Tischtennis: Bundesliga
Timo Boll am Sonntag zu Gast in Ahlen

Ahlen -

Am Sonntag ist es soweit. Dann spielt auf Einladung von Vorwärts Ahlen die Tischtennis-Bundesliga in der Ahlener Friedrich-Ebert-Halle. Genauer gesagt die beiden Erstplatzierten aus Düsseldorf und Saarbrücken. Die Borussia aus der NRW-Landeshauptstadt hat natürlich ihren Starspieler Timo Boll mit dabei. Der kennt Ahlen aber bisher nicht, wie er im Interview verrät.

Mittwoch, 04.12.2019, 20:00 Uhr
Timo Boll im Viertelfinale des World Cups zwischen Deutschland und China. Am Wochenende kommt Deutschlands Nummer eins im Tischtennis mit seinem Verein Borussia Düsseldorf nach Ahlen, um ein Bundesliga-Spiel zu bestreiten.
Timo Boll im Viertelfinale des World Cups zwischen Deutschland und China. Am Wochenende kommt Deutschlands Nummer eins im Tischtennis mit seinem Verein Borussia Düsseldorf nach Ahlen, um ein Bundesliga-Spiel zu bestreiten. Foto: dpa

Das nächste Großereignis im Jubiläumskalender von Vorwärts Ahlen steht unmittelbar bevor. An diesem Sonntag holt sich der Verein, der 2019 sein 100-jähriges Bestehen feiert, die Tischtennis-Bundesliga in die Friedrich-Ebert-Halle. Alle 1050 Karten dafür sind ausverkauft. Das Spitzenspiel zwischen Borussia Düsseldorf und dem 1. FC Saarbrücken elektrisiert offenbar die Fangemeinde. Sogar aus Norddeutschland und Bayern gab es Ticketanfragen, sagt Vorwärts-Abteilungsleiter Stephan Baukmann. Auch Düsseldorfs bekanntester Spieler Timo Boll , gleichzeitig Deutschlands Nummer eins im Tischtennis, freut sich schon auf das Duell. Warum, verrät er im Interview.

Timo Boll, an diesem Sonntag, 8. Dezember, kommen Sie mit Borussia Düsseldorf nach Ahlen, um das Tischtennis- Bundesliga-Spitzenspiel gegen den 1. FC Saarbrücken zu bestreiten. Was verbinden Sie persönlich mit Ahlen?

Timo Boll: Wenn ich ehrlich bin, bislang überhaupt nichts, was man auch ins Positive drehen kann: Es bietet mir die Chance, eine neue Stadt kennenzulernen.

Großes Spiel mit großem Aufwand

Die Tischtennis-Bundesliga nach Ahlen zu bekommen, war kein Pappenstiel. Geholfen haben da natürlich die guten Kontakte zu Düsseldorfs Manager Andreas Preuß, der aus der Wersestadt kommt. Aber damit ist es nicht getan. Zwar bringt die Borussia fast das gesamte Equipment mit, um aus der Handball- für ein Wochenende eine Tischtennis-Halle zu machen. In einem eigenen LKW wird sogar ein spezieller Hallenboden, die Banden und natürlich die Tische, an denen gespielt wird, auf die Reise geschickt. Und selbst den eigenen Hallensprecher und einen Fan-Shop hat man im Gepäck. Für die tausend Kleinigkeiten drum herum sind aber die Vorwärtsler selbst verantwortlich – vom Verkauf der Karten bis zum Ordnungsdienst. Gespielt wird übrigens immer nur an einem Tisch gleichzeitig. Für das Warmmachen weichen die Akteure auf die angrenzende HLZ-Halle aus. Wie viele Partien ausgetragen werden, hängt vom Spielverlauf ab. Bis zu fünf sind drin. Dann würden auch die Nationalspieler Timo Boll und Patrick Franziska aufeinandertreffen. Der Einlass am Sonntag erfolgt ab 13 Uhr.

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Es ist nicht nur das Spiel des Rekordmeisters gegen den deutschen Vize-Meister, sondern auch das Gipfeltreffen der beiden aktuell gemeinsam an der Tabellenspitze auf Platz eins (Saarbrücken) und zwei (Düsseldorf) stehenden Teams. Welche Bedeutung hat das Spiel für Sie?

Boll: Natürlich wird es schon so eine Art Vorentscheidung bringen, wer als Tabellenerster in die Play-offs geht. Grundsätzlich aber freue ich mich auf das Duell mit einer sehr spielstarken, jungen Mannschaft, die von meinem alten Teamkollegen aus Gönnern-Zeiten, Slobodan Grujic, perfekt trainiert und sicherlich auch top vorbereitet wird. Ein mögliches Duell mit meinem Nationalmannschaftskollegen und Freund Patrick Franziska hat immer einen besonderen Reiz. Auch auf Shang Kun freue ich mich, den ich aus der chinesischen Liga kenne und gegen den ich dort einmal gewonnen und einmal verloren habe.

Auf was dürfen sich die Zuschauer bei diesem Duell freuen?

Boll: Sicherlich auf ein enges Match, hoffentlich auf guten Sport.

Ihr Verein trägt regelmäßig Spiele in anderen Regionen, in anderen Städten aus. Was sind denn überhaupt die Beweggründe dafür und wie stehen Sie als Spieler dazu?

Boll: Wir versuchen damit Werbung für unsere Sportart zu machen und Tischtennis in Regionen zu bringen, wo der Sport vielleicht nicht so gut bekannt ist.

Kommentar zur ausverkauften Halle: Das war ja eh klar

Wir Journalisten sind bekanntlich Besserwisser. Der Sport bildet da keine Ausnahme. Lässt der Trainer offensiv spielen und verliert, heißt es gerne: „War ja klar, mit so viel Risiko kann man nicht auftreten.“ Lässt er mauern und verliert trotzdem, dann gilt: „Logisch, mit so einem Angsthasen-Fußball gewinnst du eben keinen Blumenpott. Da war viel zu wenig Entlastung drin!“ Meinen eigenen Besserwisser-Moment hatte ich, als Vorwärts-Vorsitzender Martin Metzner vor ein paar Monaten in der Redaktion war, um über das Tischtennis-Bundesliga-Spiel in Ahlen zu sprechen. Schon damals hoffte er darauf, 1050 Plätze absetzen zu können. Ich habe es nicht laut ausgesprochen, aber mein erster Gedanke war: „Das schaffen die nie!“ Nun, in dieser Woche kam der Verein dann mit der Pressemitteilung um die Ecke: ausverkauft! Bevor ich jetzt den Kotau mache und mich für meine bösen Gedanken entschuldige, spreche ich dem Verein lieber mein Kompliment aus, weil er sein ambitioniertes Ziel erreicht hat. Ich hab‘s ja gleich gewusst. . . Von Henning Tillmann

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