Fußball: Oberliga Westfalen
Schöner Traum ist aufgeschoben: RW Ahlens Spiel bei Preußen-Reserve abgesagt

Ahlen -

Wann war Rot-Weiß Ahlen eigentlich das letzte Mal in der Situation, Herbstmeister werden zu können? So hätte dieser Artikel anfangen sollen. Gut, das tut er jetzt zwar auch, aber aus anderen Gründen. Herbstmeister kann der Oberligist nämlich auch dieses Jahr nicht mehr werden. Die Partie am Sonntag bei Preußen Münster 2 ist abgesagt.

Freitag, 06.12.2019, 15:50 Uhr
Zum Zuschauen verdammt ist RWA-Trainer Christian Britscho am Wochenende. Nicht weil das ohnehin seine Aufgabe ist, sondern weil die Platzkommission in Münster das Preußenstadion gesperrt hat.
Zum Zuschauen verdammt ist RWA-Trainer Christian Britscho am Wochenende. Nicht weil das ohnehin seine Aufgabe ist, sondern weil die Platzkommission in Münster das Preußenstadion gesperrt hat. Foto: Marc Kreisel

Die Platzkommission hat am Freitag getagt und das Spielfeld im Preußenstadion für unbespielbar erklärt. Ein Ausweichen auf den Kunstrasen scheidet aus wegen des zu erwartenden Andrangs und der nicht unproblematischen Historie der Partie. Eine Trennung der Fanlager ist auf dem Ausweichfeld nicht möglich.

So haben die Rot-Weißen vor der Winterpause nur noch die Begegnung beim FC Eintracht Rheine (Samstag, 14. Dezember) vor der Brust. Theoretisch könnten sie zwar auch dann noch auf den ersten Platz springen und dort überwintern, wenn bis dahin der RSV Meinerzhagen und der SC Wiedenbrück nicht mehr gewinnen. Beide haben derzeit einen Punkt mehr auf dem Konto. Aber besonders wahrscheinlich ist das natürlich nicht. Und so müssen sich die Ahlener von dem schönen Traum Tabellenspitze wohl erstmal verabschieden.

RWA-Trainer sieht Spielabsage als unnötig an

Das ärgert Trainer Christian Britscho zumindest ein bisschen. „Ich hätte sehr gerne gespielt, um im Rhythmus zu bleiben und nicht wieder im Frühjahr so viele Nachholpartien zu haben. Mit Belastungssteuerung kann man dann nämlich auch nichts mehr machen. Durch ist durch“, so Britscho. Der ärgert sich auch deshalb, weil er die Absage für unnötig hält: „Ist ja klar, was dabei rum kommt, wenn die Kommission morgens tagt. Ich bin überzeugt, wenn sie jetzt nachschauen würde, wäre der Platz normal bespielbar“, sagte er am Freitagnachmittag.

So ähnlich sieht man es durchaus auch in der Domstadt selbst, wo informierte Kreise bereits am Montag mit einer Absage der Partie rechneten, damit der Rasenplatz für die Preußen-Erste einigermaßen schön bleibt.

Sei‘s drum: Britscho und Co. wollen das Beste draus machen, werden am Wochenende noch einmal ordentlich trainieren und im Videostudium die jüngste Niederlage gegen den Holzwickeder SC (1:2) aufarbeiten. „Jetzt Hals über Kopf einen Testspielgegner zu suchen, macht keinen Sinn. Die Jungs haben alle genug Spiele in den Beinen“, findet der RWA-Trainer.

Zwischenfazit fällt ausgesprochen positiv aus

Zeit also für ein Zwischenfazit, das angesichts von Tabellenplatz drei und nur einem Punkt Rückstand auf die Oberliga-Spitze naturgemäß sehr positiv ausfällt. Britscho lobt die außergewöhnliche „Bereitschaft und Galligkeit“ seiner Mannschaft, „die ich aber auch weiterhin erwarte“ und sieht ganz klar die verbesserte Defensivarbeit als größte Weiterentwicklung gegenüber der Vorsaison. „Wir waren die Schießbude der Liga. Jetzt nicht mehr. Das ist am auffälligsten“, lobt er angesichts von nur 14 Gegentoren – mit Westfalia Rhynern die wenigsten der Liga.

Manager Joachim Krug ist nicht minder zufrieden mit der Entwicklung. „Die Mannschaft hat einen guten Charakter. Es funktioniert auch alles mit dem Trainer“, verteilt er schon mal vorweihnachtliches Lob. Ob es am Ende auch für den Aufstieg reicht? „Da bin ich bin selbst gespannt, ob es noch mal diese Entwicklung nimmt, dass wir in die Regionalliga aufsteigen“, sagt Krug vorsichtig optimistisch.

Joachim Krug sieht Regionalliga als „machbare Klasse“

Ein bisschen hin- und hergerissen ist er bei seinem Wunsch für das Saisonende: Einerseits würde er die Ahlener wieder ganz gerne in der Regionalliga sehen, wertet diese für den Verein als „machbare Klasse“. Andererseits weiß er um den „verdammt großen Abstand“ zwischen beiden Klassen. „Wenn wir wieder aufsteigen sollten, müssen wir deutlich gewappneter sein als letztes Mal“, findet er.

Bis dahin ist es aber ohnehin noch ein ganz weiter Weg. „Wir werden erstmal alles daran setzen, bis zum Saisonende oben dran zu bleiben“, sagen Krug und Britscho fast wortgleich. Das Stadion wieder voll(er) spielen, guten Fußball zeigen – das sind die ersten Ziele. Von allem anderen lässt man sich gerne positiv überraschen.

Einen Fingerzeig dafür, wo die Rot-Weißen am Saisonende landen könnten, wird sicher schon das Rheine-Spiel in einer Woche geben. Und ansonsten gibt es ja noch die Rückrunde. Manches ist schließlich ohnehin viel schöner, wenn man etwas länger darauf warten muss.

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