei Begegnungen die maximale Ausbeute holen. Ich hoffe ebenfalls, dass wir vom Verletzungspech weitestgehend verschont bleiben und, dass wir punktetechnisch mehr holen als in der Hinrunde. Da waren es bekanntlich „nur“ 28 Zähler.

Momentan beträgt der Abstand zu Ennigerloh und Neubeckum schon zehn Punkte. Denken Sie, dass die beiden Spitzenteams noch einzuholen sind?

Averhage: Nein, das sind zwei Mannschaften, die bislang die größte Konstanz gezeigt haben. Die beiden Teams stehen zu Recht da oben, obwohl ich über Neubeckums Auftritte doch etwas überrascht bin. Der erste oder zweite Platz sind auch nicht unsere Ambitionen. Ich denke, dass wir uns mit Vorwärts und Wadersloh um den dritten Platz streiten werden. Wir werden aber alles dafür tun, schon auf dem dritten Rang zu überwintern. Wenn wir die nächsten drei Spiele gewinnen, bin ich mir sicher, dass das was wird.

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