Fußball: Oberliga Westfalen
Keine Reue, aber Prinzipientreue: RW Ahlen unterliegt Holzwickeder SC

Ahlen -

Im letzten Heimspiel des Jahres hat es RW Ahlen doch noch erwischt. Die Mannschaft von Christian Britscho unterlag Holzwickede denkbar knapp. Der Trainer verriet hinterher, was er machen würde, wenn er die Zeit zurückdrehen könnte.

Sonntag, 01.12.2019, 17:38 Uhr aktualisiert: 01.12.2019, 19:48 Uhr
Ausgebremst: Sebastian Mai und RW Ahlen unterlagen erstmals in dieser Saison auf eigenem Platz. Gegen den Holzwickeder SC gab es eine 1:2-Niederlage.
Ausgebremst: Sebastian Mai und RW Ahlen unterlagen erstmals in dieser Saison auf eigenem Platz. Gegen den Holzwickeder SC gab es eine 1:2-Niederlage. Foto: Marc Kreisel

Der Blick ging ins Leere. Die Mine erstarrt. Dass Christian Britscho nach Abpfiff für einen Moment festgefroren schien, war nicht den eisigen Temperaturen geschuldet, was verständlich gewesen wäre. Es war die 1:2-Niederlage gegen den Holzwickeder SC, nach der sich RW Ahlens Trainer einen Augenblick lang sammeln musste.

„Irgendwann reißt jede Serie mal. Aber das hier war absolut vermeidbar. Dieses Spiel hätten wir niemals verlieren dürfen. Es ist schade, dass es ausgerechnet in unserem letzten Heimspiel des Jahres passiert ist“, konstatierte Marko Onucka. Erstmals in dieser Saison ging RWA im Wersestadion als Verlierer vom Platz.

Zu wenig Ertrag

Das lag in erster Linie daran, dass die Mannschaft – anders als in den Wochen zuvor – ihren Bemühungen diesmal zu wenig Effektivität beimischte. Die Gäste waren vor dem Tor schlichtweg kompromissloser.

Fußball-Oberliga-Westfalen: RW Ahlen – Holzwickeder SC 1:2

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Die Partie war auch gerade erst wenige Sekunden alt, da sorgte ausgerechnet der Ex-Ahlener Marcel Reichwein mit einem Distanzschuss aus 20 Metern an die Latte dafür, dass der Frost vom Querbalken fiel. Danach froren jegliche Offensivbemühungen der Holzwickeder ein. Die Ahlener hatten ein deutliches Chancenplus. Pascal Schmidts Freistoß (8.) faustete Holzwickedes Torwart Malte Hegemann aber ebenso weg wie Luca Steinfeldts Versuch nach 17 Minuten.

Per Blitzreflex verhinderte der HSC-Keeper zudem die Ahlener Führung, als Enes Güney nach einer Hereingabe von rechts durch Bennett Eickhoff den Ball aus kürzester Distanz aufs Tor brachte. Das Gebälk zum Zittern brachte obendrein Giuliano Nieddu, der nach einem Zuspiel von Timon Schmitz den Ball an die Latte (38.) beförderte.

Oberliga-Debüt von Yerli

Umso überraschender kam es, dass es die Gäste waren, die mit einer 1:0-Führung (41.) in die Pause gingen. Die besorgte Marcel Reichwein. Er wurde im Getümmel von einem Mitspieler angeschossen, nachdem RWA-Schlussmann Bernd Schipmann zuvor gegen Lennart Uedickoven geklärt hatte, der Ball aber weiter im Geschehen war. Wer eine Antwort der Ahlener nach Wiederanpfiff erwartete, lauschte vergeblich nach ihr. Die Gastgeber bemühten sich, hatten aber zunächst keine zündenden Ideen. Und das trotz der vier Wechsel, die Trainer Christian Britscho binnen einer Viertelstunde vornahm. Dabei verhalf er auch A-Junior Sahin Yerli zu seinem Oberliga-Debüt. Die Gäste beschränkten sich indes ihrerseits auf die Verteidigung ihres knappen Vorsprungs.

Erst nach 70 Minuten fand das Still-Leben ein Ende, als Marcel Reichwein plötzlich im Strafraum auftauchte, Bennet Eickhoff austanzte und nur hauchdünn neben das Tor zielte. Im direkten Gegenzug avancierte das Aluminium erneut zum wertvollsten Abwehrspieler auf dem Platz. Erst gegen Timon Schmitz, dann gegen Roman Zengin rettete der Pfosten (71.). Als Zengin die Kugel dann über die Linie drückte, stand er nach Ansicht von Schiedsrichter Florian Exner im Abseits. Das aber setzte bei RWA nun weitere Kräfte frei. In der 77. Minute foulte Mischa Mihajlovic den eingewechselten Roman Zengin.

An Philosophie wird nicht gerüttelt

Den fälligen Elfmeter verwandelte Timon Schmitz den Temperaturen entsprechend eiskalt zum 1:1. Rot-Weiß drängte auf mehr – und fing sich in der 87. Minute einen Konter durch Sebastian Hahne zum 1:2. Dass es für den HSC zum Sieg reichte, lag auch an dessen Keeper Malte Hegemann, der in der Nachspielzeit einen Kopfball des nach vorne geeilten RWA-Torwarts Bernd Schipmann und einen Schuss von Roman Zengin noch parierte.

„Wir sind nach dem Ausgleich voll auf Sieg gegangen, haben versucht, alles zu holen. Es hat nicht geklappt. Wenn wir die Zeit zurückdrehen könnten, würden wir es genauso wieder machen. Dafür stehen wir eben“, sagte Trainer Christian Britscho. An der grundsätzlichen Philosophie wird nicht gerüttelt. Daran ändert auch die erste Heimniederlage der Saison nichts. Es gilt: Keine Reue, aber Prinzipientreue.

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